Büchertausch und Stammtisch

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Brigitte Schmidt und Elke Schmidt sowie Klaudia Gogolin, Heidi Hesse und Susanne Meyer sind teilweise seit zehn Jahren dabei.

Schalksmühle - Ende 2007 war bekanntlich der Bücherbus im Märkischen Kreis Geschichte. Man hatte sich entschlossen, dieses Angebot aus Kostengründen einzustellen. „Was nun?“ Diese Frage stellte man sich auch in Schalksmühle.

Das Interesse am Lesen war hier, wie auch in den anderen Kommunen, nicht erloschen. In der ortsansässigen UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft) wurde es ebenfalls zum Thema. Ein Gedanke, nicht neu, aber schon anderenorts erprobt, kristallisierte sich heraus: „Wir bieten interessierten Lesern kostenlos Lektüren ihrer Wahl im Tausch an“, so lautete der Vorschlag der Verantwortlichen. 

„Ursprünglich wollten wir das nur so lange machen, bis die Katholische Öffentliche Bücherei (KÖB) eröffnet. Das ist mittlerweile rund zehn Jahre her“, erklärt Brigitte Schmidt. Der Grundstein der damals als Büchertausch-Börse ins Leben gerufenen Aktion war gelegt. Gelesene und für den Besitzer nicht mehr interessante Literatur sollte gesammelt und wieder, im Tausch gegen andere, angeboten werden. Die Idee, kostenlos ausrangierte Bücher, möglichst im Tausch, anzubieten, wurde ein voller Erfolg. 

Lücke wurde geschlossen

Eröffnung war am 13. März 2008, und es zeigte sich schon am ersten Tag, dass man hier eine Lücke gefunden hatte, die jetzt geschlossen werden konnte. Brigitte Schmidt und Elke Schmidt, die diese Idee zielstrebig umsetzten, waren die Ersten, die von nun an wöchentlich jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr (ganzjährig außer zwischen Weihnachten und Neujahr) im Eingangsbereich des Rathauses die gesammelte Literatur anboten. Es folgten Klaudia Gogolin, Heidi Hesse und Susanne Meyer. Ursprünglich hatte man parallel zum Wochenmarkt geöffnet. 

„Dass die Bücher nach dem Lesen nicht einfach weggeworfen, sondern für andere zur Verfügung gestellt werden, ist eine tolle Sache“, sagt Brigitte Schmidt. Doch die Büchertausch-Börse ist mehr. Sie ist auch ein Bürgerstammtisch, an dem über alltäglichen Dinge wie das Wetter auch über Demografie oder Politik gesprochen wird. „Wir führen auch mit den Menschen private Gespräche. So erfährt man mehr über die Vorlieben der Leute“, so die Verantwortliche. Die fünf ehrenamtlich aktiven Frauen seien auch Ansprechpartner. Viele der Menschen seien schon älter, und sie freuten sich über jeden Kontakt. 

Teilweise brandneue Literatur

Kriminal- und historische Romane, Koch- und Kinderbücher, Reiseführer, Liebesgeschichten und mittlerweile sogar Musik CDs finden regelmäßig Abnehmer. Teilweise sind es brandneue, aktuelle Literatur von bekannten Autoren und sogenannte „Bestseller“ die in den Bücherreihen zu finden sind. So hat sich die Bücherbörse auch über die Schalksmühler Gemeindegrenzen herumgesprochen. 20 oder mehr Lesehungrige lassen sich dort beraten.

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