Gewerbegebiet: In Heedfeld stinkt es den Anwohnern gewaltig

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Gelten laut dem Märkischen Kreis als Verursacher des Geruchs aus dem interkommunalen Gewerbegebiet Heedfeld Süd: Vogler (Nanogate) und Eibach Oberflächentechnik (EOT).

Heedfeld - Es stinkt weiterhin in Heedfeld. Bereits 2017 hatten sich Anwohner aus der Umgebung des interkommunalen Gewerbegebiets Heedfeld-Süd über Gerüche beschwert. Zwar ist der Märkische Kreis aktiv geworden. Doch die auferlegten Maßnahmen reichen den Beschwerdeführern nicht aus.

Gravierendere Schritt könnten die Folge sein. Ein Anwohner (Name der Redaktion bekannt) denkt darüber nach – weil er keinen Fortschritt sieht – eine Schadensersatzklage beim Verwaltungsgericht oder eine Dienstaufsichtsbeschwerde bei der Bezirksregierung in Arnsberg einzureichen. 

Zum Hintergrund: Nach Auskunft der Kreisverwaltung ist die Firma Eibach Oberflächentechnik GmbH (EOT) Hauptverursacher der Belästigung. Bis Ende September wurde dem Unternehmen eine Frist gesetzt, die Quelle zu beseitigen. Auf Anfrage unserer Zeitung heißt es vonseiten der EOT: „Für Industrieunternehmen, so auch für uns, ist es unumgänglich, permanent seine Prozesse zu prüfen, zu optimieren und gegebenenfalls zu erneuern.“ Doch nicht nur Eibach, auch das benachbarte Unternehmen Vogler (Nanogate) ist mitverantwortlich für die Geruchsbelästigung. Die damals vom Kreis auferlegten Auflagen habe die Firma Eibach auch befolgt. „Wir stehen im ständigen Kontakt zu dem Unternehmen. Die vorgegebenen Maßnahmen hat man dort auch umgesetzt. So wurden Abdeckungen installiert und Maschinen komplett abgekapselt“, heißt es dazu vom Kreis. 

Gutachter soll Firma unter die Lupe nehmen

Die Gerüche entstehen zum einen bei der Produktion, zum anderen aber auch beim Transport der veredelten Produkte auf dem Werksgelände an der Golsberger Straße. Das Unternehmen soll auch an diesem Problem arbeiten. Bis Ende November stellte der Kreis eine Nachfrist und im Dezember sollte ein von der Verwaltung bestellter Gutachter den Betrieb unter die Lupe nehmen. Auch bei Vogler wurden über Lüftungen Gerüche abgelassen. Auch dort hat man Auflagen vom Kreis erhalten, die Ursache zu bekämpfen – und diese auch umgesetzt. 

Auskünfte, ob ein vom Kreis Beauftragter bereits bei Eibach war und zu welchen möglichen Ergebnissen er gekommen ist, dazu wollte die Firma EOT gegenüber unserer Zeitung nichts sagen. „Wir hoffen auf Verständnis, dass wir interne Vorgänge nicht nach außen geben möchten“, lautet die Antwort des Unternehmens. 

An der Situation hat sich nichts geändert 

„Von einem Gutachten des Kreises habe ich noch nichts gehört“, erklärt hingegen der Anwohner. An der Situation habe sich grundsätzlich nichts geändert. Zwar stehe derzeit der Wind günstiger, so dass weniger Gerüche Richtung Süd-Westen getrieben werden. Aber sonst und vor allem im Sommer sei es „die Hölle“. 

Gerade in den Abend- und Nachtstunden hat er festgestellt, dass auf dem Dach von EOT ein Lüfter laufe. Dann stinke es penetrant – auch in rund 1100 Metern Luftlinie vom Betrieb entfernt. Beschwert hat sich der Anwohner direkt bei den betroffenen Betrieben nie. 

„Kreis arbeitet nicht ordnungsgemäß“ 

Das bedauere man sehr, heißt es von EOT. Man hätte gerne das Gespräch mit den Beschwerdeführern gesucht. Das gesamte Verfahren zieht sich für den Anwohner aber auch so unnötig in die Länge. „Ich habe den Verdacht, dass beim Kreis nicht ordnungsgemäß gearbeitet wird. Die Frage ist, was aus dem letzten geplanten Gutachten geworden ist. Ich habe das Gefühl, dass hier etwas zum Einschlafen gebracht werden soll und das man sich auf dem ,Remmel-Bonus´ ausruht“, sagt der betroffenen Anwohner. Gemeint ist das Lob, das der ehemaligen Umwelt- und Verbraucherschutz-Ministers Johannes Remmel zur guten Situation in der Wirtschaft in der Region aussprach.

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