Beziehung nach England

Partnerstadt: Corona und Brexit erschweren Kontakt nach England

Wansbeck Partnerstadt Schalksmühle
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Letzter Besuch in Wansbeck.

Corona, der Austritt aus der EU, der Abschied von Prinz Harry – viele negative Schlagzeilen erreichen uns von der britischen Insel. Ihre Auswirkungen reichen teilweise bis nach Schalksmühle.

Schalksmühle – Seit 1970 existiert eine freundschaftliche Beziehung zur nordenglischen Gemeinde Wansbeck. Bis 2009 war es eine offizielle Partnerstadt, die Kontakte werden auch jetzt noch durch die Schalksmühle-Wansbeck-Gesellschaft aufrecht erhalten. So gut es geht.

„Für letztes Jahr war wieder ein Besuch geplant. Alles war vorbereitet für die Ankunft der Engländer. Das mussten wir im Sommer dann aber wieder absagen“, erklärt der Vorsitzende der Gesellschaft, Karl-Heinz Eckern, die Corona-bedingte Stornierung des Besuchs. Lieber heute als morgen würden sich die Briten auf den Weg nach Schalksmühle machen. „Wir hoffen alle, dass es in diesem Jahr nachgeholt werden kann. Das steht aber noch nicht fest“, sagt Eckern und verweist auf die Pandemie-Situation im Königreich, die dort noch schlimmer sei als hier.

Reisepass wird wieder nötig

Doch nicht nur das Virus legt der Partnerschaft Steine in den Weg, auch der Brexit macht viele Dinge nicht leichter. „Das Reisen wird künftig schwieriger. Ab Oktober braucht man wieder einen Reisepass für England“, blickt der Vorsitzende nach vorne, merkt aber an, dass die gegenseitigen Besuche noch nie ganz unproblematisch gewesen sind. „So ganz einfach war es auch in der Vergangenheit nicht. Die Einreise nach England war schon immer ein langwieriges Verfahren. Ich musste auch immer als Gruppenleiter nach vorne und sagen, warum wir da sind und wo wir hinwollen. Einfaches Einreisen wie in anderen Ländern gab es in England nicht.“

Auch wenn solch offiziellen Besuche momentan überhaupt nicht stattfinden können, besteht zumindest sporadisch ein freundschaftlicher Kontakt per Telefon oder Whatsapp. „Meist geht es bei unseren Telefonaten um die Frage, ob alle gesund sind“, verrät der Schalksmühler. Gerade dieser persönliche Kontakt hat die freundschaftliche Verbindung nach Ende der offiziellen Partnerschaft am Leben gehalten. „Es gibt seitdem nur noch unsere Gesellschaft und die Wansbeck-Schalksmühle-Society in England. Alles wird zusammengehalten durch die privaten Freundschaften.“

Nachwuchssuche gestaltet sich schwierig

Die einzige Möglichkeit, Nachwuchs für die Gesellschaften zu finden, seien die gegenseitigen Besuche, die es momentan leider nicht gäbe, erklärt Karl-Heinz Eckern. „In England ist das Interesse, gerade der jungen Leute, an Deutschland nicht so groß wie das Interesse der Deutschen an England. Besonders wegen der Verbesserung der Sprachkenntnisse ist die Nachfrage hier in Deutschland größer. In England gibt es aber kaum jemanden, der Deutsch lernen will.“ Mit einigen wenigen Mitgliedern könne man sich auf Deutsch unterhalten.

Eine Hürde war diese Sprachbarriere bisher jedoch nicht, und auch die verschärften Einreisebedingungen können der Verbundenheit der beiden Gesellschaften nichts anhaben. Lediglich das Coronavirus belastet derzeit die Vereins- und Nachwuchsarbeit der Schalksmühle-Wansbeck-Gesellschaft. „Vielleicht können wir alles im Herbst nachholen“, sagt Eckern.

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