Von der Schreibmaschine aus Holz bis zum Laptop

Hermann Glade an seiner AEG Mignon aus dem Jahr 1903.

SCHALKSMÜHLE – Seit 111 Jahren gibt es den Breckerfeld-Schalksmühler Stenografenverein. Um diese Schnapszahl zu feiern, hatte der Verein am Freitag zu einem Juxwettschreiben in der Hauptschule Breckerfeld eingeladen. 28 Mitglieder, von der 80-jährigen Ehrenvorsitzenden Christel Müller aus Schalksmühle bis hin zu Jugendlichen Stenografen, sowie Gäste von befreundeten Vereinen nahmen daran teil.

Mit 3522 Zeichen in zehn Minuten tippte Ines Kepper den Text über den kleinen Waschbären Alexander fehlerfrei und errang damit Platz eins. Zweiter wurde Markus Kahlert gefolgt von Gerrit Wommelsdorf.

Eine ganz besondere Attraktion waren die alten Schreibmaschinen, die Gastschreiber Hermann Glade aus seiner Sammlung mitgebracht hatte. Besonders die 1903 entwickelte Zylinderkopfschreibmaschine AEG Mignon faszinierte durch ihre ungewöhnliche Technik: Die Buchstaben müssen über einen Zeiger auf den Zylinderkopf eingestellt werden, ein Tastendruck bringt sie dann zu Papier. „Die erste Schreibmaschine wurde 1881 entwickelt und war aus Holz“, so der Breckerfelder Sammler.

„Der Reiz für uns ist das schnelle Schreiben“, erklärt die Vorsitzende Anneliese Dieckmann. Die meisten Mitglieder haben sich im Anfängerkurs mit der Faszination des Tastschreibens infiziert und sind dabei geblieben. Heute wird entweder über den Laptop mit ergonomischer Tastatur oder mit der elektrischen Schreibmaschine geschrieben. Nur Hermann Glade tippte das Wettschreiben auf einem seiner manuellen Modelle aus den 1930er-Jahren – wahrscheinlich schneller als manch einer auf dem Laptop. Ein Problem hat Glade allerdings: „Es wird immer schwieriger, Farbbänder für die Maschinen zu bekommen.“

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