Bürgermeister will Kunstrasen in Kuhlenhagen

Die Mauer, die am Jahnsportplatz errichtet werden müsste, ist gewaltig. Dies zeigt auch die Animation der Gemeinde.

SCHALKSMÜHLE ▪ „Die Argumente sprechen klar für Kuhlenhagen als Standort für einen Kunstrasenplatz“, sagte Bürgermeister Jörg Schönenberg Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung. Die Baukosten wären dort günstiger als an der Bergstraße und vor allem gäbe es keine rechtlichen Probleme. Außerdem sei die Fläche in Kuhlenhagen größer und daher zukunftssicherer.

In den Ausschussunterlagen für kommende Woche, die die Verwaltung gestern vorlegte, stehen Kostenaufstellungen für die verschiedenen Möglichkeiten. Die Realisierung des Projektes würde in Kuhlenhagen mit rund 500 000 Euro zu Buche schlagen – optional kämen dort noch Kosten wie der Bau einer Tribüne hinzu. Die günstigste Option am Jahnplatz läge bei 780 000 Euro. Vor allem die Schallschutzmaßnahmen (wir berichteten gestern) sind enorm teuer. Dabei geht es vor allem um die rechtliche Einschätzung, ob das Gebiet rund um den Sportplatz ein Mischgebiet (MI), ein allgemeines Wohngebiet (WA) oder ein reines Wohngebiet ist. Nach Einschätzung der Gemeinde müsste die Umgebung des Jahnplatzes als allgemeines oder reines Wohngebiet angesehen werden. Da die Kosten für nötigen Schallschutzwände beim WA-Gebiet bereits bei 800 000 Euro lagen, hat die Gemeinde nicht weiter geprüft.

„Der Lärmschutz wäre teurer als der Kunstrasen und trotzdem hätten wir immer noch Einschränkungen“, sagte Jörg Schönenberg.

Eine Schallschutzmauer in einer solchen Höhe sei genehmigungspflichtig – und könnte bei den Anwohnern für Ärger sorgen. Aber es müsste durch solche Wände Rechtssicherheit geschaffen werden, da sonst jederzeit gegen den Platz beziehungsweise die Nutzung geklagt werden könnte. Daher will Schönenberg den Platz lieber in Kuhlenhagen realisieren. „Dort haben wir keine Lärmschutzprobleme.“ Außerdem könnte dort der entstandene Kunstrasenplatz jederzeit erweitert werden, zum Beispiel für den Bereich Leichtathletik. Schönenberg: „Wenn man soviel Geld ausgibt, sollte das auch zukunftsorientiert sein.“

Eine Alternative zum Jahnplatz oder Kuhlenhagen sieht das Gemeindeoberhaupt derzeit nicht: „Eine dritte Option hört sich immer gut an. Aber Schalksmühle ist eine Berg- und Talgemeinde, daher ist das nicht so einfach, hier was zu finden. Und auf einer grünen Wiese müsste erstmal Planungsrecht geschaffen werden.“ ▪ Matthias Clever

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