Ratstrakt: Politik sieht Sanierungsbedarf

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Schalksmühle - Der erste Schritt auf dem Weg zu einer möglichen Sanierung des Ratstraktes ist gemacht: Der Bau- und Planungsausschuss fasste in seiner Sitzung am Montag mehrheitlich den Grundsatzbeschluss, die rund 450 000 Euro teure Umgestaltungs- und Modernisierungsmaßnahme durchzuführen.

Aufgrund der aktuell schwierigen Haushaltslage der Gemeinde, der Planentwurf für das kommende Jahr weist einen Fehlbetrag in siebenstelliger Höhe aus, stimmte die CDU mit ihren zwei Vertreten gegen den Beschlussvorschlag. Auch die Vertreter der übrigen Parteien betonten mehrfach, dass der Zeitpunkt sicherlich nicht der günstigste sei, entschieden letztlich aber, der Sanierungsstau sei zu groß, es bestehe jetzt Handlungsbedarf.

Thema wurde schon 2009 diskutiert

Ausschussvorsitzender Klaus Nelius von der UWG erinnerte in der Diskussion daran, das Thema Modernisierung des Ratstraktes habe bereits 2009 zur Entscheidung angestanden: „Damals hatten wir wegen der Wirtschaftskrise ein katastrophales Haushaltsjahr mit Gewerbesteuereinbrüchen. Damals haben wir uns völlig richtiger Weise gegen eine Modernisierung ausgesprochen.“

Mittlerweile sind sechs Jahre ins Land gegangen und der Ratstrakt sei immer noch auf dem Stand der Rathauseröffnung aus dem Jahr 1981. „Der Bereich ist in die Jahre gekommen. Zuletzt hat es sogar schon einen Unfall gegeben, weil jemand in ein Loch im Boden getreten ist. Hier muss jetzt etwas gemacht werden“, folgerte Nelius.

Rückstellungen reichen nicht aus

Durch Rückstellungen in den vergangenen Jahren sind im Haushaltsplanentwurf für 2016 Gelder in Höhe von 380 000 Euro für die Rats-traktsanierung eingeplant. Weil die Summe jetzt noch um 70 000 Euro erhöht werden muss und zudem 80 000 Euro für Medientechnik und Möblierung sowie weitere 50 000 Euro für die Sanierung der Sanitäranlagen hinzu kommen sollen, diskutierten die Ausschussmitglieder über Einsparmöglichkeiten.

Bürgermeister Jörg Schönenberg erklärte allerdings, ein Großteil der Arbeiten lasse sich nicht mehr aufschieben und müsse in Angriff genommen werden: „Der Estrich ist gebrochen und muss raus, schon alleine um Stolperfallen zu vermeiden. Auch der Teppich ist fast 35 Jahre alt. Und wenn wir den Boden schon aufnehmen, sollten wir auch gleich über die Verlegung von Technik, Kabeln und Licht sprechen.“ Dies sah auch Ursula Trimpop vom Architekturbüro MTT, das die Entwurfsplanung für den Ratstrakt ausgearbeitet hat, so. Die Arbeiten in verschiedenen Abschnitten durchzuführen mache keinen Sinn, die Kosten würden dadurch erheblich steigen, sagte die Architektin.

CDU kritisiert hohe Umbaukosten

Die CDU kritisierte die aus ihrer Sicht hohen Umbaukosten. Ralf Bechtel, Fachbereichsleiter technisches Bauamt, sagte, 1150 Euro pro Quadratmeter seien ein Wert, der absolut im Rahmen liegt.

Nach der Grundsatzentscheidung zum Umbau soll die weitere Detailplanung, beispielsweise zu Farben und Bodenbelägen, nun wieder in einem Arbeitskreis erfolgen. Zunächst müssen aber auch der Hauptausschuss sowie der Rat der Baumaßnahme noch zustimmen.

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