Reisebranche erholt sich nur langsam von den Folgen der Pandemie

Unsicherheit bei Reisenden - Tourismus erholt sich nur langsam von Pandemie

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Ralph Gustav Adolf vom Reiseland Schalksmühle hat in der Krisenzeit sein sonniges Gemüt nicht verloren.

Schalksmühle – Das Thema Reisen war in den vergangenen Monaten eines, das bei den meisten Menschen sicherlich nicht im Vordergrund stand. Durch die Corona-Krise wurde die Tourismusbranche nahezu vollständig lahm gelegt, viele Flughäfen sind bis heute nicht geöffnet und falls doch, dann werden vor Ort Corona-Kontrollen durchgeführt.

Auch Ralph Gustav Adolf vom Schalksmühler Reisebüro Reiseland hat in seinen 50 Berufsjahren eine derartige Krise nicht miterlebt. „Wir hatten schwere Wirtschafts- und Bankenkrisen sowie 9/11, aber die Corona-Zeit war auch für mich Neuland. Es wurde alles von 100 auf 0 zurückgefahren.“ Viele Telefonate musste Adolf in den vergangenen Wochen führen, zumeist waren Kunden am anderen Ende der Leitung, die fragten, ob sie ihre Reise antreten können. Auch er habe täglich neue Wasserstandsmeldungen erhalten und musste viele Reisen stornieren. Erst durch die vermehrten Lockerungen wurden in der Folge vereinzelt wieder Urlaube gebucht. 

Kreuzfahrten liegen größtenteils auf Eis

„Wir erholen uns langsam wieder, aber von rosa Zeiten sind wir noch entfernt. Es herrscht weiterhin eine große Unsicherheit. Neue Nachrichten wie der Fall Tönnies sind sicherlich nicht stimmungsfördernd.“ Ein weiterer Grund für die abwartende Haltung vieler Leute in Bezug auf das Thema Reisen sei die weltweite bis zum 30. August ausgerufene Reisewarnung. „Die Fernreisen nach Asien werden zurzeit verständlicherweise nicht gebucht. Das ist aber unser eigentliches Wintergeschäft.“

Auch die zu nahezu allen Jahreszeiten beliebten Kreuzfahrten sind derzeit nicht vollends durchführbar und werden von einigen Veranstaltern gestrichen. „Viele Häfen müssten angefahren werden, bei denen eine ungewisse Situation in Bezug auf Corona herrscht. Und sämtliche Fahrten umzurouten, ist natürlich nicht durchführbar.“

Anstieg bei heimischen Urlaubsgebieten

Zumindest die heimischen Urlaubsgebiete erfreuen sich in den vergangenen Wochen zunehmend größerer Beliebtheit. „Viele Leute fahren jetzt an die Nordsee. Allerdings wird sie das derzeitige Wetter wohl eher dazu animieren, im nächsten Jahr wieder Richtung Spanien zu fliegen. Aber derzeit bleibt ihnen ja fast nichts anderes übrig“, weiß der erfahrene Tourismusfachmann, der selbst seit Mitte März ohne Urlaubstag für seine Kunden vor Ort als Ansprechpartner dient und sich auf ein paar Tage Erholung freut. 

„Ich möchte selber auch ein paar Tage raus, um zumindest ein wenig abschalten zu können.“ Trotz der schwierigen Zeit macht Adolf seinen Job weiterhin gerne: „Ich möchte weiterhin Leute beraten, mit ihnen ins Gespräch kommen und gute Reisen empfehlen. Das hat mir vom ersten Arbeitstag an Spaß gemacht und deswegen mache ich den Beruf auch weiterhin gerne. Nach 50 Arbeitsjahren sagen das sicherlich nicht viele.“ Auch er selbst möchte in den kommenden Jahren noch mehr von der Welt sehen – bis dahin ist vorerst Geduld gefragt.

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