Erste öffentliche E-Ladesäule am Schalksmühler Schnurrenplatz

„E-Ladesäulen als Stellschraube“

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Elektro-Fahrzeuge können seit November 2019 an der Worthstraße „betankt“ werden.

Schalksmühle - In vielen Bereichen des gemeindlichen Handelns spielen derzeit der Klimawandel und die zukünftige Verkehrsentwicklung eine Rolle. Ein Teilaspekt ist dabei die E-Mobilität. Wir haben den Weg der ersten öffentlichen E-Ladesäule am Schnurrenplatz von der Planung bis zur Fertigstellung verfolgt.

Rund ein Jahr brauchte es, bis die Anlage in der Gemeinde neben dem WC-Häuschen auf dem Parkplatz für das Laden von Elektroautos zur Verfügung stand. Im Gespräch mit unserer Zeitung zeichnet Andreas Köster, Pressesprecher des zuständigen Energie-Unternehmens Enervie, exemplarisch für die Säule einen Zeitplan auf. 

Er weist daraufhin, dass andere vergleichbare Projekte jeweils einer individuellen Planung und Errichtung projektspezifischer Prüfungen unterliegen, sodass sich immer Abweichungen ergeben können. Der konkrete Ablauf der Maßnahme „Elektro-Ladesäule Schalksmühle“: 

März 2018: Es finden die ersten Gespräche bezüglich einer Ladestation in Schalksmühle statt. Im Jahresverlauf wird das Thema seitens Mark-E vor Ort mehrfach angesprochen und durch Präsentationen untermauert.  

Mai 2019: Das Bahnhofsumfeld wird als Standort festgelegt. Es folgen Gespräche zum Angebot und den entsprechenden Betriebsführungs- sowie den Gestattungsverträgen. 

24. Oktober 2019: Mark-E beauftragt das Projekt. Die Umsetzung soll innerhalb der Unternehmensgruppe durch Enervie Service GmbH/ESG erfolgen.  

28. bis 30. Oktober 2019: Im Tiefbauverfahren wird ein Netzanschluss hergestellt und die Versorgungsleitung gelegt. . 

31. Oktober 2019: Die Ladestation wird auf dem Schnurrenplatz, angrenzend zur Worthstraße, aufgebaut. 

1. bis 18. November 2019: Es erfolgen Tiefbauarbeiten am Parkplatz seitens der Kommune.  

19. November 2019: Die E-Ladesäule wird in Betrieb genommen. 

Andreas Köster teilt mit, dass es in diesem Fall keine Förderung seitens des Bundes beziehungsweise des Landes gab. „Die Kosten in Höhe eines niedrigen fünfstelligen Betrags hat Mark-E komplett übernommen.“ Mit dem zeitlichen Ablauf und der Entstehungszeit der Anlage zeigt sich Ralf Bechtel, Leiter des Technischen Bauamtes und bis zur Einstellung eines Klimaschutzbeauftragten auch Verantwortlicher für das Thema bei der Gemeinde, zufrieden. 

„Die Abwicklung erfolgte natürlich im Rahmen der Gesamtmaßnahme – und das war ja keine kleine Maßnahme. Dennoch denke ich, kann man für Einzelstandorte, sofern eine entsprechende Stromversorgung dort vorhanden ist, eine Umsetzung in der Zukunft auch wesentlich schneller erwarten.“ In diesen Zusammenhang lassen sich passende konkrete Maßnahmen, die in der Gemeinde stattfinden, anfügen. E-Mobilität spielt auch bei den weiteren Schritten zur Erstellung des Klimaschutz-Konzeptes der Gemeinde, bei dem mit einer Fertigstellung bis Ende Juni 2020 gerechnet wird, als auch bei der Entwicklung eines Verkehrsentwicklungsplans (VEP) für Schalksmühle eine große Rolle. 

Wie wichtig der Klimaschutz derzeit ist, spiegele sich etwa in vielen Anträgen der Ratsfraktionen oder auch in der Agenda des Bürgermeisters wider, so Ralf Bechtel. „Auch mir persönlich ist er sehr wichtig.“ Er sehe in E-Ladestationen eine große Stellschraube, mit der man Privatpersonen noch motivieren kann. Bei der Gebäudesanierung sei dies schwieriger. Der Gemeindemitarbeiter räumt aber auch ein, dass Ladesäulen für die E-Mobilität nur ein erster, aktuell gebotener Schritt in die richtige Richtung seien. „Es gibt viele Stimmen, denen ich durchaus zustimme, dass die aktuelle Form der E-Mobilität mit Batteriespeicher nur eine Brückentechnologie ist und vielleicht schon mittelfristig durch Brennstoffzellenfahrzeuge Konkurrenz bekommen wird. Vor allem in Bereichen, wo große Reichweiten erforderlich sind. Wir wissen alle noch nicht, was noch kommen wird.“

Doch wie konkret kann die nahe Zukunft in Schalksmühle in Sachen E-Mobilität aussehen? Können sich aus den Maßnahmen in der Gemeinde Veränderungen in der Infrastruktur ergeben? Der Fachbereichsleiter meint, dass dies im moderaten Rahmen sehr wahrscheinlich ist. „Ich bin kein Freund von Aktionismus. Wichtig ist daher, dass etwa Ladeinfrastruktur dort angeboten wird, wo auch potenzielle Abnehmer vorhanden sind. Dieses ist im Ortskern der Fall. Aber man muss auch die Bereiche mit vielen Mehrfamilienhäusern – zum Beispiel in Strücken und Mollsiepen – im Auge haben, wo vielfach keine Möglichkeit besteht, an der eigenen Immobile sein Auto zu laden.“ Um diesen Punkt zu beleuchten, werden VEP und Klimaschutzkonzept wichtige Anhaltspunkte liefern. „Sollten hier klare Empfehlungen getroffen werden, sehe ich durchaus auch breite politische Mehrheiten für diese Themen.“ Doch dahin müssen allerdings bestimmte Faktoren zusammenspielen, um eine erfolgreiche Umsetzung erzielen zu können – auch in finanzieller Hinsicht. „Förderung ist immer schön, wenn es sie gibt. Dann sollte diese auch unbedingt genutzt werden. Ich halte das Thema für zu wichtig, als immer nur auf externe Gelder zu warten“, betont Ralf Bechtel. 

Aber vor allem sei hier Bewusstseinsbildung gefragt. Jeder Bürger und vor allem auch die Gemeinde müsse sich selbst fragen, wie wichtig einem das Thema Klimaschutz ist und wie viel es einem auch wert sein sollte. „Letztendlich ist es nicht nur als eine Investition in eine lebenswerte Zukunft zu betrachten, sondern auch als eine Maßnahme zur Eindämmung von Auswirkungen von Fehlern der Vergangenheit, die auch jeder einzelne von uns begangen hat. Ich denke, wenn die Mehrheit dieses Bewusstsein erlangt hat, wird eine erfolgreiche, dem technischen Fortschritt angepasste Umsetzung nicht lange auf sich warten lassen.“

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