Zu wenig Beschilderung "eine regelrechte Abzocke"

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Bereits vor Jahren hat Eisdielen-Besitzer Bruno Sapere an der Eingangstür ein Hinweisschild zur Parkscheibenpflicht angebracht. Gerade auswärtige Gäste würden oft nicht wissen, dass die Nutzung der Scheibe dort vorgeschrieben ist.

Schalksmühle - Zwei Kugeln Eis essen – das kann schnell mehr als 20 Euro kosten. Diese Erfahrung machte die Schalksmühlerin Barbara Servatius. Grund für die teure Leckerei war eine vergessene Parkscheibe im Auto, als sie an der Bahnhofstraße parkte. Servatius fühlt sich durch fehlende Schilder unzureichend informiert.

„Wir haben sogar noch einen Parkscheinautomaten gesucht, aber den gibt es dort nicht. Ebenso wenig stehen dort Verkehrsschilder, die auf eine Parkscheibenpflicht hinweisen“, sagt Servatius, die sich mit ihrer Bekannten in Eisdiele von Bruno Sapere am Rathausplatz maximal 20 Minuten aufgehalten hatte.

„Als wir zum Auto zurückkehrten, war dort ein Knöllchen am Auto. Wir wussten nicht warum und waren irritiert. Man sagte mir, ich sollte wegen der Angelegenheit direkt nebenan im Rathaus nachfragen“, erzählt Servatius.

„Regelrecht hochnäsig abgekanzelt“

Die Reaktionen auf ihre Beschwerde empfand Servatius als „widerlich und fast bösartig. Die 20 Euro sind mir gar nicht wichtig, die hätte ich als Kompromiss auch gerne gespendet. Jedoch war die Reaktion des Verwaltungsmitarbeiters eine Unverschämtheit. Ich wurde regelrecht hochnäsig abgekanzelt, während der Mitarbeiter noch sein Butterbrot kaute. Ich hatte Gänsehaut, so wütend war ich.“

Die Gemeinde würde immer wieder versuchen, sich bürgerfreundlich darzustellen, dies sei jedoch in der Realität nicht der Fall. „Es fehlt einfach an bürgernaher Information. So bleibt der Eindruck, dass es eine regelrechte Abzocke ist.“

Situation wie vor 15 Jahren

An den konkreten Vorfall erinnern kann sich Winfried Schindler, bei der Verwaltung Sachgebietsleiter für öffentliche Ordnung, nicht. Die allgemeine Thematik der Parksünden sei ihm allerdings sehr wohl bekannt. „Das war vor 15 Jahren schon so, das ist heute nicht anders. Die Ausreden bleiben immer wieder dieselben.“

An jeder Zufahrt zur Bahnhofstraße, sei es über die B 54 oder die Hälverstraße, stehen große Schilder, die den Bereich als verkehrsberuhigte Zone ausweisen. Dort sind auch die Hinweisschilder zur Parkregelung per Parkscheibe angebracht. „Eigentlich kann man an den Schildern nicht vorbeifahren, es sei denn, man ist in Gedanken schon beim Einkaufen oder in der Apotheke“, sagt Schindler.

Die Gemeinde plant für die Zukunft keine Änderungen an der Situation. Die Ausweisung mit wenigen Hinweisschildern sei eine bewusste Entscheidung gegen einen Schilder-Wald im Ortskern gewesen. Eine bewusste Abzock-Methode der Gemeinde weißt Schindler aber zurück: „Wir füllen damit nicht unseren Haushalt auf und der Mitarbeiter des Ordnungsamtes, der im Außendienst tätig ist, bekommt auch keine Fangprämie.“

Parkscheiben-Hinweis in der Eisdiele

Eisdielen-Inhaber Bruno Sapere kennt den Ärger, den ein Knöllchen verursachen kann. Daher prangt gut sichtbar eine Parkscheibe mit dem Vermerk „Nicht vergessen“ an der Eingangstür seiner Eisdiele. Diesen habe er bereits vor mehr als sieben Jahren dort angebracht. Zudem weist er seine Gäste auf die Vorgabe hin.

„Die Schalksmühler kennen die Parkscheibenpflicht mittlerweile, aber viele auswärtige Gäste eben nicht. Ein guter Kompromiss wären ein oder zwei zusätzliche Hinweisschilder in Rathausnähe“, schlägt Sapere vor. Ansonsten kenne er die Verwaltungsmitarbeiter als freundlich und entgegenkommend. „Die haben für persönliche Umstände oder unbewusstes Fehlverhalten sehr viel Verständnis.“

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