Schalksmühle gilt als "topographisch anspruchsvolles Gebiet"

Trotz Ausbauoffensive: Große Funklöcher in dieser "Berg- und Talgemeinde" im MK

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Der neue Funkmast der Deutschen Telekom am Mathagen soll in einem Radius von bis zu zehn Kilometern die Versorgung mit schnellem mobilen Internet sicherstellen. Aufgrund der Topografie profitieren aber nicht alle Schalksmühler in diesem Bereich von der neuen Anlage.

Schalksmühle - Laut Zahlen des NRW-Wirtschaftsministeriums sollen mittlerweile 92,6 Prozent der Landesfläche mit schnellem mobilen Internet, also mit LTE oder 4G, versorgt sein. Trotz der Bemühungen aller Beteiligten gibt es gerade in Südwestfalen weiterhin weiße Flecken – auch in Schalksmühle profitiert nicht jeder von der Ausbauoffensive der Netzbetreiber.

An dem Beispiel des Funkmastes am Mathagen, der Ende Juni dieses Jahres von der Deutschen Telekom AG in Betrieb genommen werden konnte, ist zu erkennen, dass es in der Gemeinde weiter Funklöcher gibt. 

Laut Auskunft des Unternehmens soll die Anlage, die auf einer 800 MHz-Frequenz ihre Signale versendet, einen Funk- beziehungsweise Versorgungsradius von bis zu zehn Kilometern haben und damit das Wohngebiet Am Mathagen und weite Teile des Ortskerns abdecken. 

Trotz der modernen Technik, die in dem neuen Funkmast verbaut wurde, können sich nicht alle Bürger über das begehrte schnellere Internet freuen. So erreichte unsere Redaktion eine E-Mail eines Anwohners aus dem Bereich Glörfeld – laut Google-Maps rund 3,2 Kilometer entfernt vom Funkmast. Dieser wundert sich, dass es in seinem Umfeld trotz der relativ geringen Luftlinie zu der Anlage zu keiner merklichen Verbesserung gekommen sei. 

Topografie spielt oft negative Rolle

Auf Nachfrage bei der Telekom hieß es, dass dieses Problem nicht an der Funktionsfähigkeit des Mastes liege. Dieser liefere wie gewünscht GSM, UMTS und LTE 800 für den vorgesehenen Hauptversorgungsbereich. 

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Aus der Technikabteilung der Telekom kam der Hinweis, dass man Schalksmühle als ein „topographisch anspruchsvolles Gebiet hinsichtlich einer Funkversorgung“ ansehe und „das Signal auch in relativ naher Entfernung zum Sender mal durch einen Hügel abgeschirmt sein“ könnte. Kundenbeschwerden aus dem Bereich liegen nicht vor. 

Die Konsequenz, die sich aus den Aussagen der Telekom ableiten lässt, ist, dass man bei Empfangsschwierigkeiten sein Wohnumfeld etwas genauer betrachten sollte.

Laut Angaben der Verwaltung weist das rund 38 Quadratkilometer große Gemeindegebiet Höhenunterschiede von bis zu 300 Meter auf. Der niedrigste Punkt der Gemeinde liegt mit 183 Metern im Bereich Pulvermühle / B54 und der höchste bei 502 Metern östlich von Sonnenscheid. 

Nicht umsonst bezeichnen viele Schalksmühle auch als Berg- und Tal-Gemeinde. Dessen Geländerelief ist vom Flusslauf der Volme, den Tälern des Hälver-, Klagebach- und Glörbaches sowie den Höhenzügen des Märkischen Sauerlandes geprägt. 

Die Bemühungen der Provider gehen mittlerweile auch neue Wege. So plant Vodafone an zwei Stellen nahe der A45 bei Lüdenscheid am Waldesrand im Süden Mobilfunkmasten zu errichten, die sogar den neuen 5G-Standard erfüllen sollen. Wer genau wissen möchte möchte, wie es um die individuelle Funkversorgung bei sich zuhause bestellt ist, dem bieten die Betreiber die Möglichkeit, sich im Internet schlau zu machen. 

Schlechter Empfang an Hälverstraße

Unter den Stichworten „Netzausbau“ oder „Netzabdeckung“ können Kunden des jeweiligen Providers auf den Internetseiten unter Angabe ihrer Adressen den Standort des nächstgelegenen Funkmastes oder Basisstation ausfindig machen und in Erfahrung bringen, wie stark das jeweilige Mobilfunknetz ist. Unsere Redaktion hat den Service genutzt und stichprobenhaft Standorte in der Gemeinde ausgewählt. Zu erkennen ist auf allen virtuellen Karten, dass die Bahnhofstraße trotz ihrer Tallage von allen Anbietern relativ gut mit LTE oder 4G abgedeckt werden kann. Auch andere Bereiche weisen eine ähnlich gute Versorgung durch die vier großen Provider auf. So soll auch das Netz aller Betreiber in der Straße Im Dahl trotz der anspruchsvollen Lage gut bis sehr gut sein. 

Als Beispiel, wie sehr die Topografie eine negative Rollen spielen kann, scheint die Hälverstraße zwischen Schalksmühle und Halver zu dienen. Fast alle Karten zeigen über einen längeren Streckenabschnitt weiße Flecken in der Mobilfunkabdeckung auf. Für die dortigen Anwohner ist das Nicht-Profitieren von der Ausbauoffensive aber schon länger ein nerviger, alter Hut.

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