Schnelle Reaktion der Bürger rettet Forellen

SCHALKSMÜHLE ▪ Etwas unglücklich gelaufen, aber zum Glück nochmal gut gegangen: Dank einer aufmerksamen Bürgerin und der schnellen Reaktion des Angelsportvereins (ASV) Saubere Volme wurden am Dienstag einige Dutzend schöner Forellen vor einem qualvollen Ende bewahrt.

Marion Zimmer und ihre Tochter Nadine bemerkten, das der Wasserstand im Obergraben der Volme vor ihrer Wohnung in Hammerhaus immer niedriger wurde – bis die Fische im Schlamm steckten. Marion Zimmer erreichte telefonisch Wolfgang Enders, den Vorsitzenden des ASV Saubere Volme, der sofort einige Vereinskameraden mobilisierte.

Bis zu deren Eintreffen in Hammerhaus war Nadine Zimmer schon tätig geworden und hatte mit den Händen einige dicke Fische gefangen. Im Wassereimer wurden sie zur nahen Volme gebracht und wieder ausgesetzt. Tobias Kowal, Heike Kowal, Roland Kowal, Dietmar Stang und Günter Schwedas vom ASV brachten Käscher mit und halfen bei der Forellenrettung.

Die Vorgeschichte: Im Zuge der B 54-Baustelle an der Linneper Mühle ist der Obergraben planmäßig abgebunden worden. Die logische Folge ist, das der schon jetzt auf 43 Meter Länge verrohrte Obergraben trocken fällt.

Angler und Anwohner hatten am Dienstag zunächst wenig Verständnis für die Vorgehensweise. Enders: „Wenn uns jemand rechtzeitig informiert hätte, hätten wir ohne Probleme mit Vereinsmitliedern eine Umsetzung der Fische organisiert“.

Bernd Seuthe, bei der Unteren Wasserbehörde des Märkischen Kreise zuständig für Schalksmühle und die Volme, sagte gestern auf Anfrage der Redaktion: „Der Bauleiter der ausführenden Firma hat mit einem Vertreter von Straßen.NRW vor der Abbindung des Obergrabens eine Ortsbesichtigung entlang des Grabens bis zum Teich am Ende gemacht. Auch dieser Teich wird trockenfallen, soll aber vorher abgefischt werden. Straßen.NRW als Auftraggeber hat mit dem Teichbesitzer nach Angaben des Bauleiters eine Übereinkunft getroffen, das mögliche Schäden am Fischbestand ersetzt werden. Fische im Obergraben haben die Straßenbauer bei der Ortsbegehung nicht gesehen.“ Umso erfreulicher sei es, sagte Seuthe, dass der ASV so schnell reagiert habe. Seuthe will als Vertreter der Unteren Wasserbehörde weiter im Gespräch mit Straßen.NRW und der Baufirma bleiben sowie Wolfgang Enders und die ASV-Angler mit einbinden: „Das auch in Vorbereitung auf künftige Entwicklungen an der Baustelle, wenn es durch Bewegungen der Baufahrzeuge zu Eintrübungen des Wassers kommt“, sagte Seuthe. Im weiteren Verlauf der Baustelle wird die vorhandene Verrohrung des Obergrabens komplett abgebrochen und das Wasser auf der gesamten Länge des Obergrabens durch eine neue Betonrohrleitung geführt.

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