Primusschule: Urzeit praktisch kennenlernen

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Ob ganze Höhlen-Modelle, Fell-Outfits wie zu Zeiten der Urmenschen oder selbsthergestellte Nahrung – die Primusschüler setzten zum Thema „Steinzeit“ zahlreiche kleine Projekte um.

Schalksmühle - Wer am Freitagnachmittag in die Räume der Primusschule kam, fühlte sich schnell Tausende Jahre in eine längst vergangene Zeit zurück versetzt – der Geruch von Feuer lag in der Luft, auf einem Stein wurden Körner gemahlen und in einem Klassenraum trugen Barbie-Puppen kurze Fell-Outfits. Die Schüler der Stufe 2 stellten die Ergebnisse ihres ersten Projekts vor. Das Thema: die Steinzeit.

Von Alisa Kannapin

Sechs Wochen lang beschäftigten sich die Schüler in verschiedenen Unterrichtsstunden mit der Alt- und Jungsteinzeit. Sie lernten die geschichtlichen Hintergründe, was die Menschen in der damaligen Zeit trugen oder woraus ihre Nahrung bestand. „Nachdem sie die theoretischen Grundlagen gelernt hatten, schrieben die Kinder einen Test. Dann ging es mit der Praxis weiter“, erzählte Lehrerin Ingrid Papendick, die mit ihrer Kollegin Anja Grigo die Federführung des Projekts inne hatte.

Um sich der Steinzeit rein praktisch zu nähern, konnten sich die Schüler aus einer Vielzahl an kleinen Projekten ihr Lieblingsthema aussuchen. Ob der Bau eines Höhlen-Modells, das Herstellen von Mehl, Marmelade und getrockneten Äpfeln, das Anfertigen von Schmuck oder das Nähen von der Kleidung, die in der damaligen Zeit getragen wurden – die Schüler konnten sich fächerübergreifend mit der Thematik auseinandersetzen.

Für die Präsentation der Projekte stellten Schüler und Lehrer in den Klassenräumen Tische zusammen. Kamen Interessierte zu ihnen, erklärten die Kinder ihre Arbeit, berichteten Wissenswertes aus der Steinzeit und verteilten Info-Blätter. Auch ganze Referate hatten die Kinder ausgearbeitet. So erklärten die Schüler Moritz und Keno bei einem freien Vortrag den Besuchern anhand von Plakaten und einem Modell, wie der Pfahlbau früher funktionierte.

Die zehnjährige Joline stellte die Kleidung der Urmenschen anhand von Outfits im Miniaturformat vor, die sie Puppen angezogen hatte. Bei ihren Näharbeiten stellte Joline schnell fest, dass sich die Kleidung der Steinzeit-Menschen gleich in mehreren Punkten von der modernen unterscheidet: „Die haben damals viel mehr kurze Sachen und keine Hosen getragen. Und unsere Kleidung ist viel wärmer.“

Die Annehmlichkeiten der heutigen Zeit lernte auch Linus während des Schulprojekts zu schätzen: Er kniete im Schulflur auf dem Boden und zerrieb mit einem Stein Dinkelkörner. „Ich stelle Mehl her“, erklärte der Zehnjährige. „Das dauert aber Stunden, bis man da was zusammen hat.“

Bei der Herstellung ihrer Modelle und Produkte hatten die Schüler freie Hand, aber auch die Verantwortung, sich das Material selbstständig zusammen zu suchen. Um das Thema abzurunden, besuchten die Lehrer mit den Schüler außerdem noch das Neanderthal Museum.

Um die zahlreichen Gäste, die sich die Präsentation der Projekte nicht entgehen lassen wollten, zu verköstigen, bot der Förderverein in Kooperation mit den Eltern Würstchen und Kuchen an. Und auf dem Schulhof wurde – ganz wie zu Zeiten der Urmenschen – Brot über offenem Feuer geröstet.

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