Der rote Faden mit den falschen Wimpern

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Der sprichwörtliche rote Faden war im Programm der Sängerin Nina Tripp und des Pianisten Martin Brödemann ganz real: An ihm markierten die Künstler prägnante Stationen im Leben Hildegard Knefs. –

SCHALKSMÜHLE – „Ich brauch‘ Tapetenwechsel“ – so hieß nicht nur das Programm von Chansonette Nina Tripp und Pianist Martin Brödemann, sondern auch das erste Lied der beiden am Sonntag im Rathausfoyer. Die große, blonde Entertainerin aus Iserlohn mit der tiefen, kräftigen Stimme hatte Chansons und Geschichten aus dem Leben der Hildegard Knef im Gepäck.

Aus einem großen, gelben Postpaket zauberte Nina Tripp immer wieder Bilder von der Knef oder auch mal eine Packung falscher Wimpern – Gegenstände, die wichtige Punkte im Leben der großen deutschen Schauspielerin und Sängerin markierten. An einem vor der Bühne gespannten roten Faden entwickelte sich so Stück für Stück eine Biographie der Künstlerin.

Ob ihr erster Nachkriegsfilm „Die Mörder sind unter uns“, der Skandalfilm „Die Sünderin“, die Hochzeit mit David Cameron oder die Geburt ihrer Tochter Christina – jeden Aspekt in der Geschichte der Knef würdigte das Duo mit einem passenden Song. Gewürzt hatte Nina Tripp das ganze mit Anekdoten und Zitaten aus dem Leben der Hildegard Knef. Auf die Frage, wie sie sich fit halte, antwortete die eigenwillige Künstlerin zum Beispiel: „Ich laufe jeden Tag Amok.“

Dem gesanglichen Können der ausgebildeten Schauspielerin Tripp standen die Arrangements des Pianisten Brödemann in nichts nach. Musikalisch souverän und immer mit einem kleinen Augenzwinkern, führten die beiden Künstler durch das Programm.

Zu Texten von „Mackie Messer“ oder „Eins und eins, das macht zwei“ sang nicht nur Tripp, sondern auch das Knef-begeisterte Publikum im nahezu ausverkauften Foyer mit. Aber auch weitestgehend unbekannte Titel von „Hilde“, wie zum Beispiel ein Wiegenlied, das kurz nach der Geburt ihrer Tochter entstand, ließ die Iserlohner Sängerin in das Programm mit einfließen.

Fast dachten die Schalksmühler Zuhörer, sie müssten nach Hause gehen, ohne den größten Hit der Knef gehört zu haben. Doch als Zugabe und Krönung der abwechslungsreichen Matinee kam er dann doch noch: „Für mich soll’s rote Rosen regnen.“  – rit

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