Quirlige Hundefamilie sucht neues Zuhause

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Siegfried und Aranka Scholz mit Hündin Holly und Welpe Lenny. Für sie war es selbstverständlich, die Tiere vor dem Tod zu retten.

Hülscheid - Als Aranka Scholz das Foto von Hündin Holly und ihren sieben Welpen sah, war es um sie geschehen. Per Zufall surfte die 44-Jährige auf der Seite des Berliner Vereins „Ein Freund für’s Leben“ und stieß so auf die Tiere, die in einer Tötungsstation im Süden Spaniens dem Tode geweiht waren. „Das konnte ich nicht zulassen, und so haben wir uns als Pflegestelle beworben“, erzählt die Schalksmühlerin.

Pfleger nehmen die Tiere bei sich auf und betreuen sie bis zu ihrer Vermittlung an neue Besitzer. Nachdem sie einen Frageboden ausgefüllt hatte, kam jemand vom Verein bei ihnen vorbei, um sich die Räumlichkeiten anzuschauen. Danach dauerte es noch vier Wochen, bis die Tiere nach Deutschland reisen konnten. Die Hunde wurden noch in Spanine geimpft und gechipt, erhielten Papiere und traten dann die lange Reise an. „Sie wurden in Boxen in einem klimatisierten Transporter zu uns gefahren. Um die 36 Stunden waren sie unterwegs, aber sie haben die lange Reise gut verkraftet“, sagt Aranka Scholz. Für den Transport und die Tierarztrechnungen kommt der Verein auf, Scholz stellt das Zuhause für die Hunde und zahlt das Futter.

Nach der Ankunft von Border Collie-Mix Holly und ihren sieben Welpen war gleich jede Menge los im Hause Scholz. „Klar ist das Arbeit mit den Kleinen. Sie waren anfangs auch nicht stubenrein und auch jetzt geht nochmal was daneben. Aber sie sind tolle Hunde und sie bereiten einem viel Freude“, erzählt Aranka Scholz, die die Tiere mit ihrem Mann Siegfried betreut. Ein Welpe gab ihnen jedoch Grund zur Sorge: Hund Lenny hatte sich eine Infektion zugezogen und verbrachte sieben Tage in Quarantäne. „Der Kleine ist sowieso ein Sonderling – Kuckuckskind sagen wir immer zu ihm. Er ist sehr zutraulich, ruhiger als die anderen und durch sein wuscheliges Fell fällt er im Rudel auf“, sagt Scholz. Da er kleiner ist als seine Geschwister hat es Lenny im Rudel nicht ganz so leicht. „Ich hoffe, dass wir für ihn ein liebesvolles Zuhause finden.“

Rund vier Wochen leben die Hunde nun bei Familie Scholz. Mittlerweile sind die Welpen groß genug, um vermittelt zu werden. Drei Welpen brauchen noch neue Besitzer. Auch Hündin Holly soll ein neues Zuhause bekommen. „Wir würden sie am liebsten behalten, aber wir haben bereits zwei andere Hunde und Holly braucht Besitzer, die sich ganz auf sie konzentrieren können. Sie ist sehr schmusebedürftig, kann gut alleine bleiben und ist kerngesund.“ Alle Hunde haben bereits die Abschlussuntersuchung beim Tierarzt hinter sich, wo alles gut verlief.

Wer Interesse an Hündin Holly oder ihren Welpen hat, kann unter Tel. 01 75 / 5 68 61 05 Kontakt zu Aranka Scholz aufnehmen. Die Besitzer zahlen für die Hunde eine Schutzgebühr in Höhe von 350 Euro an den Verein. Zudem besuchen entweder Aranka Scholz oder Mitarbeiter des Vereins „Ein Freund für’s Leben“ die potenziellen Besitzer zuhause.

Von Alisa Kannapin

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