Regionale 2013

Pläne für Radabstellanlage - Unterstand für 25 Fahrräder in Aussicht

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Blick auf den Schalksmühler Bahnhof.

Schalksmühle - Im Zuge der Regionale 2013 sollen entlang der Strecke der Volmetalbahn sogenannte Radbahnhöfe entstehen. Wie das konkret in Schalksmühle aussehen kann, ist Thema im Ausschuss am Mittwoch.

Die Ausstattung der Bahnhöfe mit Radstationen, die neben ausreichend Abstellmöglichkeiten auch einen umfassenden Service bieten, lasse sich nach umfangreichen Recherchen derzeit nicht realisieren – aus Kostengründung, heißt es vonseiten der Schalksmühle Gemeindeverwaltung. Dennoch sollen zur Förderung des Radverkehrs sichere und geschützte Radabstellmöglichkeiten geschaffen werden. 

Die Pläne dafür, die mit dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) abgestimmt wurden, werden Mittwoch, 22. Juli, 16 Uhr, im Ratssaal von den Mitgliedern des Ausschusses für Bauen und Planung beraten. 

Förderantrag im März gestellt

Im März dieses Jahres wurde der konkrete Förderantrag zur Errichtung der ersten Baustufe einer Radabstellanlage für 25 Fahrräder am Bahnhof in Schalksmühle gestellt. Die Planung Um eine dem Bedarf angepasste Entwicklung zu ermöglichen, soll zunächst nur der erste Baustein einer Radabstellanlage geplant und realisiert werden. Die Fläche weist eine Größe auf, die die Chance bietet, je nach Bedarf die Anlage zu erweitern oder sogar zu einer vollwertigen Radstation auszubauen. 

Im ersten Schritt soll auf einer gepflasterten Fläche eine gesicherte Einhausung (Fahrradhaus) für bis zu 25 Fahrräder errichtet werden. Die Lage direkt am Zugang zur Bahnstation bietet die Möglichkeit, eine benutzerfreundliche, ebenerdige Anlage zu errichten. Dazu wird eine ungeheizte Stahlkonstruktion errichtet. Zur Fassadengestaltung wird eine Teilverglasung der zur Straße und dem Bahnhof ausgerichteten Fassaden sowie eine transparente und somit einsehbare Lösung mittels einer Lochblech- oder Stabgitterfassade zu den rückwärtigen Seiten vorgeschlagen. 

Schließsystem, Beleuchtung und Lademöglichkeit

Mit einem Schließsystem wird die Station gegen unbefugten Zutritt gesichert. Eine Beleuchtung, die auf Bewegungsmelder reagiert, soll den Innenraum sicher beleuchten. Zur Förderung des ÖPNV wird der NWL eine Gebührenordnung erlassen, die ÖPNV-Kunden bevorzugt, da die Anlagen im Normalfall den Kunden kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Durch das Buchungssystem entstehen Kosten für laufende Unterhaltung, die die eingenommenen Gebühren abdecken sollen. Eine Gewinnerzielung ist nicht beabsichtigt. 

Neben der Station oder in der Station werden acht bis zwölf Schließfächer angeboten, in die Stromanschlüsse aufgenommen werden. Sie bieten die Möglichkeit, Helme oder Jacken einzuschließen und gleichzeitig den Akku eines E-Bikes zu laden. Mit diesen Rahmenbedingungen hat das Büro ASS im Auftrag der Gemeinde Vergleichsangebote für Radabstellanlagen bei Systemanbieter eingeholt. 

Neben den Standardlösungen bieten einzelne Anbieter Sonderleistungen an, die unter anderem zum nachhaltigen Betrieb einer solchen Anlage beitragen (Dachbegrünung, Solaranlagen).

So wird das Ganze finanziert

Die umfassende Umgestaltung des Bahnhofs wurde aus unterschiedlichen Quellen finanziert: Zweckverband NWL, Städtebauförderung, DB-Station&Service und Gemeinde Schalksmühle. Der Volmetalradweg wird zu 100 Prozent von Straßen.NRW finanziert. Die neu geplante Maßnahme der Radabstellanlage soll mit Mitteln des Entflechtungsgesetzes (EntflechtG) durch den Zweckverband NWL gefördert werden. Die Planung der Anlage erfolgte durch die Arbeitsgemeinschaft Bramey.Bünermann.Ingenieure zusammen mit dem Büro ASS. Das Büro hat verschiedene Anbieter von Radabstellanlagen um die Abgabe eines Angebots gebeten und diese ausgewertet. 

Diese Planung und die ersten Angebote bildeten die Grundlage zur Stellung des Förderantrags. Die Gemeinde hat die Errichtung der Radabstellanlage im März 2020 beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) zur Förderung beantragt. Die Bewilligung der Mittel wird kurzfristig erwartet. Bei Fördermaßnahmen des NWL erfolgt eine pauschale Erstattung der Nebenkosten maximal bis zu einer Höhe von vier Prozent der Baukosten. Für die Errichtung von Radabstellanlagen sind in den Förderrichtlinien des Zweckverbands NWL je Abstellplatz eine Kostenobergrenze von brutto 1800 Euro vorgesehen. Die Kosten für den Grunderwerb und die Nebenkosten werden zusätzlich gefördert. 

Unter Berücksichtigung der oben genannten Voraussetzungen ergibt sich somit folgende Berechnung: Gesamtkosten 59 280 Euro, Baukosten rund 57 000 Euro, Nebenkosten (vier Prozent) 2280 Euro , anrechenbare Kosten (NWL) 59 280 Euro, Förderung (90 Prozent) 53 350 Euro und Eigenanteil Schalksmühle 5920 Euro. Die Höhe der Eigenmittel ist abhängig von der gewählten Anlage und den Komponenten. 

Errichtung noch in diesem Jahr möglich

Sollte die Gemeinde Schalksmühle kurzfristig einen positiven Bewilligungsbescheid erhalten, kann die Radabstellanlage noch in diesem Jahr errichtet werden. Ein Vertreter des Büros ASS wird in der Sitzung anwesend sein und die Maßnahme vorstellen. Schließlich soll der Ausschuss dem Rat empfehlen, die Radabstellanlage durch den in der Sitzung noch festzulegenden Herstellers errichten zu lassen. Der Beschluss steht unter dem Vorbehalt, dass die beim Zweckverband NWL für die Umsetzung der Maßnahme beantragte Förderung bewilligt wird.

Widmung des Schnurrenplatzes

Mit der Fertigstellung der geplanten Radabstellanlage ist die Aufwertung Bahnhofsumfeld Süd abgeschlossen. Da die Parkplatzfläche bislang nicht formell öffentlich gewidmet wurde, biete es sich an, dies jetzt nachzuholen. Die Verwaltung regt daher an, den Bereich zwischen Einmündung Worthstraße und Ausbauende (Wohnmobilstellplätze) als Gemeindestraße dem öffentlichen Verkehr zu widmen. Aufgrund der jahrzehntelangen Übung und um die Navigation zu vereinfachen, wird angeregt, die Bezeichnung Schnurrenplatz offiziell zu verwenden. Der Gemeinderat soll dem zustimmen.

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