Schalksmühler Verkehrskonzept sorgt für Diskussionen

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Zahlreiche Anwohner fanden sich zur Vorstellung des Verkehrskonzepts im Ratssaal ein.

Schalksmühle - Reichlich Redebedarf gab es am Donnerstag im Ratssaal bei der Vorstellung eines Verkehrskonzepts für die Bereiche Flaßkamp, Dahlhausen, Stallhaus, Ramsloh und Waldesruh. Im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung stellte Projektleiter Jörg Laffin vom Büro Bramey Bünermann Ingenieure die geplanten Maßnahmen zur Minimierung des Durchgangsverkehrs vor.

Bei den Anwohnern, die nicht zuletzt durch das geplante Neubaugebiet Stallhaus eine Zunahme des Verkehrs befürchten, stieß indes manches auf wenig Gegenliebe. Vor allem am Vorschlag, den Knotenpunkt Volmestraße B54/Flaßkamp durch Wegfall der Linksabbieger-Markierung zu entschärfen und den Schleichverkehr über die Klagebach ins Gewerbegebiet Ramsloh zu führen, entzündete sich Kritik. Überdies waren die hohen Geschwindigkeiten nach den Ortsausgängen und die Lärmbelästigung durch den Verkehr für die Anwohner ein großes Ärgernis.

Vieles, was geplant ist, ging den Bürgern nicht weit genug. „Es standen zuvor auch brachialere Maßnahmen zur Diskussion“, erklärte Jörg Laffin. Die vorgestellten Pläne mit weicheren Maßnahmen seien eine Essenz, die mit dem Märkischen Kreis abgestimmt sei und von diesem auch mitgetragen werde.

Zielsetzungen bei der Erarbeitung des Konzepts seien eine Minimierung des Durchgangsverkehrs, eine Erhöhung der Verkehrssicherheit, die Reduzierung der Geschwindigkeiten und eine Neuordnung des ruhenden Verkehrs gewesen. Das Neubaugebiet mit 34 Einfamilien- und sechs Mehrfamilienhäusern sei in die Berechnungen eingeflossen.

Stündlich bis zu 164 Fahrzeuge

Verkehrszahlen stellte der Planer den Maßnahmen, die vorgesehen sind, voran. Danach konnte das Büro, um eine Zahl hervorzuheben, allein für das Gewerbegebiet Ramsloh einen morgendlichen Spitzenwert von 164 Fahrzeugen pro Stunde ermitteln. Nach dem sogenannten Bosserhoff-Verfahren berechnet, kämen zusätzlich 21 Fahrzeuge zwischen 6 und 7 Uhr (Morgenspitze) und 22 Fahrzeuge zwischen 16 und 17 Uhr (Nachmittagsspitze) aus dem Neubaugebiet zu den Werten hinzu.

Unfallgefahr erkannte der Planer im Bereich Kindergarten Stallhaus. Aus diesem Grund sei im Bereich der Kindertagesstätte das Aufstellen von Dialog-Displays mit Geschwindigkeitsanzeige geplant. Überdies sei eine Umgestaltung der Parkplätze zwischen dem Knotenpunkt Stallhaus/Bussardweg und Stallhaus/Waldesruh angedacht. Zurzeit werde dort nur auf einer Straßenseite geparkt. Vorgesehen sei, Parkflächen auf beiden Seiten im Wechsel in gekennzeichneten Flächen einzurichten.

Standen den Bürgern Rede und Antwort: (von links) Ralf Bechtel (Fachbereichsleiter Technisches Bauamt), Jörg Laffin (Bramey Bünermann Ingenieure), Bürgermeister Jörg Schönenberg und Silvia Gonzalez Algaba vom Fachbereich II.

Die Fahrbahnbreite verringere sich dadurch von 6,50 auf 4,50 Meter. Nach den Ortsausgangsschildern zwischen Flaßkamp und Stallhaus seien hohe Geschwindigkeiten erlaubt und würden auch gefahren. Um dies zu entschärfen, seien abwechselnde bauliche Verschwenkungen vorgesehen.

Zur Verringerung des Durchgangsverkehrs in den Morgenstunden brachte Laffin den Wegfall der Markierung für Linksabbieger am Knotenpunkt Volmestraße B54/Flaßkamp ins Spiel. Der Schleichverkehr solle über die Klagebach laufen. Markierung und Beschilderung gelte es entsprechend anzupassen.

Der Vorschlag sei „bürgerunfreundlich“, kam als Kritik. Auch die erlaubten Geschwindigkeiten blieben ein Stein des Anstoßes. Von „Rennstrecken“ war die Rede. Selbst im Spielplatzbereich Flaßkamp werde häufig der Gehweg überfahren.

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