Glör-Zufahrt wird nicht saniert

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Im Zuge einer Instandsetzung wäre der schadhafte Straßenbelag der Zufahrt erneuert und die Fahrbahn eventuell auch verbreitert worden, um die Situation im Begegnungsverkehr zu verbessern.

Schalksmühle - Die etwa einen Kilometer lange Zufahrtsstraße zur Glörtalsperre wird in der nahen Zukunft wohl nicht instandgesetzt. Das ist die Folge des eingestellten Flurbereinigungsverfahrens Glörwald.

Seit einigen Jahren versucht die Freizeitgesellschaft Glörtalsperre bereits eine Sanierung zu erreichen, bisher ohne Erfolg, wie Geschäftsführer Ulrich Wehmann mitteilt: „Die Straße ist nicht mehr in einem Zustand, der der Qualität des Sees und des Freizeitbereichs entspricht. Die Herrichtung der Zufahrt war nun Bestandteil eines Flurbereinigungsverfahrens, das von der Bezirksregierung Arnsberg initiiert und eingeleitet wurde.“

Das Verfahren sah vor, Grundstücke an der Glör neu zu ordnen und Zuwege neu zu gestalten – dadurch sollten die Produktionsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft verbessert werden. In letzter Konsequenz sei das Verfahren gestoppt worden, da Eigentümer, hauptsächlich Waldbesitzer, Einspruch gegen das Verfahren eingelegt hatten. Sie befürchteten unter anderem, dass das Verfahren nicht die geplanten Vorteile für die Land- und Forstwirtschaft bringe, sondern nur dem Tourismus diene.

„Was da passiert ist, ist unverständlich. Die Mittel vom Land, der EU und unser Eigenanteil standen bereit, wir hätten mit der Instandsetzung loslegen können. Durch das gescheiterte Verfahren ist die Chance, diese Mittel im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens zu nutzen, endgültig vertan“, zeigt sich Wehmann verärgert über die Ereignisse.

Was passiert mit den Eigenmitteln?

Geplant war auch eine Aufweitung der Nadelöhrkurven kurz vor der Parkplatzanlage an der Glör.

Ziel der Freizeitgesellschaft Glörtalsperre sei es nun, die bereitgestellten Eigenmittel weiterhin für die Herrichtung der Straße verwenden zu können. Ob die Gesellschafter, also der Regionalverband Ruhr, Ennepe-Ruhr-Kreis, Märkischer Kreis, die Städte Hagen, Breckerfeld und Halver sowie die Gemeinde Schalksmühle, ihre Finanzmittel weiterhin zur Verfügung stellen, müsse noch beschlossen werden. „Ich gehe aber davon aus“, ist Wehmann zuversichtlich. Die Gesellschaft unterstütze in jedem Fall die Instandsetzung. Ob die Straße letztendlich saniert wird, liege allerdings in Zuständigkeit der Stadt Breckerfeld als Eigentümerin der Zufahrt.

„Konkret ist nichts mehr geplant. Wir müssen jetzt erst einmal darum kämpfen, dass die rund 250 000 Euro Eigenanteil weiter zur Verfügung stehen. Wenn das erreicht ist, können wir uns Gedanken machen, wofür das Geld reicht“, sagte André Dahlhaus, Bürgermeister der Stadt Breckerfeld, auf Anfrage unserer Zeitung. Auch er bedauere, dass der Freizeitgesellschaft die vielen Fördergelder durch das Scheitern des Verfahrens entgehen. Die Hoffnungen, die Mittel durch das Förderprogramm Regionale 2022/2025 zu erhalten, wurden kürzlich ebenfalls enttäuscht: Der Ennepe-Ruhr-Kreis, die Stadt Hagen und der Regionalverband Ruhr, Miteigentümer der Glörtalsperre, wurden bei der Vergabe nicht berücksichtigt. „Jetzt müssen wir die Augen offen halten, ob andere Förderprojekte in Frage kommen“, sagt der Breckerfelder Bürgermeister.

Neben der Instandsetzung der Asphaltdecke der Zufahrt, seien laut Dahlhaus auch Optimierungen geplant gewesen. Die Nadelöhrkurven am Haus Glörtal und die Parkplatzzufahren sollten entschärft und verbessert werden, eine Erweiterung der Zufahrtsstraße stand ebenfalls im Raum. Allein mit dem Eigenanteil der Gesellschaft seien diese Optimierungen nicht mehr möglich.

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