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Große Teilnahme an Kinderimpfung: Klares Statement der Kleinen

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Von: Bettina Görlitzer

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Benedikt Kristen war mit seinem Papa Markus zum Impfen gekommen.
Benedikt Kristen war mit seinem Papa Markus zum Impfen gekommen. © Görlitzer, Bettina

Mehr als 100 Kinder bekamen im Kultur- und Bildungszentrum 8Giebel am Mittwoch eine Urkunde, weil sie „bärentapfer“ waren und sich gegen Corona haben impfen lassen. Dazu gab es noch eine Tütchen mit Süßigkeiten.

Schalksmühle - Die Impfaktion für Kinder und Jugendliche, die der ambulante Pflegedienst Reeswinkel vital in Kooperation mit der Gemeinde Schalksmühle und mehreren Ärzten durchgeführt hat, war ein voller Erfolg: 117 Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren und 30 Jugendliche waren für die Termine angemeldet, erzählt Mit-Organisator Steffen Mischnick am Mittag. Kurzfristig konnten noch einige Termine mehr vergeben werden als geplant, weil mehr Impfstoff als gedacht zur Verfügung stand.

Am Ende stolz und glücklich

Den Auftakt am Morgen machten die beiden älteren Kinder von Steffen Mischnick, sechs und elf Jahre als. Sie waren, die ersten, die geimpft wurden. Familie Mischnick hatte wie viele anderen lange darauf gewartet, dass ein Impfstoff für Kinder freigegeben wird. Anderen Schalksmühler Eltern ging es nicht anders. Nadine Kreiling hatte den Termin für ihre Tochter Valerie kurzfristig am Morgen ausgemacht. Sie wartete draußen, während die Achtjährige sich mit Papa Daniel ihre Impfung abholte. Auf die Frage, ob es schlimm war, sagte das Mädchen zwar „ja“, weil der Arm ein bisschen wehtat, aber trotzdem war sie sichtlich stolz und glücklich, dass sie endlich geimpft werden konnte. „Sie wollte das unbedingt“, erzählte die Mutter, gerade weil der ältere Bruder bereits geimpft ist und zur Risikogruppe gehört.

Kinder haben Angst vor Spritzen.

Dr. Monika Schriever Kinderärztin

Auch Markus Kristen, der mit seinem Sohn Benedikt gekommen war, fand die Aktion „toll“ und viel unkomplizierter, als wenn erst ein Termin beim Kinderarzt hätte gemacht werden müssen. Benedikt war auch völlig cool und sagte, das Impfen sei gar nicht so schlimm gewesen. Beide saßen danach noch im Warteraum, wo jeweils zwei Stühle, für ein Kind nebst Begleitperson mit ausreichenden Abständen gruppiert waren. Dabei lief ein Animationsfilm im Fernsehen. 20 Minuten sollten die Eltern mit ihren Kindern noch warten, um eine akute Impfreaktion auszuschließen.

Kinderärztin Dr. Monika Schriever, die den Impftag begleitete und auf etliche ihrer Patienten traf, betonte, im Praxisalltag sei gar nicht die Zeit für so viele Impfungen. Zumal die deutlich mehr Zeit brauchten als bei Erwachsenen. „Kinder haben Angst vor Spritzen“, sagte die Ärztin. Dann muss unter Umständen geduldige Überzeugungsarbeit geleistet werden. Auch an diesem Tag ist die eine oder andere Träne geflossen, sagt Steffen Mischnick – aber dass gehöre bei Kindern in einer für sie so aufregenden Situation dazu, erst recht, wenn nach dem Piks eventuell der Arm wehtut. „Deshalb haben wir auch einen eigenen Impftag für die Kinder gemacht“, erklärte er. Die kindgerechte Betreuung könne während der Impfungen im Sanitätshaus Mischnik nicht geleistet werden.

Lob für prima Organisation

Monika Schriever lobte die gute Organisation der Impfaktion. Sie betonte, dass sie nicht ohne die Stiko-Empfehlung diese Impfungen verabreichen würde, und sie weiß, dass viele Eltern darauf gewartet haben. Die Ärztin empfiehlt das Impfen für Kinder auf jeden Fall, wenn sie selbst aufgrund von Vorerkrankungen zur Risikogruppe gehören oder wenn sie regelmäßigen Kontakt zu Menschen aus Risikogruppen haben, um diese zu schützen. Die Ärztin betonte in diesem Zusammenhang, dass gesunde Kinder im Fall einer Infektion mit den Coronavirus nur sehr selten einen schweren Covid-Verlauf erlebten. Das gelte inzwischen als gesichert.

Zehn Mitarbeiter im Einsatz

Einige wenige Eltern hätten, so berichtet Mischnick, am Mittwoch mit dem Kreuz auf der Einverständniserklärung gewartet, bis sie mit einem der drei impfenden Ärzte gesprochen hätten. Aber letztlich seien alle angemeldeten Kinder auch geimpft worden. Ausdrücklich war mehr Zeit eingeplant gewesen, als es bei Impfaktionen für Erwachsene der Fall ist, um ganz individuell auf die Sorgen der Eltern und die Ängste der Kinder eingehen zu können. Zehn Mitarbeiter, davon drei Ärzte, waren an dem Tag im Einsatz, um für einen reibungslosen Ablauf und eine gute Betreuung der Familien zu sorgen.

Die meisten Familien, die die Chance nutzten, ihre Kinder impfen zu lassen, kamen aus Schalksmühle, aber auch aus Lüdenscheid, Breckerfeld, Meinerzhagen und Halver gab es Anmeldungen. Fast alle haben auch gleich den zweiten Termin für den 5. Februar gebucht. Auch bei den Jugendlichen bis 15 Jahre waren fast alles Erstimpfungen., lediglich in einem Fall bei einem Jugendlichen mit Vorerkrankungen, stand bereits ein Booster an.

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