Reuss-Seifert: 90 Arbeitsplätze fallen weg

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Noch wird bei Reuss-Seifert an der Klagebach gearbeitet, in Kürze wird der Gebäudekomplex leerstehen.

Schalksmühle - Die Verlagerung der beiden Produktionsstandorte des Bauzulieferers Reuss-Seifert von Schalksmühle im Bereich Klagebach und Glörstraße nach Polen ist bereits in der Umsetzung und soll bis Anfang 2018 abgeschlossen sein.

Dies erklärte Anke Banaschewski vom Finanzinvestor Aurelius, der die Unternehmensgruppe, zu der auch Reuss-Seifert gehört, Anfang 2016 übernommen hatte, nachdem unsere Zeitung über die Pläne berichtet hatte.

Bereits im Herbst 2016 sei den Mitarbeitern mitgeteilt worden, dass die bis dato vier Produktionsstandorte des Bauzulieferers in Deutschland nach Polen verlagert werden müssten. In Schalksmühle seien von der Maßnahme rund 90 Mitarbeiter betroffen.

„Diese Entscheidung war und ist wirtschaftlich für den Fortbestand des Unternehmens alternativlos. Auch die Produktionsstätten sämtlicher Wettbewerber sind im osteuropäischen Ausland“, teilte Banaschewski mit. 

Dies Reuss-Seifert & Hammerl-Gruppe habe sich schon längere Zeit in schwieriger Lage befunden. „Das Unternehmen hatte bereits über mehr als fünf Jahre operative Verluste gemacht. Die Alternative zu einem Verkauf wäre die Liquidation des Unternehmens gewesen. Die Standorte waren extrem veraltet, heruntergewirtschaftet und unterinvestiert“, nennt Banaschewski die Unternehmensgründe für einen Umzug. 

Was mit den Werksflächen und -gebäuden an der Klagebach sowie an der Glörstraße nach der Verlagerung geschehen soll, war auf Anfrage nicht zu erfahren. 

Bürgermeister Jörg Schönenberg rechnet an beiden Standorten mit einem langfristigen Leerstand und spricht von einem schweren städtebaulichen Einschnitt für Schalksmühle. „Noch viel schlimmer ist aber natürlich der Verlust der Arbeitsplätze. Viele Arbeitnehmer von Reuss-Seifert sind hier in der Region beheimatet. Für sie schlägt mein Herz. Die Schicksale dieser Familien habe ich im Blick.“

Die Schließung der Standorte in seiner Gemeinde bezeichnete Schönenberg als ein „trauriges Kapitel für Schalksmühle, das wir in dieser Form bislang nicht so häufig hatten“. Für einen kleinen Ort wie Schalksmühle sei diese Unternehmensentscheidung „ein ordentlicher Nackenschlag“.

Finanzinvestor

Finanzinvestor Aurelius ist laut eigener Aussage „auf die Übernahme von Unternehmen in Sondersituationen spezialisiert. Hierbei handelt sich in der Regel um Unternehmen, die bereits seit mehreren Jahren durch Missmanagement, eine veränderte Branchensituation oder anderweitig in eine operative Schieflage geraten sind und entsprechend Verluste machen“. Diese „schwierigen Fälle“ richte Aurelius nach der Übernahme durch verschiedene operative Maßnahmen mit eigenen Personal neu aus.

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