Reuss-Seifert: IG BCE kritisiert Entscheidung zur Verlagerung der Produktionsstandorte

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Noch wird bei Reuss-Seifert an der Klagebach gearbeitet, in einigen Monaten wird dies anders sein.

Schalksmühle - Für die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) ist die Verlagerung der insgesamt vier Produktionsstätten des Bauzulieferers Reuss-Seifert – davon zwei in Schalksmühle an der Klagebach sowie an der Glörstraße – nach Polen nicht nachvollziehbar. „Für mich ist dieser Schritt enttäuschend“, sagte Adi Siethoff, Bezirksleiter der IG BCE Dortmund-Hagen, am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung.

Der Finanzinvestor Aurelius, der die Unternehmensgruppe um Reuss-Seifert erst Anfang 2016 übernommen hatte, plant künftig nur noch mit einem zentralen Standort. Dieser wird im polnischen Now Sól liegen. „Dort läuft der Bau der Werkshallen“, sagte Siethoff.

Bis Anfang 2018 soll die Verlagerung der Produktionsstätten abgeschlossen sein, für die beiden Schalksmühler Standorte ist dieser Prozess bereits in der Umsetzung. „Nach meinem Kenntnisstand ist in Schalksmühle gegen Ende dieses Jahres Schluss“, sagte Siethoff. Dann werden rund 90 Mitarbeiter, die in der Volmegemeinde für Reuss-Seifert arbeiten, ihre Kündigung erhalten. Deutschlandweit sollen etwa 190 Arbeitsplätze wegfallen. „Ein Sozialplan ist fertig ausgearbeitet“, sagte Siethoff.

Die Gewerkschaft hatte gemeinsam mit den Betriebsräten des Unternehmens zuvor alles versucht, einen Umzug Richtung Osteuropa zu verhindern. „Wir hatten ein eigenes Ideenkonzept zur Kostensenkung erarbeitet“, berichtete Siethoff. Neben Gesprächsbereitschaft im Bereich der Lohnkosten sah dieses vor, das Unternehmen an einem Standort in Deutschland zu konzentrieren. „Das wäre ein ganz neuer Standort gewesen. Wo genau, wurde im Detail gar nicht mehr besprochen, weil dies für Aurelius keine Option war“, sagte Siethoff.

Der Finanzinvestor habe stets auf die deutlich geringeren Lohnkosten in Polen hingewiesen. „Aurelius hat unser Konzept für nicht tragbar erachtet, wir dagegen sehr wohl“, sagte Siethoff. Auch auf Anfrage unserer Zeitung hatte Aurelius die Entscheidung zur Standortverlagerung als „alternativlos“ bezeichnet. Die einzige andere Möglichkeit sei eine Liquidation des Unternehmens gewesen.

Aurelius rechtfertigt die Verlagerung der Produktionsstätten von Reuss-Seifert nach Polen auch mit einem Blick auf die Konkurrenz. Sämtliche Wettbewerber des Bauzulieferers hätten ihre Produktionsstätten bereits in Osteuropa.

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