Zacken machen das Windrad leiser

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Die neue Windkraftanlage wurde in den zurückliegenden Wochen vom Hersteller Enercon in Rölvede errichtet.

Schalksmühle - Windkraftanlagen liefern zwar sauberen Strom, sind aber aus anderen Gründen – Lärm, Verschattung – nicht unumstritten. Bei einer Baustellenbegehung in Rölvede konnten sich Mitglieder der Schalksmühler Ratsfraktionen ein Bild von dem jüngst dort errichteten Windrad machen.

„Es gibt derzeit Anfragen für drei weitere Windkraftanlagen auf Schalksmühler Gebiet“, sagt Ralf Bechtel, Fachbereichsleiter Technisches Bauamt bei der Gemeinde Schalksmühle. Diese befänden sich in der Beurteilung durch die Behörden. Das Thema Windkraft sei allerdings stark in der Diskussion, sagt der Bauamtsleiter, der mit Mitgliedern des Arbeitskreises Energie sowie weiteren Interessierten aus den Fraktionen die Baustelle besuchte. 

Das Angebot zu der Begehung kam von Robin Beckmann, Geschäftsführer der Ruhrwind III GmbH&Co.KG, die das Windrad künftig betreiben wird. Die Anlage steht, der zur Montage benötigte Kran wird momentan abgebaut. 

„Es war alles etwas kritisch in der Aufbauphase“, berichtet Beckmann. Nebel und Wind erschwerten den Aufbau ebenso wie die Tatsache, dass die Schwertransporte nicht mehr über die Autobahnbrücken fahren durften. „Das war der Hammer.“ Man habe die Genehmigungen gehabt, aber nach den ersten Transporten hieß es, dass die Brücken schon seit Jahren nicht mehr für so schwere Transporte freigegeben seien. „Es hat aber alles noch ganz gut geklappt und die Jungs haben einen ganz guten Job gemacht.“ 

Im Rahmen des Ortstermins zeigte Ruhrwind-Geschäftsführer Robin Beckmann (2. von links) den Besuchern das Innere einer Windkraftanlage.

Die vom Hersteller Enercon errichtete Anlage – die Bezeichnung lautet E-126 EP3 – ist 180 Meter hoch, der Rotordurchmesser beträgt 127 Meter. Dadurch, dass im Generator Spulen aus Aluminium statt aus Kupfer genutzt werden, ist die Anlage leichter und günstiger. Die reine Anlage kostet laut Beckmann 4 Millionen Euro, mit der dazugehörigen Infrastruktur belaufen sich die Kosten für das Gesamtprojekt auf 5,5 Millionen Euro. 

Geschätzte 11 Millionen Kilowattstunden im Jahr 

Die Anlage wird mit einer Nennleistung von 3,5 Megawatt (MW) laufen, wobei auch 4,5 MW möglich seien, sagt Beckmann. Ausgehend von den Vergleichswerten der nur wenige hundert Meter entfernten bestehenden Anlagen rechnet er mit einer Jahresleistung von 11 Millionen Kilowattstunden. Um die Belastung durch Schattenschlag aber auch Rotorengeräusche so gering wie möglich zu halten, baue er seine Windkraftanlagen immer im Norden von Siedlungen. Da der Wind meist von Süden komme, werde der Lärm dann von den Siedlungen weggetragen. Beckmann erläuterte im Zusammenhang mit der Lärmbelastung durch Windräder aber auch die Fortschritte in diesem Bereich. 

Bei früheren Windkraftanlagen erzeugten die Rotorspitzen im Betrieb einen dunklen Ton, der noch 400 bis 500 Meter weit zu hören war. Inzwischen befinden sich an den Spitzen der Rotorblätter Zacken, um das zu vermeiden. „Die Zacken führen dazu, dass die tiefen Frequenzen in höhere aufgespalten werden“, sagt Beckmann. „In 200 Metern Entfernung hört man die nicht mehr.“ 

Das wurde auch beim Besuch der vor zwei Jahren in Betrieb genommenen Anlage deutlich, die wenige hundert Meter von der neuen entfernt auf Hagener Stadtgebiet steht. Dort konnten die Besucher einen Blick ins Innere einer Windkraftanlage werfen und feststellen, das zumindest aus nächster Nähe, die Lüftungsanlage für die Elektronik der Anlage lauter zu hören war als die Rotoren.

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