Bauzulieferer Reuss-Seifert zieht bis Anfang 2018 nach Polen um

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Die beiden Standorte des Unternehmens in Schalksmühle sollen nicht weiter betrieben werden, sagte eine Reuss-Seifert-Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. Dieses Foto zeigt den Standort an der Klagebach.

Schalksmühle - Nach dem Einstieg des Finanzinvestors Aurelius beim Bauzulieferer Reuss-Seifert mit Hauptsitz in Sprockhövel soll die Produktion des Unternehmens nach Polen verlagert werden. Die beiden Standorte in Schalksmühle an der Klagebach sowie an der Glörstraße sollen ebenfalls nicht weiter betrieben werden. Betroffen seien insgesamt 190 Mitarbeiter, teilte eine Aurelius-Sprecherin in München mit.

„Auch in Schalksmühle werden wir nicht bleiben“, sagte eine Reuss-Seifert-Sprecherin unserer Zeitung auf Anfrage, wollte sich ansonsten jedoch nicht weiter äußern.

Der Finanzinvestor Aurelius hatte das in die roten Zahlen gerutschte Unternehmen erst Anfang vergangenen Jahres übernommen.

Die geplante Verlagerung werde Anfang 2018 abgeschlossen sein, hieß es von Aurelius. In Deutschland sollen rund 20 Arbeitsplätze in Zentralfunktionen und im Vertrieb erhalten bleiben, sowie weitere 65 Stellen bei dem zur Gruppe gehörenden Unternehmen Hammerl aus Gemmrigheim (Baden-Württemberg).

„Diese Entscheidung war und ist wirtschaftlich für den Fortbestand des Unternehmens alternativlos“, hieß es in der Stellungnahme. Die Standorte seien „extrem veraltet, heruntergewirtschaftet und unterinvestiert“ gewesen.

Aurelius erst seit 2016 Eigner

Neben dem Standort an der Klagebach verfügt Reuss-Seifert auch über ein großes Gelände an der Glörstraße.

Aurelius hatte den Bauzulieferer erst Anfang 2016 vom vorherigen Eigner, dem irischen Baukonzern CRH, übernommen. Diesen macht der Finanzinvestor in einem Artikel der FAZ hauptverantwortlich für die wirtschaftlich schlechte Lage des Unternehmens. CRH habe nur unzureichend investiert, Reuss-Seifert vernachlässigt, ist dort zu lesen. Zitiert wird zudem aus einer Vereinbarung zwischen Reuss-Seifert und dem Betriebsrat. Aussage ist auch hier, der ehemalige Eigentümer, die CRH Gruppe, habe Investitionen in Maschinen und Gebäude – vor allem im Bereich Produktion – nahezu komplett eingestellt. Die Iren hätten mit dieser Unternehmenspolitik gehofft eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur zu erhalten. Für den Maschinenpark wird ein Durchschnittsalter von etwa 29 Jahren genannt.

Den Neuanfang des Sanierungsfalls Reuss-Seifert plant Aurelius in Polen durchzuführen. In Nowa Sól, einer rund 40 000-Einwohner-Stadt in Niederschlesien, gelegen an der Oder, soll die ganze Produktion an einem Standort zentralisiert werden. Ebenfalls Richtung Osteuropa umziehen sollen die Bereiche Personal, Logistik, Controlling und Einkauf. Laut FAZ-Artikel seien neben der künftig veränderten Lohnstruktur durch die „Vollverlagerung in ein Niedriglohnland“ zusätzliche Einsparungen von mehr als fünf Millionen Euro möglich.

Nach den jüngsten verfügbaren Zahlen im Bundesanzeiger aus dem Jahr 2014 erzielte Reuss-Seifert zuletzt einen Jahresumsatz von gut 39 Millionen Euro.

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