Sanierung der A 45: Sterbecke-Neubau ab 2018

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Die Talbrücke Sterbecke ist eine von 38 Großbrücken auf der A 45-Route, die durch Neubauten ersetzt werden müssen. Die Arbeiten auf Schalksmühler Gemeindegebiet sollen ab etwa Mitte 2018 beginnen.

Schalksmühle - Die A 45, die  „Lebensader“ der südwestfälischen Wirtschaft ist porös – und die längst fällige Operation dürfte für so manchen Auto- und Lastwagenfahrer zur Belastungsprobe werden.

Die A 45 gilt nicht nur als Königin der Autobahnen, sondern auch als wichtiges Bindeglied zwischen Rhein-Ruhr- und Rhein-Main-Gebiet. 

Doch allein auf nordrhein-westfälischem Gebiet muss sie auf einer Strecke von 123 Kilometern dringend saniert werden. Jetzt hat die zuständige Landesbehörde Straßen.NRW einen groben Zeitplan veröffentlicht. Demnach erreicht das Projekt in der zweiten Jahreshälfte 2018 das Schalksmühler Gemeindegebiet. Den Auftakt machen Arbeiten zum Ersatzneubau der Talbrücke Sterbecke, die bis ins Jahr 2022 abgeschlossen sein und etwa 26 Millionen Euro kosten sollen. 

Die Sanierung des kompletten Teilstücks zwischen den Anschlussstellen Hagen-Süd und Lüdenscheid-Nord soll im Zeitraum 2022 bis 2026 für rund 233 Millionen Euro erfolgen. Auf diesem Autobahnabschnitt liegen unter anderem die Talbrücken Kattenohl und Brunsbecke. Hier ist für 91 Millionen Euro ebenfalls ein Ersatzneubau der beiden Brückenbauwerke vorgesehen, der auch 2022 abgeschlossen sein soll. Ein Jahr später, 2023, plant Straßen.NRW die Arbeiten zum Ersatzneubau der Talbrücke Rahmede auf Lüdenscheider Gebiet (Kosten zirka 43 Millionen Euro) abschließen zu können. Von dort aus arbeiten sich die Bagger gen Süden vor. Die Sanierung der Teilstücke zwischen den Anschlussstellen Lüdenscheid-Nord und Meinerzhagen soll die Bauarbeiter von 2025 bis 2030 beschäftigen und etwa 424 Millionen Euro kosten. 

Die Multimedia-Story zur A 45

2026 erreichen die Arbeiten dann das Meinerzhagener Stadtgebiet. Den Auftakt machen Arbeiten an den Talbrücken Sichter und Immecke, die bis ins Jahr 2029 abgeschlossen sein und zirka 62 Millionen Euro kosten sollen. Der Teilbereich zwischen den Anschlussstellen Meinerzhagen und Drolshagen wird – so die Planung – von 2027 bis 2031 saniert. Kostenpunkt: rund 208 Millionen Euro. Richtung Norden müssen die Autofahrer aus dem Volmetal bereits jetzt Geduld mitbringen. Die Arbeiten an der neuen Lennetalbrücke zwischen Hagen und Schwerte laufen bekanntlich längst und sollen bis 2019 abgeschlossen sein. 

Verkehrswegeplan die Grundlage 

An der Talbrücke Sterbecke ließ Straßen.NRW im vergangenen Jahr Verstärkungsarbeiten durchführen.

Grundlage für das Milliarden-Projekt ist der Bundesverkehrswegeplan 2030, den die Bundesregierung im Dezember 2016 beschlossen hat. Danach soll im Zuge der längst fälligen Sanierung nahezu die gesamte A 45 sechsspurig ausgebaut werden. Dass dies nicht ohne Einschränkungen geschehen kann, ist auch Straßen.NRW bewusst. Daher, so schreibt der Landesbetrieb in einer zehnseitigen Broschüre zum A 45-Ausbau, sei eine Projektgruppe gebildet worden, die Ausweichrouten abseits der Autobahn erarbeitet. 

Denn die metallverarbeitende Industrie im Sauer- und Siegerland sei auf einen funktionierenden Schwerlastverkehr angewiesen, sodass auch die Ausweichstrecken für Belastungen bis zu 299 Tonnen Gesamtgewicht ausgelegt sein müssen. Diese Routen müssten dafür jedoch „noch optimiert werden“, wie es heißt. Diese Idee kommt allerdings nicht überall gut an. 

So hatten die Meinerzhagener Grünen den sechsspurigen Ausbau der Autobahn 45 und die damit einhergehende Belastung der Nebenstrecken bereits im vergangenen Jahr abgelehnt. In einem offenen Brief im Juli 2016 an Bürgermeister Jan Nesselrath forderten sie unter anderem die gemeinsame Anstrengung der Volmetalkommunen, eine Schwerlastroute durch ihre Region möglichst zu verhindern.

Verkehr fließt weiterhin fünfspurig

Während der gesamten Bauzeit für den Sterbecke-Brückenneubau wird der Verkehr wie bisher gewohnt fünfspurig über die A 45 geführt werden. Da jede Fahrtrichtung über eine eigene Brückentrasse verfügt, kann nacheinander gebaut werden. In der ersten Bauphase wird der Verkehr komplett auf die Brückentrasse in Fahrtrichtung Dortmund verlegt. Dann folgt der Abriss der zweiten Trasse und parallel bereits der Neubau der Fahrtrichtung Frankfurt. Wenn dieser abgeschlossen ist, wird der Verkehr erneut fünfstreifig umgelegt und das gleiche Verfahren folgt mit der zweiten Brückenhälfte. Damit der alte Brückenkörper in Fahrtrichtung Dortmund den hohen Verkehrsbelastungen standhält, ließ Straßen.NRW im vergangenen Jahr für rund zwei Millionen Euro Verstärkungsarbeiten durchführen.

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