Reittherapie für Kinder in Rölvede

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Die älteren Teilnehmer führen die Ponys, auf denen die Kinder beim Ausritt sitzen.

Schalksmühle - „Ponys, Kids und Co“: unter diesem Motto bietet Sabine Mette seit 2013 direkt am Ortseingang des Dorfes Rölvede eine Reittherapie für Kinder mit Konzentrationsstörungen und aus schwierigen sozialen Verhältnissen an.

Seit 2009 bietet Mette die Therapie an unterschiedlichen Orten in der Region an. Im Juni 2013 unterschrieb sie nun bei Hofbesitzer Michael Schanzenberger einen Pachtvertrag. Die Therapie erfreue sich großer Beliebtheit, sagt sie. „Rund 40 Kinder kommen über die Woche verteilt zu uns.“ Ein ähnliches Angebot gebe es in Schalksmühle und Umgebung nur auf dem Islandpferdehof Herberge.

Auf die Idee, Reittherapie anzubieten, kam Sabine Mette durch eine ihrer Töchter, die aufgrund einer motorischen Störung Schulprobleme bekam. Seither suchte die Mutter nach Möglichkeiten, Kindern und Jugendlichen mit motorischen Störungen mit Hilfe der sanftmütigen Vierbeiner zu helfen. „Kinder und Pferde brauchen gleichermaßen ehrliche Geduld und Zuwendung“, schreibt Sabine Mette auf ihrer Website. Das Reiten an sich, aber auch der Umgang mit den Pferden, entfalten eine therapeutische Wirkung für die Kinder, meint die Pferdeexpertin, der es auch darum geht, den Teilnehmern der Reittherapie Verantwortungs- und Pflichtgefühl zu vermitteln. „Die Kinder dürfen und sollen bei uns auch alle Arbeiten für und mit den Tieren erledigen“, so Sabine Mette. „Sie holen die Pferde selbstständig von der Weide, füttern und bürsten sie und montieren das Halfter.“

Auf dem Hof gibt es sieben Endmaß-Ponys, die alle eine Höhe von maximal 1,50 Metern nicht überschreiten. „So ist für jedes Kind das richtige Pony dabei“, verspricht Sabine Mette. Beim Umgang mit dem Pferd sollen die Kinder Führungskompetenz entwickeln und lernen, über Körpersprache, Gesten und Bewegungen zu erreichen, dass das Pferd macht, was sein Führer oder Reiter von ihm erwartet. Dadurch werde auch das Kind in der Regel deutlich selbstbewusster.

Sehr sicher im Umgang mit den Pferden ist zum Beispiel die achtjährige Lara, die schon seit vier Jahren reitet. Das Mädchen ist diesmal mit dem schon etwas älteren Pony Carlo zusammen, das sie von früheren Reitstunden gut kennt. Beide sind ein eingespieltes Team. „Carlo gehorcht mir immer“, freut sich Lara.

Nachdem die Pferde vorbereitet wurden, gehen die Kinder und Jugendlichen auf den Reitplatz oder reiten gemeinsam aus. Das geschieht in der Regel in kleinen nach Alter zusammengesetzten Gruppen. Diesmal reiten Lara, Fiona, Tabea und Melina zusammen, während die älteren Annika Zajac und Chantal Schmalenbach als Helferinnen mit auf dem Reitplatz sind. Dort lernen die Kinder mit den Pferden Carlo, Candy und Maya, die Tiere am Zügel durch einen Parcours mit Pylonen zu führen oder probieren aus, wie es ist, wenn man mit geschlossenen Augen reitet und sich nur auf das Tier und eine andere Person verlässt, die es führt. Eltern sind bei den Therapiestunden und Ausritten immer willkommen. „Für viele ist es sogar ein echter Ausgleich zum stressigen Alltag, wenn sie beim Ausritt ihrer Kinder mitlaufen oder auf dem Reitplatz zuschauen“, erklärt Sabine Mette.

Fans der Reitgeschichten „Bibi und Tina“ sollten sich den 20. September vormerken. Dann findet in Rölvede von 12 bis 17 Uhr der große „Bibi-und-Tina-Tag“ statt. Im Anschluss an ein kleines Anspiel basteln die Kinder unter anderem einen Hexenbesen und gehen damit ins Gelände, wo sie die Geschichte „Bibi wird entführt“ nachspielen. Darüber hinaus werden am 16. oder 26. September – der genaue Termin steht noch nicht fest – zwei Pferdetrainerinnen sowie Mitarbeiter des Internet-Shops „Pferdia TV“ in Rölvede zu Gast sein. Die Reittherapie findet immer montags bis samstags von 15 bis 19 Uhr statt, mitmachen können Kinder ab drei Jahren. Für weitere Informationen und Anmeldungen ist Sabine Mette unter Tel. 01 75 / 5 38 07 47 erreichbar.

- Von Björn Othlinghaus

www.reittherapie-mette.de.

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