Schnittstelle für bürgerschaftliche Hilfe

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Beim ersten Treffen der Initiative Kümmerring berichteten Pfarrerin Doris Korte (Mitte) und ihre Mitstreiter Edith Adam (links) und Florian Wilms (2. von links) vom Angebot.

Heedfeld -  Schon kurz nach der Gründung zeigt sich: Hilfe wird gebraucht. Am Mittwoch trafen sich die Mitstreiter der Initiative Kümmerring der Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld im Gemeindehaus in Heedfeld, um sowohl Hilfsangebote als auch Anfragen von Hilfesuchenden zu bearbeiten.

Der Kümmerring soll ab sofort als Schnittstelle für bürgerschaftliches Engagement fungieren. Menschen, die im Haushalt, bei Behördengängen oder bei anderen Anliegen Hilfe brauchen, können sich an die Initiative wenden. Diese vermittelt einen passenden Helfer. Gleichzeitig werden Hilfesuchenden Kontakte zu Beratungsstellen zur Verfügung gestellt. Der Kümmerring bietet die Hilfe konfessionsunabhängig an.

Das Team der Initiative sei gut aufgestellt, wie Pfarrerin Doris Korte erklärt: „Edith Adam arbeitete beispielsweise früher für Krankenkassen und kennt sich daher gut mit Anträgen für Pflegestufen aus. Florian Wilms und Hendrik Gräff decken den Pflegebereich ab, und Martina Auer weiß durch ihre Tätigkeit als Diakonie-Presbyterin, wo Not am Mann ist.“

Nach dem Startschuss in der vergangenen Woche habe sich bereits eine Dame gemeldet. „An ihrem Herd ist ein Knopf kaputt und sie fragte, ob ihr jemand das repariert“, sagte Doris Korte. Sie wies aber auch noch einmal darauf hin, dass der Kümmerring professionellen Handwerkern oder Dienstleistern nicht die Arbeit wegnehmen möchte.

Zum ersten Treffen des Kümmerrings erschien Hannelore Murrack, die sich gemeinsam mit ihrem Mann Peter in der Initiative engagieren möchte. „Ich habe bisher beim Lesetraining in der Förderschule Susannenhöhe mitgearbeitet. Da die Schule ja demnächst schließt und meine Kinder aus dem Haus sind, habe ich Zeit, anderen zu helfen“, sagt die 66-Jährige. Sie könnte sich vorstellen, für andere Einkäufe zu erledigen oder Kinder und Kranke beziehungsweise Pflegefälle zu beaufsichtigen. „Mein Mann könnte Elektrosachen erledigen“, sagt Murrack.

Auch die 95-jährige Heedfelderin Irene Nast besuchte das erste Treffen, um sich über das Angebot des Kümmerrings zu informieren. Sie erhält bereits Hilfe in verschiedenen Bereichen, sucht jedoch einen Gesprächspartner. „Ich würde mich gerne mit jemandem über philosophische Fragen unterhalten. Aber auch technische Themen interessieren mich, genauso wie die Musik. Aber es soll kein Kaffeekränzchen sein“, erklärte Nast.

Die Organisatoren des Kümmerrings können sich auch vorstellen, demnächst ein Café für Demenzkranke zu organisieren. Hierzu sollen Fortbildungen für die Ehrenamtlichen angeboten werden. Die Treffen sollen aber auch von Fachkräften begleitet werden. Für die Schulungen meldeten sich bereits über zwölf Interessierte an. „Hier ist aber noch nichts terminlich festgesetzt. Wir melden uns dann bei den Interessenten“, sagte Florian Wilms.

Jeweils am ersten Mittwoch im Monat werden zwei Mitglieder des Kümmerrings im Gemeindehaus Heedfeld von 17 bis 18 Uhr vor Ort sein, um für persönliche Gespräche zur Verfügung zu stehen. Ansonsten sind die Mitglieder auch unter Tel. 01 60 / 98 99 22 97 erreichbar. - von Alisa Kannapin

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