Runder Tisch Flüchtlinge: Entscheidung über Holzhäuser auf Jahnsportplatz im Herbst

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Koordinator Mike Dulas, Bürgermeister Jörg Schönenberg, Kämmerer Reinhard Voss und Silvia Gonzalez, Sachgebiet Soziales, informierten über die aktuellen Entwicklungen.

Schalksmühle - „Ob und wann mit weiteren Zuweisungen zu rechnen ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht konkret gesagt werden.“ Über die Anzahl der Leistungsempfänger nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, Asylentscheidungen, Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen und den Erhalt der Holzhäuser am Jahnsportplatz als Reservekapazität für die Unterbringung von Flüchtlingen hielt Bürgermeister Jörg Schönenberg die Teilnehmer des „9. Runden Tisches der Flüchtlingshilfe“ am Dienstag im Ratssaal auf dem Laufenden.

Im Beisein von Silvia Gonzalez, die in Sachen Asyl Ansprechpartnerin in allen rechtlichen Fragen ist, Kämmerer Reinhard Voss und Mike Dulas, Koordinator Flüchtlingshilfe der Gemeindeverwaltung, ging Schönenberg auf aktuelle Entwicklungen in der Flüchtlingsfrage ein. Von derzeit 140 Leistungsempfängern, die in Schalksmühle leben, berichtete er.

Nähere Details dazu gab Silvia Gonzalez bekannt. „Seit Januar 2017 ist die Zahl der endgültigen Asylentscheidungen durch das Bundesamt für Migration deutlich gestiegen“, erklärte sie. Bei Zuwanderern, die nach der Anerkennung den Rechtskreis gewechselt hätten und nun Leistungen nach dem SGB II (Sozialgesetzbuch) erhielten, sei zunächst eine Unterbringung in kommunale Unterkünfte erfolgt. Bislang herrsche in Schalksmühle ein entspannter Wohnungsmarkt, sodass es schnell zum Abschluss eigener Mietverträge gekommen sei. Seit Januar sei dies bei rund 25 Menschen gelungen.

Zahl anerkannter Flüchtlinge steigt

„Zum Stichtag 1. März befanden sich von den 140 Leistungsempfängern 32 (anerkannte) Personen in den kommunalen Unterkünften“, erklärte sie. Mit der mittlerweile eingeführten Wohnsitzauflage werde die Zahl anerkannter Flüchtlinge in Schalksmühle weiter steigen.

Deutlich verstärkt hätten sich auf der anderen Seite die Rückführungen von Flüchtlingen aus sicheren Herkunftsländern sowie freiwillige Ausreisen. Die landesweiten Flüchtlingszahlen seien bislang noch nicht veröffentlicht worden. „Wir rechnen damit, dass Zuweisungen kommen, wissen aber noch nichts Näheres.“

Seit Januar laufe bei der Gemeinde (Bauhof) eine Flüchtlingsintegrationsmaßnahme, deren Fortsetzung (bis Mai) unklar sei, da die verbleibenden Flüchtlinge die Voraussetzung dafür nicht erfüllten. Herz und Verstand walten zu lassen und Formalitäten zu überwinden, mahnte Jörg Schönenberg an.

Bis Herbst zurückgestellt werden soll die Frage, was mit den Holzhäusern auf dem Jahnsportplatz geschieht. „Ein Rückbau wäre falsch“, betonte der Bürgermeister. Keiner könne sagen, ob noch einmal eine Flüchtlingswelle komme.

Positives konnte Irmtraud Quenzel vom Netzwerk Flüchtlingshilfe vom Westfälischen Hof, wo am 21. April das einjährige Bestehen mit einem musikalischen Rahmenprogramm gefeiert werden soll, berichten. „Anfangs waren die Menschen aus verschiedenen Ländern für sich. Jetzt ist alles gemischt.“ Freitags sei die Begegnungsstätte „richtig voll“. Von massiv rückläufigen Teilnehmerzahlen bei den Sprachkursen, die bedarfsgerecht den Gegebenheiten angepasst werden sollen, berichteten die Sprachlehrer. Ein Fußballturnier mit Teilnehmern aus umliegenden Städten ist angedacht.

Dringend auf der Suche ist die Gemeinde als Mittler nach kleinen Wohnungen (bis 50 Quadratmeter) für anerkannte Flüchtlinge. Wer weiterhelfen kann, kann sich an Mike Dulas (Tel. 0 23 55 /8 42 05) wenden.

Der nächste „Runde Tisch“ findet am 5. Juli (19 Uhr) im Rathaus statt.

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