Ruhe ist das Zauberwort

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Labiba Chebo (l.) und Lorena de Marco mit den ersten Besuchern des „Snoezelraums“ im Jugendzentrum. Am Eröffnungstag der neuen Attraktion gab es Wartenschlangen und die Interessenten mussten sich gedulden. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ „Chillraum“ nennen es die Jugendlichen; „Snoezelraum“ die Sozialpädagogen des Jugendzentrums Schalksmühle. Der Name ist jedoch eher zweitrangig, denn es kommt auf die Wirkung an.

Lorena de Marco und Labiba Chebo, Mitarbeiterinnen im Team am Wansbeck-Platz, sorgten für die Bereicherung des Zentrums. Ein Raum, abseits allen Trubels, mit hochflorigem Kuschelteppich in cremigem Eierschalenton – dazu milde Grüntöne und hellen Kissen und Decken. Beleuchtet wird der Ruheraum mit Blumenlampen und Kerzenlicht.

Unter Snoezelen („snuzelen“) – eine von zwei Zivildienstleistenden in den Niederlanden 1978 zusammengestellte Phantasieschöpfung aus den beiden Wörtern „snuffelen“ (schnüffeln, schnuppern) und „doezelen“ (dösen, schlummern) – versteht man den Aufenthalt in einem gemütlichen, angenehm warmen Raum, in dem man, bequem liegend oder sitzend, umgeben von leisen Klängen und Melodien, Lichteffekte betrachten kann.

Das Snoezelen dient der Verbesserung der sensitiven Wahrnehmung und zugleich der Entspannung. Dazu wird auch der neue Raum in der Einrichtung am Wansbeck-Platz genutzt werden. Bunte Igelbälle zum gegenseitigen Massieren; von Chebo und de Marco geführte „Traumreisen“ und entsprechende Musik sollen den Besuchern des Jugendzentrums helfen, zur Ruhe zu kommen. Nach einem Streit, aus ihrem hektischen Alltag oder einfach nur so zum Spaß.

„Wir sehen es als Herausforderung. Bis jetzt haben wir noch keine Erfahrung, aber wir gehen davon aus, das sich unter unserer Anleitung dieses Konzept positiv auf die Kinder und Jugendlichen auswirken wird“. Motiviert und gut durchdacht gehen die Initiatorinnen an die neue Aufgabe heran.

Nektarios Stefanidis, Diplom-Sozialarbeiter und Leiter der Einrichtung, hat die Idee gerne unterstützt und die Einrichtung aus dem Etat finanziert. Auch er sieht die positiven Möglichkeiten.

Natürlich saßen am ersten Tag die Kinder auf der Bank vor der Tür Schlange. Ein bunter Pulk Schuhe sammelte sich darunter. Doch die Nutzung wird eingeteilt. Nur mit Begleitung können sich die Besucher in dem Raum aufhalten. Die Wirkung wird schon mit dem Eintritt spürbar. Es wird leiser gesprochen; die Spannung fällt beim hinlegen ab. Die Besucher erfahren ein heute eher selten gewordenes Phänomen: Ruhe. ▪ jori

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