Kunstrasen-Debatte: Gutachter hat bedenken

SCHALKSMÜHLE ▪ Der Jahnplatz als Standort ist für die Politik vom Tisch – Montagabend veröffentlichte Bürgermeister Jörg Schönenberg das Rechtsgutachten. Darin werden Fragen zu immissionsschutzrechtlichen Situationen beleuchtet.

Die Bewertung hat der Krefelder Anwalt Prof. Dr. Gerd Ketteler im Auftrag der Gemeinde erstellt. Dies diente in der nichtöffentlichen Ratssitzung als Grundlage, den Jahnplatz nicht als Standort für den Kunstrasen zu wählen. Denn: Ketteler kommt zu dem Schluss, dass aus Gründen des Immissionsschutzes eine Lärmschutzwand errichtet beziehungsweise Veränderungen an der Tribüne vorgenommen werden müssten. Knackpunkt ist – nach wie vor – die Einordnung des Jahnplatz-Umfeldes. Ketteler sieht die Einschätzung in ein allgemeines oder in ein reines Wohngebiet als möglich an.

Wobei die zweite Möglichkeit die bedeutensten Einschnitte nach sich ziehen würde. Werktags würden die Immissionsschutzwerte in der Zeit von 20 Uhr bis 22 Uhr und sonn- und feiertags in der Zeit von 13 Uhr bis 15 Uhr erheblich überschritten. „Angesichts einer vollständigen Auslastung der Sportanlage gerade während dieser Zeiten erscheint eine Reduzierung des Spiel- und Trainingsbetriebs nicht möglich“, stellt Prof. Dr. Gerd Ketteler fest.

Die Errichtung einer Lärmschutzwand zur Einhaltung der durch die 18. Bundes-Immissionsschutzverordnungen (BImSchV) vorgeschriebenen Immissionsrichtwerte hält Ketteler nach den vorliegenden Kenntnisse mit Blick auf die Abmessungen, Kosten sowie die vermutlich ablehnende Haltung der Nachbarn für nicht realisierbar. „Sonstige Maßnahmen sind angesichts der ermittelten Richtwertüberschreitungen wenig Erfolg versprechend. Bei einer beschränkten Nutzung des Jahnsportplatzes für den Schulsport sowie als Trainingsplatz für Jugendliche und für die Leichtathletik ist davon auszugehen, dass die Immissionsrichtwerte der 18. BImSchV eingehalten werden können.“

In der nichtöffentlichen Ratssitzung am Donnerstagabend konnten die Lokalpolitiker dem Experten auch direkt Fragen stellen. Letztlich kamen sie zu dem Schluss, dass eine Realisierung des Kunstrasens am Jahnplatz wegen der Lärmschutzbedingungen nicht möglich sei. Informationen, die unserer Zeitung aus der nichtöffentlichen Sitzung vorliegen, besagen, dass es Alternativen (auch zu Kuhlenhagen) gibt. Diese will der Bürgermeister in dieser Woche mit den Sportvereinen besprechen. Erst danach will er den Ratsbeschluss kommentieren. ▪ Von Matthias Clever

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