Heimat- und Geschichtsverein recherchiert regelmäßig in alten Schriften

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Alte Zeit: Das Foto zeigt das urige Bauerhaus Wippekühl vor der Restauration. Das Bild gehört zum umfangreichen Fundus des Schalksmühler Heimat- und Geschichtsvereins.

Schalksmühle - Seit 1980 sammelt der Schalksmühler Heimat- und Geschichtsverein unter anderem alte Zeitungsartikel. Ihren umfangreiche Fundus wollen die Mitglieder nun durchforsten und in regelmäßigen Abständen aus der alten Zeit der Gemeinde berichten

Richtig intensive Archivarbeit betreibe man erst seit gut 15 Jahren, erklärt Hans Spenner, 2. Vorsitzender des Vereins. In dem Archiv an der Volmestraße 30 (Feuerwehrgerätehaus) befinden sich Zeitungsseiten des Allgemeinen Anzeigers und der Rundschau, die den Heimatfreunden von der Gemeindeverwaltung gestellt werden. 

Seit einiger Zeit habe man sich die moderne Technik zur Hilfe genommen. „Wir haben einen sogenannten Index am PC eingerichtet. Damit können wir schneller sehen, wo was zu finden ist. Das Nachschlagen wird so einfacher und erleichtert die Arbeit ungemein.“ Früher habe man alles noch auf Papier notiert. Nun habe man dank des Computers eine praktischere Lösung. 

Ereignisse der letzten Jahrzehnte

Quasi als Neuauflage möchten die Heimatexperten in Zukunft in lockeren Abständen auf das Vergangene zurückblicken und über die Ereignisse vor 25, 50 oder 100 Jahren berichten. „Mir ist bei meinen Recherchen aufgefallen, dass man das wieder machen könnte. Da muss man doch etwas aus dem Material herausziehen.“ Deshalb setzen sich die Vereinsaktiven nun hin und recherchieren in ihrem Archiv. 

Langeweile kommt bei den Geschichtsfreunden definitiv nicht auf, das kann Hans Spenner bestätigten. Regelmäßig kommen Bürger auf ihn und seine Mitstreiter zu, um ihnen alte Fotobücher, Dokumente oder andere Schriften – meist aus einem Erbe – zu überlassen. Das findet der Vereinsvorsitzende Hans Spenner toll. „Wenn man alles wegwirft, dann kann man die Geschichte nicht mehr nachvollziehen.“

Vor 25 Jahren in Schalksmühle

Beginnen wollen die Geschichtsexperten mit 1993 – Schalksmühle vor 25 Jahren. „Gerade in unserer schnelllebigen Zeit vergisst man, was vor einiger Zeit alles passiert ist“, erklärt Hans Spenner. „Wer erinnert sich an die Einführung neuer, fünfstelliger Postleitzahlen? Oder an den Ratsbeschluss, das Bauernhaus Wippekühl zu renovieren – all das war 1993.“

- 3. Januar 1993: Der Verein Tschermobyl-Hilfe kauft für 50 000 DM einen Kleinbus, belädt ihn mit fünf Tonnen Hilfsgüter (Kleidung und Medikamente) und bringt alles als Geschenk nach Gomel. Der Bus bringt seitdem strahlengeschädigte Kinder aus der Region um Tschernobyl zur Erholung in westeuropäische Länder.

- 10. Januar: Neujahrsempfang der Gemeinde. Bürgermeisterin Heide Bachmann sprach unter anderem das Thema Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit an. „In einer Gemeinde, in der humanitäre Hilfeleistungen groß geschrieben werden, haben Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit keine Lobby.“ Gastredner war Friedrich Merz, Mitglied des europäischen Parlaments und sprach zum Thema „Europa 93 – Chance oder Irrweg?“ Diese Themen seien auch heute, nach 25 Jahren, noch aktuell, sagt Spenner.

- 13. Januar: Bewaffneter Raubüberfall: Ein Unbekannter überfällt in den Abendstunden eine Tankstelle an der Volmestrasse und zwingt die junge Angestellte mit vorgehaltener Pistole zur Herausgabe des Kasseninhaltes. Die Beute betrug 750 DM. J 29. Januar: Durch etwa 800 Überschneidungen, die sich durch die Wiedervereinigung ergeben hatten, war es zu erheblichen Verzögerungen und Fehlleitungen gekommen. Bürger in Schalksmühle erhielten deshalb als Hausadresse die neue Postleitzahl 58579, gültig ab 1. Juli 1993.

- 18. Februar: Hans Lau, Reinhard Rutenbeck, Wilhelm Oppermann, Wolfgang Schurnau wurden mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

- 20. Februar: 100-jähriges Bestehen der evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle. Über 400 Besucher fanden sich zum Festgottesdienst in der Sporthalle Löh ein. Unter dem Motto „Gott lädt uns ein zu seinem Fest“ wurde als Auftakt zum Gemeindefest, das sich über den ganzen Tag in der Sporthalle und im angrenzenden Pädagogischen Zentrum hinzog, ein fröhlicher Gottesdienstgefeiert.

- 1. März: „Reizthema“: Restaurierung des Bauernhauses Wippekühl. Gegen die Stimmen der CDU stimmt der Hauptausschuss für die Restaurierung des Bauernhauses Wippekühl.

- 15. März: Auch in der Ratssitzung stand die Frage der Restaurierung des Bauernhauses Wippekühl ganz oben auf der Tagesordnung. In den Wochen und Monaten war darüber sehr heftig und kontrovers debattiert worden. Schließlich stimmte der Rat mit 18 Ja-, zwölf Neinstimmen und zwei Enthaltungen für die Restaurierung. Für 700 000 DM wurde ein Museum und eine Kulturstätte errichtet. 480 000 zahlte das Land, der Rest sollte über Spenden finanziert werden. Hans Spenner: „Welch ein Glück, dass damals so entschieden wurde. Man kann sich ja unsere Gemeinde ohne das Bauernhaus nicht vorstellen.“

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