Revolutionärer Schwung am Wippekühl

Sängerin Mireya-Coba-Cantero ist gebürtige Kubanerin.

Schalksmühle -  Mit lateinamerikanischen Rhythmen, die niemanden kalt ließen, mischte das Cuba Vista Trio am Freitagabend das bestens gefüllte Bauernhaus Wippekühl auf.

Cuba Vista – wer dabei an den mittlerweile legendären Buena Vista Social Club und seine Musik in Havanna gedacht hatte, wurde nicht enttäuscht. Immerhin ist die Cuba-Vista-Sängerin Mireya Coba-Cantero gebürtige Kubanerin.

Perkussionist Felipe Rengifo Isturiz alias Felipe Mandingo hat als Venezolaner ebenfalls lateinamerikanisches Blut in den Adern und faszinierte immer wieder durch die mitreißenden rhythmischen Fundamente, die er für die Musik der Gruppe legte.

Dazu kam der deutsche Gitarrist Ingo Mützel, der sich verdammt gut in diese Musik eingearbeitet hatte und ebenfalls immer mal wieder den Gesang pflegte.

Das Programm, das dabei herauskam, war wunderbar undogmatisch. Neben vielen rhythmischen „Power“-Titeln umfasste es auch einige Balladen und Liebeslieder. Es war wohl eine Besucherin, die sich den Klassiker „Besame mucho“ gewünscht hatte, und Mireya Coba-Cantero trug den Wunsch mit Leidenschaft ins Programm. „Jetzt was Deutsches“ kündigte sie an und sang „Ich bin ich – das allein ist meine Schuld“.

Ebenfalls einem anderen Kulturkreis entsprang Bob Dylans/Jimi Hendrix’ „All Along the Watchtower“, das Ingo Mützel überzeugend vortrug. Revolutionärer Schwung kam mit dem Klassiker „Hasta siempre comandante“ ins Bauernhaus – jener Ode an den in die Ewigkeit eingegangenen Guerillero Che Guevara, die auch Wolf Biermann 1976 zu seinem legendären Konzert nach Köln mitgebracht hatte – in der deutschen Fassung.

Doch natürlich hatten die allermeisten Lieder beim Cuba-Vista-Abend im Bauernhaus spanische Texte: „Dimmi quando“, „Guantamera“ mit der obligaten Aufforderung zum Mitsingen, und die beiden wohl mitreißendsten Klassiker aus dem Buena Vista Social Club: „Chan Chan“ und „El Cuarto de Tula“.

Als Zugaben erklangen schließlich eine Stimmenimprovisation mithilfe der Mikrophone und „Jeans on!“ – eine Entscheidung, die dem, was Mireya Coba-Cantero zuvor vorgetragen hatte, doch eher zuwiderlief. Denn zu Beginn hatte sie das Publikum gefragt „Wo soll der nächste Urlaub hingehen?“ und die Besucher hatten pflichtschuldig geantwortet: „Nach Kuba!“ „Beeilen Sie sich!“, empfahl die Sängerin und äußerte Sorgen angesichts der Annäherung an den großen Nachbarn: „Wenn diese ganzen Amerikaner herumlaufen – das ist nicht mehr so schön!“

Von Thomas Krumm

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