Corona-Schutzimpfung

Schalksmühler Ärztin macht sich stark fürs Impfen vor Ort

Corona, Seniorenpark, Praxis Lehmkühler
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Das mobile Impfteam der Hausarztpraxis Lehmkühler, Jacqueline Sander, Yvonne Andrießen (von links) und Margret Lehmkühler (vorne), wurde im Seniorenpark Reeswinkel durch viele helfende Hände wie von Schwester Claudia Wiedenhorn (rechts) unterstützt.

In der Gemeinde Schalksmühle bekommen vor allem die Bewohner der beiden Senioreneinrichtungen ihre zweite Schutzspritze. Am Montag und am Mittwoch war das Team der Hausarztpraxis Lehmkühler wieder im Seniorenpark Reeswinkel zu Gast und versorgte dort rund 76 ältere Menschen und fast alle Mitarbeiter.

Schalksmühle - Heimleiter Steffen Mischnick spricht von einer Impfquote unter seinen Kollegen von 85 Prozent. Dies sei ein sehr guter Wert. Hauptsächlich hätten bei den Restlichen medizinische Gründe gegen eine Injektion des Mittels gesprochen.

Mit dem Ablauf der zwei Impfrunden zeigt sich Steffen Mischnick sehr zufrieden. Es habe alles gut geklappt. Bis auf leichte Nebenwirkungen – ähnlich wie Grippesymptome – habe es keine Beschwerden nach der ersten Impfrunde gegeben. Auch beim zweiten Impftag seien, da nun eine größere Anzahl an Impfdosen aus einer Ampulle gezogen werden können, auch Externe in der Einrichtung versorgt worden. So erhielten Mitarbeiter der Schalksmühler Arztpraxen, des Ordnungsamtes und die Ergotherapeuten, die das Haus besuchen, ihren kompletten Impfschutz.

Viele helfende Hände vor Ort

Auch die Medizinerin Margret Lehmkühler, die zahlreiche Patienten im Seniorenpark hat und deshalb quasi automatisch als verantwortliche Ärztin für die Impfungen angesprochen wurde, zeigte sich mit den Impftagen zufrieden. „Die Termine verliefen sehr gut, auch wenn es für uns eine ganz neue Situation war. Der organisatorische Aufwand ist schon riesig.“ Die Corona-Impfungen seien für ihr Team ein unbekanntes Terrain gewesen. Doch wegen der vielen helfenden Hände, auch in den Pflegeeinrichtungen, ist sie davon überzeugt, die Herausforderung „ziemlich gut“ gemeistert zu haben.

Wegen des zweiten Impftermins mussten am Montag und Mittwoch viele Kräfte in der Einrichtung gebunden werden. Das Haus war deshalb für Besucher geschlossen.

Mit der gesammelten Erfahrung ist sich Margret Lehmkühler sicher, auch bei möglichen Impfungen in den Hausarztpraxen einen guten Beitrag gegen die Pandemie leisten zu können. Sie möchte sich dafür stark machen, dass sie und ihre Kollegen möglichst bald auch vor Ort impfen können. „Wir leben in Schalksmühle in einer ländlichen Region. Aber viele hochbetagte Menschen müssen ins Impfzentrum nach Lüdenscheid gefahren werden. Gerade mit Blick auf die Wohnanlagen im Ortskern, wo viele ältere Menschen betreut leben, ist das ein riesiger Aufwand.“ Die Allgemeinmedizinerin plädiert deshalb für dezentrale Lösungen. „Ich rechne fest damit, dass ein Impfstoff – welcher auch immer es am Ende sein wird – in die Praxen kommt.“ Dann könne auch jüngeren Menschen, die unter schweren Erkrankungen leiden, geholfen werden. Eine richtige Priorisierung sei wichtig.

Kostenloses Impf-Shuttle

Wann es dazu kommt, dass das Impfen vor Ort möglich ist, ist fraglich. Deshalb bleibt älteren Menschen, die nicht mehr mobil sind, nur die Möglichkeit, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie können, wenn sie einen Impftermin unter der Hotline 116 117 der Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) vereinbart haben, das kostenlose Angebot der Familie Mischnick, die den Seniorenpark betreibt, nutzen. Die Familie betont, dass das Shuttle zum Impfzentrum für Schalksmühler, von Dahlerbrück über den Ortskern bis Heedfeld, gedacht ist. Interessierte können sich zwischen 10.30 und 12 Uhr unter Tel. 0 23 55/5 01 60 melden.

Kritik an der Impfpraxis der Bundesregierung möchte Margret Lehmkühler nicht üben. „Hinterher kann jeder meckern. Ich möchte Herrn Spahn und andere Entscheider nicht kritisieren. Das muss man erst einmal aufziehen. Dafür, dass das so eine riesige Sache ist, läuft es gut.“ Auch die Pharmaunternehmen möchte die Ärztin nicht ins Visier nehmen: „Was will man erwarten, wenn eine neue Firma auf einmal mehrere Millionen Ampullen liefern muss.“

3020 Impfdosen sind laut Kreisverwaltung für die erste Februarwoche bestellt. Dann ist auch das Seniorenhaus Muhle mit dabei. Auch dort wird das Team Lehmkühler die zweiten Impfungen durchführen und damit eine Sache abschließen, die Margret Lehmkühler von der ersten Minute an beeindruckt hat. „Ich bin eine große Impffreundin. Ich kann verstehen, wenn Menschen Bedenken haben, weil sie sich nicht auskennen. Deshalb heißt es aufklären und noch einmal aufklären. Nur wer sich mit einer Sache auskennt, der hat auch weniger Angst vor ihr.

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