Mit Gummistiefeln aufs edle Green

Golf-Kabarett der rustikalen Art lieferte am Donnerstag Andrea Wehner. Als Auguste begeisterte sie das Publikum.

Gelstern - Auguste spielt zwar Golf, ist aber ganz anders, als man sich eine Golfspielerin so vorstellt. Das fränkische Urgestein betritt nicht in feinen Sportklamotten, sondern im schludrigen Putzfrauenoutfit mit Gummistiefeln das Green, und die Fachkompetenz ihrer weitschweifigen Ausführungen über den „kleinen Ball“ und den „großen Spott“ lässt ebenfalls eher zu wünschen übrig.

Golf-Kabarett der rustikalen Art lieferte am Donnerstag Andrea Wehner, Schöpferin von Golfexpertin Auguste, in den Räumen des Golfclubs Gelstern. Präsident Harald Mähler konnte an diesem Abend rund 80 Personen im Fairway-Restaurant auf der Anlage begrüßen. „Spielen Sie schon Golf oder haben Sie noch Sex?“, wollte Auguste zu Beginn ihres Programms wissen. Sie selbst spielt nach eigenen Angaben noch nicht so lange Golf, hatte aber auch lange keinen Sex mehr.

An ihrem stark ausgeprägten, fränkischen Dialekt kann der mangelnde Kontakt zum männlichen Geschlecht wohl nicht liegen, denn der sorge dafür, dass bei ihren Auftritten an der Nordsee alle Zuschauer gleich dreimal in ihre Aufführungen strömen, bis sie alles verstanden haben, meint Auguste.

Auch bei ihrem ersten Auftritt im Sauerland gab es einige Verständigungsprobleme, die die selbst ernannte Golf-Expertin jedoch mit dem ihr eigenen Charme aus der Welt schaffte. So holte sie zum Beispiel kurzerhand Zuschauer Burkhard auf die Bühne und bandelte ungezwungen mit ihm an. Ansonsten stellte sich die robuste Dame zahlreichen wichtigen Fragen mit Golf-Hintergrund, zum Beispiel, wie eine Frau mit mehr „Holz vor der Hütte“ am besten den Schläger schwingen sollte.

Und woran, wollte Auguste wissen, erkennt man den Golfer auf der Herrentoilette? Natürlich daran, dass der den Interlocking-Griff auch beim Pinkeln anwendet. Trotz aller Liebe zum „großen Spott“ mit den kleinen Bällen kommt Auguste jedoch schließlich zu einem eher nüchternen Fazit: „Golf ist wie eine heimliche Geliebte – es kostet dich einen Batzen Geld und du kommst trotzdem nicht davon los.“

Neben ihrer Affinität zum Golf-Sport brachte Auguste an diesem Abend auch noch einige Talente mehr mit, die sie zeigen konnte. Zum Beispiel liegt ihr das Jonglieren mit zeitgleichem Mundharmonikaspiel im Blut, das sie im VHS (Verein hilfesuchender Singles) erlernte. Damit freilich die Dritten beim versehentlichen Aufprall eines Balles „nicht im Arsch Klavier spielen“, bat Auguste einen Gast um ein Taschentuch zur zwischenzeitlichen Aufbewahrung derselben.

Feinsinniger Humor war Augustes Sache nicht, doch die derben Zoten konnten das Publikum dennoch zum Lachen bringen. - bot

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