Neues Buch von Christina Brudereck

Mit Liebe gegen die Pandemie des Hasses

Christina Brudereck Schalksmühle
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Macht in der Pandemie Mut mit einem neuen Buch: die Schalksmühler Theologin und Autorin Christina Brudereck.

Schalksmühle – Die aus Schalksmühle stammende Theologin, Autorin und Referentin Christina Brudereck hat ihren Buchveröffentlichungen eine weitere hinzugefügt: Am 6. April ist der rund 300 Seiten starke, von Miriam Gamper-Brühl gestaltete Band „Trotzkraft“ herausgekommen, der genreübergreifend Gedichte, Notizen und Auszüge aus den digitalen Predigten Christina Bruderecks, Essays und Gebete umfasst.

Die Autorin dieser bunten Mischung aus 180 Texten ganz unterschiedlicher Länge bezeichnet sich selbst als „Theo-Poetin“, weil sie sowohl Theologie als auch Poesie liebt und miteinander verbindet. Gewidmet hat sie das handliche Buch „allen, die ihr Bestes geben, um Leben zu retten während der Covid-19-Pandemie“. Durch diese wurde sie angeregt, den neuen Band zu schreiben, weil sie durch die Pandemie erlebt hat, wie Menschen Hoffnung, Widerstandskraft und Lebensmut suchen. „Dieses Buch sucht die Trotzkraft. Es weiß um Verlust, Einsamkeit, Einschränkungen, Zeiten, die wir ‚Krisen‘ nennen…!“ „Aber, so heißt es weiter, „wir können versuchen zu trotzen. Uns für morgen entscheiden, uns an Verheißungen klammern, Widerstandskraft entwickeln und ein unbedingtes ‘Ja’ zum Leben sagen, auch dem Schlimmsten noch Gutes abgewinnen und dieses aus unheilvollen Zusammenhängen lösen“.

Wichtig ist es für die Autorin, dass Menschen des 21. Jahrhunderts um die Trotzkraft wissen, dass sie auf folgende Worte aus dem Römerbrief vertrauen: „Kann uns noch etwas von Christus und seiner Liebe trennen? Etwa Leiden, Not, Verfolgung, Hunger, Entbehrung, Gefahr oder Tod? Nein, mitten in all’ dem triumphieren wir mit Hilfe dessen, der uns seine Liebe erwiesen hat“. Zudem betont sie: „Wenn wir auf etwas hoffen, das wir noch nicht sehen können, so hilft uns widerständige Geduld“. Brudereck ermutigt dazu, das Positive zu sehen, Hoffnung und Toleranz nie aufzugeben. Auch solle man Dankbarkeit für alle Möglichkeiten der Verbundenheit mit anderen Menschen, für die Gemeinschaft empfinden – in einer Welt, in der viele einsam und allein sind.

Negatives hinter sich lassen

Die Liebe bezeichnet Christina Brudereck als „Sprache, die alle verstehen“ und die man deshalb der „Pandemie des Hasses“ entgegensetzen sollte. Deshalb ruft sie dazu auf, „menschlich zu sein“. Sie selbst hat oft erlebt, dass Beten ihr Kraft gibt. Kirche ist für sie ein Ort, an dem man spüren kann, dass man nicht allein ist. In einem protestantischen Pfarrhaus in Schalksmühle aufgewachsen zu sein, empfindet sie als „reiches Erbe“. Sie gibt Gott den Namen „der an mich glaubt“, dankt ihm für die Kraft, die er ihr schenkt und dafür, dass er sie nicht allein lässt. Dass man Negatives hinter sich lassen und seinem Leben eine ganz neue Richtung geben kann, wenn man sich zur radikalen Liebe Gottes hingezogen fühlt, verdeutlicht Christina Brudereck mit verschiedenen Beispielen. So machte die Schauspielerin Doris Day eine völlige Wandlung durch, als sie überzeugte Christin wurde: Sie gründete ein Haus der Gastfreundschaft und eine Suppenküche.

Zusätzlich zur Trotzkraft wünscht die Autorin sich Gütekraft, Mitgefühl, Geduld, Nachsicht und vor allem Friedfertigkeit. Mit ihrer Fürbitte für alle Toten, die an Corona, starben, die verhungerten oder sich aus Verzweiflung das Leben nahmen, verbindet sie den Aufruf, sich Menschenrechtsverletzungen, Rassismus, Einsamkeit und Gleichgültigkeit zu widersetzen. Sie erklärt, dass es für die Toten einen ewigen Ort gebe, an dem sie geborgen seien. „Jeder Lebensfaden, der abgeschnitten wurde, bleibt eingewachsen in den großen Teppich des Lebens…. In Gottes Herz sind alle Lebensgeschichten bewahrt“. Viele Bibelworte sind für sie „Schätze“, „Errungenschaften“, die „vom Leben singen, wie es einmal werden wird“. Das Wort „Kraft“ geht bei ihr eine enge Verbindung mit „Trostkraft“, „Gütekraft“ und „Gotteskraft“ ein, und der lebendige Jesus Christus als „Zeichen für Trost und Trotz „kann Menschen zum Aufatmen bringen.“

Rituale sind für Christina Brudereck wichtig, weil sie Menschen miteinander verbinden, weil sie trösten, ihnen Halt und dem Alltag Struktur geben können. Da auch in „Plagezeiten“ Wunder geschehen können, sollte man entdecken, dass es „auch mitten in Katastrophen gelungenes Leben geben kann“. Oft beginnt Mut mit dem Willen, etwas zu ändern, und Zorn kann unter anderem aus dem Hunger nach Gerechtigkeit entstehen.

Laut Christina Brudereck sollten Christen folgende Wünsche an sich selbst realisieren: Sie sollten ihre Ängste, Schwächen und Stärken mit anderen teilen, ihre Gefühle, und ihre Energie bejahen, andere und sich selbst lieben, tolerant sein, weniger urteilen und neugierig bleiben. Sich selbst hat sie das Versprechen gegeben, „immer wieder Menschen und Orte aufzuspüren, die Vertrauen, Hoffnung und Liebe in ihr bestärken“.

Informationen zum Buch

Christina Brudereck: „Trotzkraft“; 2Flügel-Verlag 2021; Leineneinband, Hardcover, 304 Seiten in Farbe; Taschenformat (9 x 15 cm); 22 Euro. Erhältlich im Buchhandel und bei allen gängigen Online-Anbietern.

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