Projektreise des Vereins Partnerschaft Sahelzone bestätigt Erfolge in Mali

Perspektiven für Jugendliche

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Françoise Eckern (vierte von links) und Ralf Lothar Knop besuchten im November einige Projekte, die der Verein Partnerschaft Sahelzone in Mali unterstützt.

Schalksmühle - Mit einem Fest, traditionellen Tänzen, Gesängen und Gastgeschenken wurden Françoise Eckern, Vorsitzende, und Ralf Lothar Knop, Kassierer des Vereins Partnerschaft Sahelzone, in Mali empfangen.

Auf einer Projektreise vom 6. bis zum 17. November besuchten die Mitglieder des Vereins einige Orte, an denen Projekte von dem Verein unterstützt werden. „Wir kontrollieren alle zwei bis drei Jahre, ob das Geld auch dafür verwendet wird, wofür es gedacht war“, sagt Eckern. Denn bei den Projekten wird nicht etwa nur das Land Mali unterstützt. „Uns geht es darum, die Dörfer und die Menschen dort zu unterstützen. Wenn man dem Land Fördermittel zukommen lässt, bleiben diese in den großen Städten“, weiß die Vorsitzende. Das führe dazu, dass die jungen Menschen aus den kleinen Dörfern in die Städte ziehen oder sogar das Land verlassen müssten, um überleben zu können.

Hilfe zur Existenzsicherung

Um den jungen Menschen in ihren Heimatorten eine Perspektive zu geben, unterstützt der Verein einige Projekte auf dem Land. „In Zamblara im Süden Malis haben wir beispielsweise ein Landwirtschaftszentrum zur Ausbildung junger Menschen ohne Schulabschluss erweitert“, sagt Eckern. Die Schule wird vom Kreis Sikasso in Mali unterhalten. In verschiedenen Modulen, die sich auf jeweils einen Landwirtschaftszweig konzentrieren, lernen die Jugendlichen, wie sie ihre Existenz sichern können.

In der Einrichtung hat der Verein unter anderem einen Unterstand zum Füttern der Tiere, einen Hühnerstall und ein Getreidelager finanziert. Einen Fischteich hat der Verein außerdem unterstützt, Wasser könne dort allerdings noch nicht hineingefüllt werden. „Das Wasser muss aus dem Boden gepumpt und zu dem Teich geleitet werden, dafür werden Pumpen und Wasserleitungen benötigt. Da das Dorf so weit außerhalb der nächstgrößeren Stadt liegt, gibt es dort allerdings keinen richtigen Strom, um die Pumpen zu betreiben“, erklärt Ralf Lothar Knop. „Es gibt zwar einen Generator, doch der ist schon sehr alt und daher häufig außer Betrieb“, erzählt Knop, was er auf seiner Reise erlebt hat. Der Verein Partnerschaft Sahelzone hat daher mit dem Kreisdirektor von Sikasso vereinbart, dass dieser die Kosten für eine Solaranlage auf dem Dach des Landwirtschaftszentrums übernimmt und der deutsche Verein die Verlegung der Wasserleitungen bezahlt.

Ein weiteres Projekt des Vereins ist der Aufbau einer Grundschule in Kotamani. Drei Klassenräume mit jeweils 30 Bänken und Tischen, die für zwei Kinder ausgelegt sind, hat der Verein bereits finanziert. Die Schule bietet so momentan Platz für etwa 180 Schüler. „Auf die Bänke quetschen sich statt zwei aber meist vier Kinder, sodass man davon ausgehen kann, dass etwa 360 Schüler die Schule besuchen. Trotzdem müssen einige von ihnen zu Hause bleiben, da in der Schule nicht genug Platz für alle Kinder des Dorfes ist“, bedauert Eckern.

Neben den Klassenräumen hat der Verein außerdem ein Bürogebäude und einen Latrinenblock mit drei Toiletten finanziert. Auch mit einer Grundausstattung an Lehrmitteln, wie zum Beispiel einer Karte von Afrika oder Modellen von Organen, wurden die Klassenzimmer versehen. Nicht nur bei der Ausstattung und dem Aufbau der Schule unterstützt der Verein das Dorf. „In Mali gibt es einen Mangel an Lehrern, weshalb oft auf Hochschulabsolventen zurückgegriffen wird, die dann nicht pädagogisch ausgebildet sind. Hier helfen wir mit einem Programm nach und bilden regelmäßig jeweils 30 Lehrer aus“, sagt Eckern.

100 Kilo Medikamente gespendet

100 Kilogramm Medikamente und etwa 120 Brillen spendeten Eckern und Knop an eine Krankenstation in San.

All diese Projekte wurden vom Bund bezuschusst, wie die Vorsitzende des Vereins berichtet, doch Partnerschaft Sahelzone hat nur mit Vereinsgeldern außerdem eine Krankenstation in San aufgebessert. Die Station ist permanent mit einem Arzt besetzt, was in ländlichen Regionen Malis keine Selbstverständlichkeit sei.

„Wir haben das Labor aufgewertet und mit neuen Geräten ausgestattet. Außerdem haben wir 100 Kilogramm Medikamente gespendet.“ Ralf Lothar Knop brachte außerdem etwa 120 Brillen mit, die er mit Hilfe eines Spendenaufrufs an der Fernuniversität Hagen gesammelt hatte. „Das wichtigste an der Krankenstation ist, dass sie jetzt offiziell als solche anerkannt ist und dadurch Zuschüsse vom Staat erhält“, freut sich Eckern.

Während der elftägigen Reise besuchten Eckern und Knop verschiedene Projekte und konnten sich insgesamt von guten Fortschritten überzeugen. „Die Menschen dort warten immer lange auf unseren Besuch und strengen sich sehr an, uns zu zeigen, was sie erreicht haben“, erklärt Eckern.

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