Volme: Hitze setzt den Fischen zu

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Durch die höhere Fließgeschwindigkeit an Stellen, die leicht abfallen, kann sich die Sauerstoffkonzentration in der Volme schnell wieder erhöhen.

Schalksmühle - Den Fischen in der Volme geht es gut – noch. Das sagte Wolfgang Enders, Vorsitzender des Angelsportvereins Saubere Volme. Der Verein habe jedoch das Angeln zurzeit eingestellt, um den Tieren zusätzlichen Stress zu ersparen.

In vielen Regionen Deutschlands, wie zum Beispiel dem Münsterland, macht die langanhaltende Hitzeperiode nicht nur den Landwirten zu schaffen. Auch die Pegel von Flüssen und Seen sinken immer weiter ab, was gerade in stehenden Gewässern zu einer Ausbreitung von Wasserpflanzen, wie zum Beispiel der Wasserpest Elodea, und zu Sauerstoffmangel führen kann. 

Sauerstoffgehalt zurzeit niedrig 

Laut Wolfgang Enders sei der Sauerstoffgehalt in der Volme zurzeit ebenfalls niedrig, ein Fischsterben gebe es jedoch noch nicht. „Es müsste aber relativ schnell mal wieder regnen“, sagt er. Schon kleine Mengen Wasser würden dem heimischen Fluss gut tun: „Die Volme ist so konzipiert, dass sie schnell wieder aufgefüllt wird. Wenn es richtig regnet, steigt der Pegel garantiert um 50 bis 60 Zentimeter an.“ Auch die Rauschen, also flach abfallende Flussabschnitte, würden durch die höhere Fließgeschwindigkeit schnell die Sauerstoffkonzentration erhöhen. 

Zu einem ähnlichen Fazit kommen auch Karen und Dietmar Neumann vom Angelsportklub Petri Heil aus Lüdenscheid. Erst am Montagnachmittag gingen sie den vom Verein gepachteten Volmeabschnitt in Brügge ab und sahen nach dem Fischbestand. „Streckenweise ist sehr wenig Wasser im Fluss, dann gibt es Teilstücke mit tiefen Stellen“, konnte Karen Neumann beobachten. Im gesamten Abschnitt hätten sie noch viele kleine Fische, zum Beispiel Elritzen, gesehen. „Denen macht das nichts aus“, weiß Karen Neumann. 

Nicht an allen Stellen ist so wenig Wasser im Fluss. Teilweise gibt es Stücke mit tieferen Stellen.

Aber auch größere Fische wie Forellen konnten die beiden Angler ausmachen. Bei Niedrigwasser ziehen sich diese in die tieferen Stellen, sogenannte Kolke, zurück um zu überleben. Zwischen dem Bahnhof Brügge und der Aral-Tankstelle würden sie durch die Baumaßnahmen momentan allerdings unter doppeltem Stress leiden. Von einem Fischsterben könne man zwar noch nicht sprechen, geangelt wird jedoch auch bei den Lüdenscheidern momentan nicht. Auch die vereinseigenen Fischteiche werden nicht mit Fischen besetzt, da diese in den sauerstoffarmen Gewässern nicht überleben könnten. 

Froh über Renaturierung 

Dass es den Fischen in der Volme im Vergleich zu denen in anderen Gewässern noch gut geht, liegt laut Wolfgang Enders neben den tieferen Stellen vermutlich auch an den vielen schattenspendenden Bäumen am Ufer. Auch Karen Neumann ist froh über die Renaturierung der Volme in diesem Bereich. Denn wie die beiden Angler erklären, kann der Fluss in der prallen Sonne auch überhitzen. „Zurzeit haben wir aber noch nicht grundsätzlich etwas zu beklagen“, sagt Wolfgang Enders. 

Auch in den zehn Jahren, in denen er den Vorsitz des Vereins innehat, habe es noch kein hitzebedingtes Fischsterben in der Volme gegeben. In den 80er- oder 90er-Jahren seien aber viele Tiere verendet, als eine Galvanik-Firma giftige Stoffe in den Fluss abgeleitet habe, erinnert er sich. „Von Brügge bis hinter Schalksmühle sind die Fische gestorben.“

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