Hülscheider Schützen durch und durch - Wilfried und Rosi Patermann waren vor 40 Jahren Königspaar

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In Erinnerungen schwelgen: Wilfried und Rosi Patermann waren vor 40 Jahren das Königspaar der Hülscheider Schützen.

Heedfeld - Von ihrem Hofstaat haben Wilfried und Rosi Patermann, die vor 40 Jahren Königspaar der Hülscheider Schützen waren, bereits eine Orchidee zum Jubiläum geschenkt bekommen. Nun freuen sie sich auf das Kaffeetrinken, das der Verein demnächst zu Ehren seiner Jubiläumskönigspaare ausrichten wird. 

Mit langjährigen Weggefährten und Freunden – darunter Doris Heedfeld, die vor 60 Jahren gemeinsam mit Siegfried Schmermbeck das jüngste Königspaar der Hülscheider Schützen bildete – gibt es dann ein Wiedersehen. Eine Ehrung beim Kommers entfällt, da es in diesem Jahr kein Schützenfest gibt. Was den Verein und seine Geschichte angeht, ist Wilfried Patermann gleichsam ein wandelndes Lexikon. Sorgsam hat der frühere Vorsitzende (2003 bis 2008) und heutige Ehrenvorsitzende, der 1963 dem Verein beitrat und auf Anhieb als Schriftführer einen Posten übernahm, alle Zeitungsausschnitte über die Hülscheider Schützen und andere Schützenvereine gesammelt und archiviert. Was wann, wo und wie war, weiß er ganz genau. 

Eigenes Königsjahr in bester Erinnerung 

Das Paar damals: Wilfried und Rosi Patermann vor 40 Jahren als König und Königin.

Bis in die Zeit der Wiedergründung des Vereins im Jahr 1954 auf Initiative von Otto Bewerunge aus Kuhlenkeppig reichen seine Ausführungen. Von Gaststätten, die längst verschwunden sind, wie Ebberg oder Asmuth – beide einst in Hülscheid zu finden – erzählt er lebendig. Namen wie Emil Rutenbeck, der die 2. Kompanie mitbegründete, oder Gerd Altmann, der sich sehr um die Jungschützen bemühte, fallen. Das eigene Königsjahr haben Wilfried und Rosi Patermann, die bis heute regen Anteil am Vereinsleben nehmen, in bester Erinnerung behalten. Trotz hektischer Vorbereitungszeit, zahlloser Termine und Repräsentationspflichten seien am Ende des Königsjahrs Tränen geflossen. „Ich habe Rotz und Wasser geheult“, gibt Rosi Patermann, die selbst Vereinsmitglied ist, unumwunden zu. „Das war schlimm.“ 

Schützenfest im Juni

Anders als heute feierten die Hülscheider Schützen früher im Juni ihr Schützenfest. Vom Ablauf her war vieles gleich, manches jedoch auch anders. „Das Frühstück war bei uns zu Hause, es gab noch keinen Gottesdienst und den Montagabend (Dorfabend) gestaltete die Gastspieldirektion Leo aus Dortmund.“ Unvergessen ist dem Paar, das viermal dem Hofstaat anderer Hülscheider Königspaare angehörte und acht Jahre Adjutantentätigkeit wahrnahm („Man war immer dabei. Es drehte sich bei uns alles um den Schützenverein“), der überstürzte Aufbruch zum eigenen Kommers. „Es lief gerade im Fernsehen das Europameisterschaftsspiel“, erinnern sich die Patermanns schmunzelnd an ihren Krönungstag, an dem Deutschland zum zweiten Mal Europameister wurde. Den mitfiebernden Spielmannszug, der das Königspaar wie üblich begleitete, vom Fernseher wegzulocken, war verständlicherweise kein leichtes Unterfangen. „Es war ganz eng“, erzählt Rosi Patermann. „Ich hatte noch nicht einmal Zeit, mich richtig fertigzumachen.“ 

Gefeiert wurde im Königsjahr (und danach) gerne und viel. Bei befreundeten Schützenvereinen und Vereinen, die heute längst Geschichte sind – darunter die Rahmeder Schützen und der belgische Karabinclub – waren die Patermanns und ihr Hofstaat, der aus guten Bekannten und Freunden bestand, gerne gesehene Gäste. Bei den Belgiern hieß es damals: Ausweise im Wachgebäude („Knast“) abgeben, bevor das Kasernengelände betreten werden durfte. „Man durfte nicht mit dem Auto auf das Gelände.“

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