„Sauschnelles“ Jazz-Feuerwerk

Leyer beim verträumten Spiel mit geschlossenen Augen.

SCHALKSMÜHLE ▪ Die Harmonie und Heiterkeit der Vollblutmusiker im Umgang miteinander übertrug sich auf das Publikum. Akteure und Zuschauer scherzten miteinander, ließen sich auf die launige Gags von Søren Leyer ein, der am Freitagabend mit seinem Swingtett das Bauernhaus Wippekühl in Schwung brachte. Die Fans vermissten schnell eine Tanzfläche, um der Bewegungslust nachzugeben.

Leyer spielte Geige und Bratsche, Ricky Adler bearbeitete gekonnt das Akkordeon, Mario Brezinski musizierte auf seiner Gitarre und Jungeli Albrecht zupfte hervorragend den Kontrabass. Der Aufforderung des kurzweilig moderierenden Leyers, Wünsche zu äußern – „Wir spielen alles, ob wir es können oder nicht…“ –, leisteten die gut gelaunten Gäste gerne Folge.

Leyer, in Schalksmühle schon zu Gast als „Kunz“ beim Kulturabo im PZ Löh, flocht immer wieder kurze satirische Einlagen aus dem Programm des Musik-Comedy-Duos „Hinz und Kunz“ mit ein. Beliebte Evergreens von Frank Sinatra, Tango, Bossa Nova, Musette-Walzer, gängige Jazz-Standards und auch bekannte ungarische Weisen – gemütliche Kaffeehausatmosphäre verbreitete sich schnell.

Selbst Stücke wie „Ich geh mit meiner Laterne“ interpretierten die geübten Musiker derart passend, dass es nicht fehl am Platze wirkte. Auch Verballhornungen, von „Sentimental Journey“ (1945 ein Hit für Doris Day) beispielweise, wechselten mit ernsthaften Darbietungen ab.

Aus dem reichhaltigen, traditionellen Repertoire des Jazzgitarristen Django Reinhardt (1910 bis 1953), spielten sie unter anderem das Stück „Stompin’ at Decca“. Den von Reinhardt begründeten sogenannten Zigeuner-Jazz brachte das Swingtett auf Touren: „Wir spielen es sauschnell“.

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