Schilder müssen abgebaut werden

Bezirksregierung verbietet "No-Trucks"-Schilder - Alternative gesucht

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Kommunen, die solche Schilder aufgestellt haben, müssen diese nun wieder abbauen.

Schalksmühle - Anwohner am Flaßkamp sind seit Längerem genervt von Lkw, die durch die engen Straßen der Siedlungen fahren. Leuchtend gelbe Schilder mit der Aufschritt „No Trucks“ sollten Abhilfe schaffen. Die Bezirksregierung macht diesem Vorhaben nun einen Strich durch die Rechnung.

Gefordert wurde im vergangenen Jahr das Verkehrszeichen für die Kreuzung Stallhaus/Waldesruh sowie auch bereits für den Bereich des Gewerbegebiets am Ramsloh. Dieses hätte in Werdohl an der L 655 in Höhe des dortigen Forsthauses und auch in Meinerzhagen an der Bergstraße schon den nötigen Erfolg gebracht. 

Auch bei der Sperrung der Heedfelder Straße aufgrund der Baumaßnahmen in Richtung Rummenohl hätten diese große Wirkung gezeigt, sagte damals Harry Haböck, UWG-Ratsherr und Initiator. Nach einem entsprechenden Antrag von ihm hatte die Gemeindeverwaltung angefangen, das Anliegen zu prüfen. Erste Messungen zum Verkehrsaufkommen hätten bereits stattgefunden, erklärt Silvia Gonzalez Algaba, Fachbereichsleiterin Bürgerdienste und Soziales. Weitere Schritte sollten eigentlich folgen.

Arnsberg als „Spielverderber“ 

Nachdem die Stadt Hagen beim Bundesverkehrsministerium und der Bezirksregierung die Rechtmäßigkeit der Schilder hinterfragt hat, erweist sich Arnsberg nun als „Spielverderber“. „Dass die Schilder keine Rechtskraft haben, steht außer Frage“, sagte Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung, im Gespräch mit der Westfalenpost Hagen. 

Ein offizielles Rundschreiben an die Kommunen wird nicht versandt, aber die Beschilderung ist fortan verboten. Jede Stadt oder Gemeinde, die ein solches Schild aufgestellt hat, wird aufgefordert, dieses abzubauen. 

Die Begründung für das Verbot, die aus den Aussagen des Pressevertreters zu entnehmen ist, ist, dass es sich nicht um ein offizielles Verkehrszeichen im Sinne der Straßenverkehrsordnung handelt. Das offizielle Schild, das ein Durchfahrverbot für Lastwagen mit mehr als 3,5 Tonnen Gesamtgewicht verbietet, zeigt einen schwarzen Lkw in einem roten Kreis. 

Zudem, so ist es aus offiziellen Kreisen zu hören, wurde entschieden, dass die Schilder auch zu stark den Geisterfahrer-Warnschildern an Autobahnen ähneln würden. 

Entlastung der Anwohner

Nach Bekanntwerden des Verbots äußerte sich Harry Haböck gegenüber unserer Redaktion. „Eine unglaubliche Geschichte. In Hagen hat man scheinbar schlafende Geister geweckt.“ 

Er versteht die Entscheidung der Bezirksregierung und des Bundesministeriums nicht. „Mit den Schildern sollen ja keine Leute geärgert werden, sondern ortsfremde oder ausländische Lkw-Fahrer sollen auf Engstellen oder ähnliches aufmerksam gemacht werden.“ 

Die Anwohner im Bereich Stallhaus, Dahlhausen und Flaßkamp müssen nun auf eine andere Lösung hoffen. „Wenn es so bleibt, und danach sieht es ja wohl aus, dann müssen wir uns um etwas anderes kümmern, das im Rahmen der Straßenverkehrsordnung ist.“ Dem Politiker schweben größere, offizielle Schilder vor. Hauptsache, sie führen dazu, dass die Wohngebiete vom Schwerlastverkehr entlastet werden. 

Harry Haböck möchte sich in der nächsten Zeit dafür auch mit der Gemeindeverwaltung in Verbindung setzen. „Wir werden dann gemeinsam nach Alternativen suchen.“ Das bestätigt auch die zuständige Gemeindemitarbeiterin Silvia Gonzalez Algaba. „Die Schilder waren nur als Hinweis gedacht, wie zu der Zeit, als die Heedfelder Straße Richtung Rummenohl komplett gesperrt war. „Wir werden nun über neue Maßnahmen nachdenken und auch Gespräche mit der Straßenverkehrsbehörde führen.“ 

Schilder auch in Österreich umstritten 

Die gelb-schwarzen Schilder sind auch in Österreich ein Streitthema. Die ursprüngliche Version weist dort Lkw-Fahrer darauf hin, dass das GPS nicht die konkrete Route anzeigt. Doch auch im Alpenland entspricht eine derartige Beschilderung nicht den Vorschriften. Seit einigen Jahren wird dort eine Debatte um die Zeichen geführt. 

Die Meinungen über die Wirkung gehen weit auseinander. Von „Problemlösern“, aber auch von „rechtlich bedeutungslosen Fantasieschildern“ ist die Rede. Die Behörden sind sich untereinander nicht einig.

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