Neue Schautafel zeigt Firma Jaeger als Wiege der Schalksmühler Elektroindustrie

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Beim Neujahrsempfang übergab Reiner Rutenbeck vom Verein für Geschichte und Heimatpflege sein Diagramm, das die Firma Gebrüder Jaeger als Wiege der Schalksmühler Elektroindustrie zeigt, der Gemeinde

Schalksmühle – Mit Gründung der Firma Georg Jaeger an der Bahnhofstraße am 1. Januar 1892 nahm die Elektroindustrie in Schalksmühle ihren Anfang. Den Stammbaum der heimischen Firmen hat Reiner Rutenbeck vom Geschichtsverein nun auf einer Schautafel dargestellt und der Gemeinde beim Neujahrsempfang übergeben.

1894 trat der Bruder Hans Curt Jaeger in das Unternehmen ein, das nun Gebrüder Jaeger hieß und schnell einen ungeahnten Aufschwung erlebte. Früh erkannten die Gründerväter – Hans Curt Jaeger und sein Bruder Georg – die Möglichkeiten, die die neue Technologie bot. An Ersteren erinnert noch heute das Baudenkmal „Villa Bergstraße 25“, das in exponierter Lage hoch über dem Ortskern thront.

Auf die Pionierleistung der Gebrüder Jaeger und ihre Bedeutung für die Schalksmühler Elektroindustrie macht seit einer Woche ein bemerkenswertes Diagramm aufmerksam, das Reiner Rutenbeck vom Verein für Geschichte und Heimatpflege in monatelanger intensiver Recherche- und Fleißarbeit erarbeitet hat.

Beim Neujahrsempfang übergab der Schalksmühler seine auf einer doppelten Aluminiumplatte angebrachte Arbeit der Gemeinde. Künftig soll das Diagramm, das alle Firmen der Elektro- und Zubehörindustrie aufführt, deren Gründer vorher bei Jaeger beschäftigt waren, den Eingangsbereich des Rathauses schmücken. Noch steht das großformative Werk auf einer Staffelei. In Kürze soll es fest installiert werden.

Mit Unterstützung durch die Sparkasse Lüdenscheid konnte Reiner Rutenbeck sein ambitioniertes, von Ekkehard Bielau – lange Jahre Kulturbeauftragter der Gemeinde – angeregtes Projekt eines Stammbaums der Elektroindustrie verwirklichen. „Ich habe die Anregung aufgegriffen und mit dem Vereinsvorstand und der Archivgruppe darüber gesprochen“, erzählt Rutenbeck. Im Verein stieß sein Ansinnen auf Anhieb auf breite Zustimmung.

Das Firmengebäude der Gebrüder Jaeger.

Viel Zeit nahm die Suche nach Quellen in Anspruch. Unter anderem in einer Diplomarbeit zum Thema und im „Märker“ wurde der frühere Lehrer fündig. Wichtig war ihm, nicht nur die Firmen der Elektroindustrie, sondern auch die Zulieferbetriebe, deren Gründer bei Busch-Jaeger gearbeitet hatten, mit zu berücksichtigen. Bis in die 1940er-Jahre verfolgte Reiner Rutenbeck die Entwicklung der Firmengründungen. „Danach kam nichts mehr“, erzählt er.

Bei der Umsetzung des Diagramms war dem Schalksmühler die Agentur Stephan Masloff aus Lüdenscheid behilflich. Im Auftrag der Sparkasse fertigte Masloff den Entwurf für das auf doppelten Aluminiumplatten mit Kunststoffbeschichtung umgesetzte Diagramm. Von jedem Unternehmen holte sich Reiner Rutenbeck zuvor die Zustimmung ein. Genannt werden die Unternehmensnamen bei der Gründung, das Gründungsjahr der Firma und die Gründer. Namhafte Firmen wie Albrecht Jung, die Gebrüder Berker, Günther Spelsberg, Kaiser, Alfred Kalthoff, Karl Lumberg und viele andere sind darunter.

Zum Hingucker geraten die Namen durch die Briefköpfe, die Reiner Rutenbeck jedem Unternehmen zugeordnet hat. In der oberen rechten Hälfte des Diagramms ist zudem das erste Firmengebäude von Georg Jaeger, das an der Bahnhofstraße stand, zu sehen. Wer genau hinschaut, entdeckt die Zeichnung in Vergrößerung auch auf dem silbrig schimmernden Aluminium-Hintergrund.

Lange Jahre blieb die Firma Busch-Jaeger der größte Arbeitgeber am Ort. Mehr als 600 Arbeitnehmer – darunter viele Frauen – gingen im Ortskern ihrem Broterwerb nach. Ende der 1960er-Jahre wanderte das Unternehmen nach Lüdenscheid ab. Auf dem Grund und Boden, auf dem einst das Firmengebäude stand, steht heute das Schalksmühler Rathaus.

Ausstellung

Aktuell gibt es im Foyer des Rathauses eine Ausstellung zu 50 Jahren Schalksmühle. Die hat der Heimat- und Geschichtsverein im Rahmen des Neujahrsempfangs der Gemeinde eröffnet. Zu den Öffnungszeiten des Verwaltungsgebäudes kann die Ausstellung besucht werden.

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