Kampf gegen Armut durch Alphabetisierung

Schalksmühle - Die afrikanische Region Sikasso bleibt derzeit von politischen Unruhen verschont, Obstplantagen und Getreidefelder gibt es dort reichlich. Die „Kornkammer“ im Süden könnte für die Versorgung ganz Malis sorgen – doch sie muss entwickelt werden.

Dies hat sich der Schalksmühler Verein Partnerschaft Sahelzone mit ihrem Partner ADH Mali zur Aufgabe gemacht. Das Ziel der Verantwortlichen ist die Bekämpfung der Armut durch Alphabetisierung und qualifizierte Ausbildung. „Der Vorstand hat sich vorgenommen, eine Grundschule weiter zu fördern und eine landwirtschaftliche Bildungseinrichtung dort aufzubauen“, erklärt Françoise Eckern, Vorsitzende der Partnerschaft, die dabei auf Schulbildung für die Kinder und Qualifizierung für Jugendliche ohne Schulabschluss setzt. 

Keine Chance auf dem Arbeitsmarkt 

Die vielen Analphabeten dort hätten sonst keine Chance auf dem Arbeitsmarkt. „Ihnen bleibt dann nur die Flucht nach Europa. Dabei sollten sie lieber in ihrem Land bleiben und dort etwas aufbauen.“ 

Die Grundschule Zanadougou bestand bereits. Der Verein musste sie renovieren und erweitern. „Es fehlte vor allem an Lernmaterial“, sagt die Vorsitzende. Deshalb wurden sogenannte „malle pedagogique“ angeschafft. Diese Koffer beinhalten „Unterrichtsstoff“ in Form von Anschauungstafeln und Objekte für alle Lehrfächer, die sich mit der Alltagswelt der Schüler beschäftigen. Denn die Lehrer haben keinen Zugang zum Internet und können sich so kein Material besorgen. „Das ist sehr, sehr gut für die Schüler. Und die Dorfschulen nehmen das sehr gut an.“ Zudem wurden die Lehrer im Umgang mit diesem Material geschult. Außerdem wurde eine Schulpflegschaft gegründet und anschließend auf ihre Aufgaben vorbereitet. Sie wird unterstützt von zwei Pädagogen. 

Eine erste Entscheidung, die die Pflegschaft traf, war das Anpflanzen von Bäumen auf dem Schulhof. Der Umbau der Schule ist mittlerweile abgeschlossen, und die Schülerzahl hat sich um ein Drittel auf nun 360 Schüler vergrößert. „Eigentlich sind das schon zu viele Schüler. Es müssten drei weitere Klassenräume gebaut werden“, sagt Françoise Eckern. „Aber zumindest findet der Unterricht nun nicht mehr draußen statt.“ 

Die Landwirtschaft ist die Basis des Landlebens in Mali. Die jungen Menschen – Frauen wie Männer und überwiegend Analphabeten – erhalten durch die Anstrengungen des Vereins, eine landwirtschaftliche Schule aufzubauen, die Chance, eine Erwerbstätigkeit selbstständig auszuführen. Sie erlernen im Landwirtschaftszentrum in Zamblara (Kreis Sikasso), wie man einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb führt. Nach der Qualifizierung und um die Eigenständigkeit zu erreichen, bekommen die Absolventen ein Starterpaket. 

20 Imker aus fünf Dörfern 

Im November wurden etwa 20 Imker aus fünf Dörfern mit Material ausgerüstet – von Bienenhäusern für die einzelnen Imker bis zu Gemeinschaftsgeräten für das Dorf. Françoise Eckern: „Wir wollen den jungen Menschen nicht nur Geld in die Hand geben, sondern sie sollen auch das entsprechende Verantwortungsbewusstsein entwickeln und eigenständig mitarbeiten. Wir unterstützen sie, doch wir verteilen keine Geschenke.“ Durch ihre Erwerbstätigkeit sorgen sie für die eigene Familie und bieten zusätzliche Arbeitsplätze für ungelernte Kräfte an. Gleichzeitig wird die Wirtschaft durch die neue Kaufkraft gestärkt. 

Wer den Verein Partnerschaft Sahelzone unterstützen möchte, der kann sich die entsprechenden Spendeninformationen im Internet unter www.partnerschaft-sahelzone.de/verein_spenden ansehen. Gespendet werden kann unter anderem für eine Aktion gegen die Beschneidung von jungen Mädchen oder etwa für eine Schülerpatenschaften „Collège Mboutou Sow“ in Kaolack/Senegal.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.