Jahresrückblick - Interview mit Jörg Schönenberg

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In seinem Jahresrückblick hob Bürgermeister Jörg Schönenberg unter anderem auch die Investitionen in die Primusschule und den Feuereifer, mit dem alle Beteiligten das Projekt vorantreiben, heraus.

Schalksmühle - Das Jahr geht zu Ende. Gerade jetzt blicken viele noch einmal zurück – so auch Bürgermeister Jörg Schönenberg. Im Interview mit Redakteur Martin Meyer spricht er unter anderem über Politik, Bildung, Wirtschaft und Nahversorgung in Schalksmühle.

Herr Bürgermeister, wo lagen im auslaufenden Jahr die Stärken der Gemeinde? Worauf schauen sie gerne zurück? 

Jörg Schönenberg: Ich blicke in Sachen Bildung gerne auf den Kinder- und Jugendbereich in unserer Kommune. Dort haben wir in 2017 Einiges auf den Weg gebracht. So etwa die Investitionen in die Primusschule. Dort sind alle Beteiligten mit Feuereifer dabei. Der Feinschliff der Umbaumaßnahme soll bis Mitte 2018 erfolgen. Das brennt bei allen unter den Nägeln. Aber auch an der Grundschule Spormecke haben wir eine hohe Summe investiert. Darauf bin ich stolz. Wir werden weiter Gelder in die Hand nehmen und die Bildungslandschaft der Gemeinde gut aufstellen. 

Wie sah es in den Bereichen Wirtschaft, Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung aus? 

Schönenberg: In wirtschaftlicher Hinsicht hat sich im zurückliegenden Jahr eine gute Entwicklung abgezeichnet. Das hat dazu geführt, dass wir ein Zeichen setzen und eine Senkung der Steuern beschließen konnten. Zudem mussten wir die Gebühren nicht erhöhen und können ein günstiges Kulturprogramm anbieten. Im Bereich Wohnungsbau wird das Gebiet Stallhaus entwickelt und die Ausweisung eines Gewerbegebietes geprüft. Des Weiteren bin ich erfreut, dass wir uns für das Bahnhofsumfeld auf die große Lösung einigen konnten und dass wir uns an der erneuten Ausschreibung in Sachen Breitbandausbau beteiligt haben. Da hingen wir Jahrzehnte am Tropf, nun scheint auch der ländliche Bereich in der Politik Beachtung zu finden. Hierbei ist der interkommunale Schulterschluss im Märkischen Kreis und in Südwestfalen wichtig. 

Wie stand es um das Ehrenamt? 

Schönenberg: Das bürgerschaftliche Engagement hat mir imponiert. Ich möchte an dieser Stelle exemplarisch die Arbeit der Schalksmühler Tafel und des Flüchtlingsnetzwerkes hervorheben. Hier hilft man Menschen, die in unserer Leistungsgesellschaft ins Hintertreffen geraten sind. Wir müssen die, die sonst auf der Strecke bleiben, im Auge behalten. Der soziale Gedanke sollte auch in der Politik und in der Gesellschaft selbstverständlich sein. Bei einem Aufschwung müssen wir alle Menschen partizipieren lassen. Zudem sollten wir über den Tellerrand auf Krisen- und Kriegsgebiete schauen. Viele vergessen, dass Deutschland besser aufgestellt ist als viele andere Länder. 

In welchen Bereichen hatte die Gemeinde in 2017 Schwächen? Wo bekamen sie Bauchschmerzen? 

Schönenberg: Den demografischen Wandel sehe ich nicht so kritisch, wir haben Chancen aufgrund der verbesserten Geburtenzahlen. Bei den Themen Ortskern, Leerstand und Internet müssen wir uns noch besser aufstellen. Auch die Aufenthaltsqualität und das gastronomische Angebot sind entwicklungsfähig. Gerade das Freizeitangebot für Jugendliche und Heranwachsende muss gestärkt werden. Doch das hat auch Grenzen. Hier muss man interkommunal zusammenarbeiten. Das stellt uns vor Herausforderungen, die zum Beispiel durch den Lückenschluss der Bahn verbessert werden können. 

Wo sehen sie Chancen für Schalksmühle im neuen Jahr? Wo kann sich die Gemeinde weiterentwickeln? 

Schönenberg: Durch die Investitionen in der Wirtschaft sind wir auf einem guten Weg. Der Ortskern muss belebt werden. Dazu zählt auch der Abbau von Leerständen. Hierzu und zu Marketingzwecken wird die Gemeinde eine Fachkraft einstellen. Doch wir sollten bei all der wirtschaftlichen Entwicklung auch an die denken, denen es nicht so gut gehen wird. So etwa die Mitarbeiter von Reuss-Seifert – viele von ihnen werden 2018 keinen Job mehr haben. Hier ist das Verantwortungsbewusstsein der Unternehmer in Frage zu stellen. Überregional macht mir die internationale Entwicklung Sorgen. Wir müssen europaweit gemeinsame Lösungen finden, zum Beispiel in Fragen des Steuerrechts, zum Rechtspopulismus und zur Flüchtlingssituation. Es müssen gewisse Standards geschaffen werden, um auch Ängste abzubauen und die Solidarität zu stärken. 

Was wünschen sie sich für 2018? 

Schönenberg: Für Deutschland wünsche ich mir eine stabile Bundesregierung. Hier müssen viele große Fragen beantwortet werden. In der Region müssen Angebote im Bildungs- Freizeit- und Umfeldbereich geschaffen werden. Wir brauchen die jungen Menschen mit ihren Familien gegen den Fachkräftemangel. Wir sind zudem alle in der Verantwortung, die jungen Einwohner besser zu qualifizieren und so etwa die Abbruchquote bei den Ausbildungen zu senken. Ein großes Problem steht uns bei der Ärzteversorgung vor der Tür. Das ist Chefsache des Bürgermeisters und genießt hohe Priorität. 

Ihr Fazit? 

Schönenberg: Ich denke, dass wir in 2017 in Schalksmühle zufrieden sein können und uns auch zukünftig den Herausforderungen stellen werden. Unser Gemeinwesen funktioniert. So können wir wichtige Themen angehen. Ich möchte mich deshalb bei allen Schalksmühler Bürgern und Unternehmern sowie bei den Ehrenamtlichen bedanken und ihnen frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr wünschen.

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