UWG beantragt klimabewusste Gemeinde

UWG fordert mehr Umweltschutz - Idee der klimabewussten Gemeinde

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Schalksmühle - Um das Klimabewusstsein der Bürger zu stärken und die Akzeptanz für weitere Klimaschutzmaßnahmen zu erhöhen, fordert die UWG Schalksmühle in einem Antrag, dass sich die Gemeinde ein entsprechendes Siegel gibt.

Den Begriff „Klimanotstand“, mit dem sich bereits andere Kommunen in Sachen Klimaschutz positioniert haben, vermeidet die Partei allerdings. Klimabewusstes Planen und Handeln sollte umfassender betrachtet und mehr noch als bisher in das Bewusstsein von Bürgern, Geschäfts- und Gewerbetreibenden, Politik und Verwaltung gerückt werden, heißt es in einer Mitteilung der UWG. Klima- und Umweltschutz bedeute mehr als nur die Verringerung oder Vermeidung von CO2. 

Weitere Handlungsfelder ergäben sich bei der Vermeidung von Plastikmüll, der massenhaften Vernichtung von Lebensmitteln oder der sinnvollen Nutzung alternativer Energieträger. Auch eigene Gewohnheiten und Handlungen sollten dabei überdacht und geändert werden. 

UWG verzichtet auf das Wort "Klimanotstand"

Zahlreiche Städte und Gemeinden hätten deswegen bereits für sich den „Klimanotstand“ ausgerufen oder einen Beschluss dazu auf ihrer Tagesordnung, erklärt Klaus Nelius, Vorsitzender der UWG-Ratsfraktion. Bei ihrem eigenen Antrag für den Gemeinderat verzichtet die UWG allerdings bewusst auf die Formulierung „Klimanotstand“. 

„Für die UWG als unabhängige Gemeinschaft, die sich im Kern als Bürgerbewegung versteht, ist dieser Begriff einerseits zu ideologisch besetzt, andererseits aber im Wortteil ,Notstand’ vor allem zu negativ belegt“, begründet Nelius. Dieser möge im großen Maßstab zwar durchaus seine Berechtigung haben, etwa um Regierungen aufzurütteln und zum zügigeren und aktiveren Handeln zu bewegen. „Wer sich als Bewohner in unserer Gegend umschaut, dem wird aber dieser ,Notstand’ nicht unbedingt vor Augen geführt.“

Selbstverpflichtung von Politik und Verwaltung

Im Sinne einer breiten Akzeptanz solle sich die Gemeinde stattdessen zur „klimabewussten Gemeinde“ erklären, was dann auch eine Selbstverpflichtung von Politik und Verwaltung darstelle. „Das bedeutet, dass künftig bei allen Entscheidungen die Auswirkungen auf das Klima zu beachten und durch geeignete Maßnahmen und gegebenenfalls Investitionen zu minimieren sind“, heißt es in dem Antrag. 

Das bedeute auch, dass das Bewusstsein für umweltfreundliches Handeln gestärkt wird und zum Beispiel Maßnahmen zur Verringerung von Emissionen, Reduzierung des Fremdstromverbrauchs, Vermeidung von Plastikabfällen, Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer überlegt und umgesetzt würden. 

Der Antrag gibt darüber hinaus für die Gemeinde das Ziel aus, bis spätestens zum Jahr 2030 klimaneutral zu agieren. Dabei führt die UWG mehrere Maßnahmen auf, die aus ihrer Sicht sofort diskutiert werden könnten: 

  • Durch den intensiven Einsatz von Fotovoltaik auf dem Rathausdach sollten die hohen Fremdstromverbräuche verringert werden.
  • Ladestationen für E-Autos sollten – in Verbindung mit Fotovoltaik auf dem Dach – schnell in der Tiefgarage installiert werden, um Mitarbeitern und Gästen die Nutzung der Elektromobilität zu erleichtern.
  • Außerdem könne man prüfen, ob und in welchem Umfang die nicht denkmalgeschützte Dachfläche der Grundschule
  • Spormecke im Rahmen des geplanten Dachgeschossausbaus für eine Nutzung von Fotovoltaik geeignet ist oder ertüchtigt werden kann.
  • Schrittweise sollten Dienstfahrzeuge der Gemeinde, die vor allem auf Kurzstrecken zum Einsatz kommen, auf emissionsfreie Antriebsarten umgerüstet werden. 
  • Ebenso sollten Maßnahmen überlegt und umgesetzt werden, um Plastikabfälle im täglichen Betrieb in allen kommunalen Einrichtungen zu vermeiden. „Diese Anregungen sollen nur ein Anfang sein“, schreibt die UWG in ihrem Antrag.

Maßnahmen zum Klimaschutz werden unterstützt

Alle Bürger, Gruppen, Vereine und religiöse Gemeinschaften seien aufgefordert, sich aktiv mit Ideen und Umsetzungen in diesen Prozess einzubringen. Zum Inhalt des konkreten Antrags wollte sich Bürgermeister Jörg Schönenberg vor der Diskussion im Rat nicht äußern, unterstützt aber allgemein weitere Maßnahmen zum Klimaschutz. „Letztlich muss unser ganzes Agieren unter dieser Prämisse stehen“, sagt Schönenberg.

 Den Herausforderungen durch den Klimawandel müsse man sich als Gemeinde stellen und alles tun, was vor Ort getan werden könne. „Als Kommune muss man das aktiv vorleben.“ Auch jeder einzelne Bürger könne im Rahmen seiner Möglichkeiten viele kleine Beiträge dazu leisten.

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