Punktgenaue Hilfestellung dank Rettungssystem der Gemeinde

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Alexander Horn (links), stellvertretender Einheitsführer der Löschgruppe Winkeln der Freiwilligen Feuerwehr Schalksmühle, und Philipp Kellner beim Anbringen eines Rettungspunkt-Schildes.

Schalksmühle - Als in der vergangenen Woche ein Junge mit seinem Fahrrad in einem abgelegenen Waldstück zwischen Linscheid und Dahlhausen verunglückte und mit einem Rettungshubschrauber ausgeflogen werden musste, konnten die Rettungskräfte die Einsatzstelle vor allem wegen des Rettungspunkt-Systems der Gemeinde schnell und problemlos finden. Die ersten Rettungspunkt-Schilder wurden 2007 in der Zeit nach dem Orkan Kyrill eingeführt, seitdem bauen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Schalksmühle das System immer weiter aus.

Mehr als 100 dieser Rettungspunkt-Schilder gibt es mittlerweile über das gesamte Gemeindegebiet verteilt. Sie sind beispielsweise an Bänken des Sauerländischen Gebirgsvereins oder der Gemeinde angebracht. An einer Bank befindet sich auch der Rettungspunkt, über den eine Frau, die den verletzten Jungen im Wald gefunden hatte, die Helfer sofort zum Einsatzort lotste.

Die Rettungspunkte für Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei basieren auf internen Rettungsmarkierungen des Forstamtes. 2007 sollten sie zunächst nur dazu dienen, Forstarbeitern bei ihren umfangreichen Aufräumarbeiten nach Kyrill die Gewissheit zu geben, dass im Falle eines Unfalls Hilfe schnell vor Ort ist. Der frühere Gemeindebrandmeister Dieter Coordt weitete dieses System dann 2011 auf ganz Schalksmühle aus und begann mit der Beschilderung.

„Die Rettungspunkte dienen dazu, langes Suchen nach Einsatzstellen zu vermeiden. Mit der Nummer des Rettungspunktes sind bei der Kreisleitstelle in Lüdenscheid – die man über die 112 erreicht – Koordinaten auf einer Karte hinterlegt. Die Leitstelle kann die Einsatzkräfte so zu den Rettungspunkten leiten. Aber auch jede Löschgruppe hat eine Karte, in der die Rettungspunkte eingezeichnet sind. Dies ermöglicht eine schnelle Orientierung vor Ort, ohne unnötigen Zeitverlust“, erklärt Marc Fürst, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Schalksmühle.

Wichtige Zusatzinformationen

Die Rettungspunkte mit den dazugehörigen Koordinaten sorgen aber nicht nur dafür, dass die Einsatzkräfte sofort den richtigen Weg finden, hinterlegt sind für jede Stelle noch weitere Informationen. „Ist aufgrund der Örtlichkeit eine Tragehilfe der Feuerwehr erforderlich? Können dort Rettungsfahrzeuge überhaupt hinfahren? Kann dort ein Rettungshubschrauber landen? Fragen wie diese werden über unser Einsatzsystem sofort beantwortet, wenn der Notruf eingeht und der Anrufer die Nummer eines Rettungspunktes nennt“, sagt Fürst.

Der Einsatz zuletzt im Höhengebiet habe gezeigt, dass diese Punkte ihre Daseinsberechtigung haben. „Die Angabe des Rettungspunktes hat unseren Einsatzkräften sehr geholfen. Und auch in anderen Kommunen haben Rettungspunkte schon wertvolle Dienste geleistet“, sagt Fürst.

Dies sehen allerdings nicht alle Menschen so. Seit der flächendeckenden Einführung des Systems 2011 wurden etwa 15 Rettungspunkt-Schilder beschädigt oder sogar komplett entfernt. Diesen Umstand bezeichnet Fürst als unverständlich und sehr ärgerlich. In naher Zukunft sei eine Erneuerung dieser Schilder durch Mitglieder der Löschgruppe Winkeln geplant. „Diese bleiben dann hoffentlich von Vandalismus verschont. Schließlich kann jeder in die Situation kommen, mithilfe dieses Systems gerettet werden zu müssen. Dann wäre es gut, wenn alle Schilder auch an ihrem Platz sind“, sagt Fürst.

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