Runder Tisch der Flüchtlingshilfe: Viele Angebote gut genutzt

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Klaus Werthmann, Irmtraud Quenzel (Flüchtlingshilfe), Gregor Heggemann und Guido Kientopf (beide Fachdienst Bildung und Integration, von links) beteiligten sich am Runden Tisch.

Schalksmühle - Am Mittwochabend traf sich der Runde Tisch der Flüchtlingshilfe im Rathaus. Neben den örtlichen Akteuren, die über ihre Arbeit mit den Flüchtlingen berichteten, waren auch die ungenutzten Holzhäuser am Jahnsportplatz und die Anzahl der Flüchtlinge im Gespräch.

Wie Bürgermeister Jörg Schöneberg zu Beginn der 13. Sitzung des Runden Tisches ankündigte, gebe es in der Verwaltung die Überlegung, die Holzhäuser als Unterbringungsreserve aufzugeben. Bei der gegenwärtigen Entwicklung der Flüchtlingszahlen würden diese nicht mehr benötigt. Das solle noch in den politischen Gremien diskutiert werden.

112 Flüchtlinge in Unterkünften der Gemeinde

Silvia Gonzalez, Fachbereichsleiterin Bürgerdienste und Soziales, stellte die aktuellen Flüchtlingszahlen vor. Demnach befanden sich zum Stichtag 31. August 112 Personen in Unterkünften der Gemeinde. Bei anerkannten Flüchtlingen mit Wohnsitzauflage – sie werden aus anderen Kommunen innerhalb von NRW umverteilt – liegt die Quote aktuell bei 47,23 Prozent, die letzte Zuweisung erfolgte hier im Mai. Seit Februar wurden insgesamt 30 Personen mit Wohnsitzauflage zugewiesen. Zudem wurde im Juni zuletzt eine Person mit noch laufendem Asylverfahren zugewiesen.

Die Erfüllungsquote liegt in Schalksmühle nun bei 96,75 Prozent. Weitere Zuweisungen gibt es, wenn die jeweiligen Quoten unter 90 Prozent liegen. Die Asylverfahren insgesamt würden nun schneller vonstatten gehen als noch vor einem Jahr, berichtete Gonzalez. Zudem konnte sie mitteilen, dass vier anerkannte Flüchtlinge inzwischen eine feste Anstellung hätten. Ein weiterer sei nun zum Studium nach Aachen umgezogen.

Die einzelnen Arbeitsgruppen berichteten vom aktuellen Stand. Nach zunächst großem Zulauf bei den Sprachkursen sei die Teilnahme zurückgegangen, unter anderem weil Männer dann Integrationskurse besuchten, berichtete Ulrike Biesenbach. Der Dienstagskurs sei deswegen nicht fortgeführt worden. Weiterhin gebe es aber mit einem Sprachkurs der Awo nur für Frauen ein weiteres wöchentliches Kursangebot. In der Sitzung wurden einige Überlegungen zu Sprachkursen ausgetauscht, die sich einerseits an Kinder richten, die zu Beginn des Schulbesuchs noch Nachhilfe benötigen, sowie für Personen, die mit Aufnahme einer Arbeit oder Ausbildung Unterstützung benötigten.

Schwierigkeiten bei Vermittlung

In Bezug auf den Arbeitsmarkt berichtete Irmtraud Quenzel von den Schwierigkeiten, Flüchtlinge zu vermitteln. Viele wüssten nicht, was sie machen wollten, zudem seien die Berufsbilder anders als in den Herkunftsländern. „Viele haben falsche Vorstellungen“, bestätigte Klaus Hunecke. Man müsste mit den Leuten Klartext reden und ermuntern, erst einmal klein anzufangen und sich schrittweise hochzuarbeiten. Bürgermeister Schöneberg regte an, diesbezüglich auch die Firmen mehr zu sensibilisieren und an einen Tisch zu holen.

An einem solchen Treffen würde sich auch der Fachdienst Bildung und Integration des Märkischen Kreises beteiligen, sagte Gregor Heggemann, der den noch recht jungen Dienst mit seinem Kollegen Guido Kientopf vorstellte. „Wir unterstützen Menschen entlang der Bildungskette von der Kita bis zum Übergang von der Schule in Beruf und Studium“, erklärte Heggemann. Mike Dulas vom Fachbereich Bürgerdienste und Soziales berichtete, dass auch die frühkindliche Sprachförderung über die Griffbereit-Gruppe im vergangenen Kita-Jahr erfolgreich war und erneut durchgeführt werden soll.

Babykleidung viel gefragt

Im Lagerbereich verzeichne man laut Dulas weiter einen regen Zulauf. Insbesondere Babykleidung sei in der letzten Zeit viel nachgefragt gewesen, berichtete Quenzel. Auch alle vorhandenen Schultornister seien an Kinder verteilt worden. Das Spendenaufkommen sei zwar zurückgegangen, das Lager aber noch gut bestückt.

Begegnungszentrum wird gut angenommen

Im Westfälischen Hof werde das Begegnungszentrum gut angenommen – sowohl als Treffpunkt als auch für Beratungsgespräche, sagte Dulas. Zudem hätten Flüchtlinge dort einige landestypische Feste gefeiert. Ein Wasserschaden in einem Raum, durch den dieser nicht genutzt werden konnte, sei inzwischen behoben worden.

Derzeit sei man auf der Suche nach jemandem zur Betreuung der Kinder, damit Eltern die Zeit im Begegnungszentrum auch für sich nutzen könnten. Die Notwendigkeit wurde unter anderem von Quenzel unterstrichen. Nachmittags befänden sich bis zu 15 Kinder unterschiedlichen Alters dort, die beschäftigt werden müssten.

Die Sportgruppe in der Klagebach wird laut Dulas ebenfalls gut angenommen. Für den 13. Oktober ist ein kleines Sportfest in der Sportschule Strackbein geplant. Sollte mehr Raum benötigt werden, könnte eine kommunale Halle genutzt werden, bot der Bürgermeister an.

Abschließend betonte er, dass in der Flüchtlingsarbeit vieles gut laufe. „Ich bin stolz, dass wir hier eine positive Stimmung haben.“ Zum nächsten Mal wird sich der Runde Tisch am 28. November treffen.

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