Insgesamt acht Wochen geschlossen

Wiedereröffnung des Jugendzentrums Schalksmühle

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Ihr neuer „bester Freund“: Die Flasche mit dem Desinfektionsmittel hat Jugendzentrums-Leiterin Kerstin Busse stets parat.

Schalksmühle – „Der erste Tag war recht ruhig. Aber das habe ich auch nicht anders erwartet. Es muss sich erst einmal herumsprechen, dass wir wieder geöffnet haben“, sagt Kerstin Busse, Leiterin des Jugendzentrums (Juz) am Wansbeckplatz. Am Montag waren die Türen des Juz zum ersten Mal seit dem 16. März wieder für die Kinder und Jugendlichen geöffnet.

Ab der kommenden Woche (2. Juni) dürfen auch die Kinder unter 10 Jahren wieder vorbeischauen, für die ein Extra-Programm konzipiert wurde. In Zeiten der Corona-Krise hat sich aufgrund der Hygiene- und Abstandsregeln auch im Jugendzentrum einiges getan. Das Gebäude darf nur von der Eingangsseite betreten und der Rückseite verlassen werden. Die Kinder müssen sich in eine Namensliste eintragen. Zuvor klingeln sie, damit die Leiterin auch überprüfen kann, ob sich jeder beim Eintritt die Hände desinfiziert und in die Namensliste einträgt. Für jedes einzelne Kind ist ein Kugelschreiber vorgesehen, der danach ins Glas mit der Aufschrift „benutzte Stifte“ kommt. 

Hygienekonzept konsequent durchziehen

„Wir müssen das Konzept konsequent durchziehen. Auch beim Kicker spielen wird der Ball und der ganze Tisch nach jedem Spiel desinfiziert. Aber die Kinder haben bereits voll mitgezogen. Deswegen ist das Desinfektionsmittel auch mein neuer ‘bester Freund‘. Man muss erst einmal den Hebel im Kopf umlegen, um immer daran zu denken.“ Besonders erfreut zeigte sich die Leiterin über die Tatsache, dass die Kinder nicht den Weg in das Zimmer mit der Konsole suchten, sondern gemeinsam – und auf Abstand – Gesellschaftsspiele wie Tabu spielten. „Sie sind sehr froh darüber, wieder soziale Kontakte zu haben. Wir haben zwar auch in der Zwischenzeit via sozialer Medien den Kontakt gehalten und konnten dadurch auch einiges auffangen, aber die direkten Begegnungen sind nicht zu ersetzen“, sagt Busse.

Gerade für Kinder seien die vergangen Wochen mit den vielen Reglementierungen und Verboten schwierig gewesen. „Als Erwachsener fällt es einem leichter, die Situation wirklich zu greifen und einzuordnen. Für Kinder ist es um einiges schwieriger. Sie haben ja den Drang, sich zu bewegen und ihre Freunde und Bekannten zu treffen.“

Zusammengestellte Spielpakete

Für die kleineren Juz-Besucher wurden deswegen in den vergangenen Wochen auch Spielpakete zusammengestellt, die sich die Eltern und Kinder im Eiscafé Valentina abholen konnten, unter anderem mit Umschlägen für Ausmalbilder oder Steine mit Pinseln. „Das Angebot kam sowohl bei den Eltern als auch den Kindern sehr gut an. Für uns war das auch schön, daran haben wir gesehen, dass wir die richtige Idee hatten. Wir wollten damit auch zeigen, dass wir weiter für die Kinder da sind.“ Und auch im Jugendzentrum selbst war das Team um Kerstin Busse, den drei Minijobbern und dem Bufdi nicht untätig. „Wir haben die Zeit genutzt, um aufzuräumen und die Vorbereitungen für das Hygienekonzept zu treffen. Zudem haben wir unseren Schuppen auf Vordermann gebracht. So geordnet wie derzeit sah es dort noch nie aus“, sieht die Leiterin auch positive Dinge in der schwierigen Zeit. 

„Viel ungewohnter war es für mich, dass der Lärmpegel nicht vorhanden war. Ich habe die Lautstärke wirklich vermisst.“ Die wöchentlichen Kochkurse sind vorerst nicht durchführbar. „Wenn wir in der Küche kochen, könnten wir die Abstandsregelung gar nicht einhalten. Zudem müssten alle Materialien nach jeder Nutzung desinfiziert werden. Der Aufwand wäre zu groß.“ Auch der Bolzplatzkäfig bleibt geschlossen. „Die Kinder würden am liebsten sofort reinstürmen, aber das ist natürlich nicht möglich.“ Der Ball rollt zwar noch nicht, aber immerhin ist wieder Leben im Juz.

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