Sanierung ohne Straßenaufriss

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Ein kleiner Roboter, der mit einer LED-Leuchte und einer Kamera ausgestattet ist, rollt durch die Kanäle und zieht den Inliner durch das jeweilige Rohr.

SCHALKSMÜHLE - Hier scheppern keine Baggerschaufeln im Asphalt, um Rohre aus der Erde zu ziehen – hier brummt es nur leise. Mit dem sogenannten Schlauchliner-Verfahren werden derzeit die Kanäle der Gemeinde saniert – der große Vorteil: die Arbeiten finden in den Rohren statt.

Ein kleiner Roboter schießt durch den Kanal. Mit einer LED-Leuchte bringt er Licht ins Dunkel – zeigt Baumwurzeln, die sich durch den Beton gebohrt haben. Eine Kamera sendet Bilder in Echtzeit in einen Lastwagen. Im Innenraum sitzt Anton Götzinger an einem Monitor. Der Sanierungsfacharbeiter der süddeutschen Firma Pfaffinger fräst mit dem Gerät das Rohr frei. Anschließend wird mit einer elektrisch betriebenen Seilwinde eine Gleitfolie eingebracht. „Durch diese kann nachher ein Inliner-Schlauch in den Altkanal eingezogen werden“, sagt Gerold Wiechers.

Der Kanalsanierungsberater des Unternehmens Saertex MultiCom arbeitet derzeit in Schalksmühle zusammen mit den Angestellten von Pfaffinger. Der Inliner-Schlauch hat eine faserige Struktur und sieht aus wie eine zusammengelegte Plane. Das Aufstellen des Liners erfolgt durch Druckluft. „Sollte noch Wasser vorhanden sein, wird dieses gleichmäßig verdrängt“, erklärt Wiechers. Resultat: Der Schlauch passt sich der Wand des Altkanals optimal an. Mit UV-Licht wird das Material ausgehärtet. Dadurch entsteht aus dem wabbeligen Material ein fester Kanal – ein nahtloses „Rohr im Rohr“.

„Durch diese Maßnahme werden kostspielige und langwierige Baustellen überflüssig“, sagt Gerold Wiechers. Früher hätte die Asphaltdecke mit Baggern aufgerissen, der alte Kanal rausgenommen und ein neuer verlegt werden müssen. Solche Baustellen könnten schnell mehrere Wochen andauern. Wiechers: „Wir hingegen kommen morgens und sind bei kleineren Straßen bereits abends mit der Arbeit fertig.“ Im Nachgang müssen dann allerdings noch Nacharbeiten wie das Auffräsen und Anbinden seitlicher Anschlüsse durchgeführt werdne.

Mit dem Schlauchliner-Verfahren sind insgesamt 530 Meter Kanalstrecke am Reeswinkeler Weg, Am Sunder, Eschen- und Birkenweg saniert worden. Außerdem werden am Birkenweg auf eine Länge von 210 Metern partielle Schäden im Kanal repariert. „Wir haben für diese Maßnahmen rund 120 000 Euro eingeplant“, sagt Olaf Kunze von der Gemeindeverwaltung Schalksmühle, Sachgebiet Straßen, Abwasser und Hochbau. - Matthias Clever

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