„Es gibt 1000 Dinge, die zu berücksichtigen sind“ - Schule äußert sich zu Selbsttests

Die Primusschule in Schalksmühle
+
Viele Fragen zu den Selbsttests bleiben offen an der Primusschule in Schalksmühle.

Schüler sollen sich selbst testen. Die nötigen Tests kommen in diesen Tagen mit der Post. Aber Antworten auf Fragen nicht.

Schalksmühle – Bis zu den Osterferien muss jeder Schüler einmal einen Schnelltest in der Schule gemacht haben. Das ist die Vorgabe des Landes Nordrhein Westfalen, die am Montag in den Schulen eintraf. In einer Schulmail wurde auch die Primusschule in Schalksmühle über den Einsatz und das Vorgehen von Selbsttests informiert. Betroffen sind die Schüler ab Jahrgang 5, also nicht die gesamte Schule.

Sechs Jahrgänge mit jeweils etwa 55 Schülern, also circa 330 Mädchen und Jungen, müssen sich an der Primusschule selbst testen. Das sagt Schulleiterin Astrid Bangert. Doch wie das Ganze ablaufen wird, weiß sie noch nicht. „Wir sondieren gerade.“ Es gibt viel zu beachten. „Wir wissen nicht, wann die Tests kommen. Ich sehe das auch als nicht so einfach an, die Tests im Klassenverband durchzuführen“, erklärt Bangert. Es sollten schon Tests im Oktober kommen, erinnert sich die Schulleiterin. Doch gesehen habe sie von denen bisher nichts. Jetzt ist es anders: Die Selbsttests seien unterwegs.

Was ist, wenn ein Schüler positiv ist?

Doch damit ist es nicht getan. „Es gibt 1000 Dinge, die zu berücksichtigen sind“, sagt Bangert. Welche Optionen zur Durchführung gibt es? Wie entsorgt man die benutzten Tests? Was ist, wenn ein Schüler positiv ist? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sie sich. Am Dienstag findet eine Lehrerkonferenz statt, dann soll der Ablauf besprochen werden.

In dieser Woche werden die Widerspruchserklärungen erst einmal an die Eltern versandt. Die können sich mit einer Unterschrift gegen einen Test ihres Kindes entscheiden. In der kommenden Woche vor den Ferien sollen die Tests dann durchgeführt werden, zumindest von der Hälfte der betroffenen Schüler. Das sind etwa 180. Da die Kinder und Jugendlichen in A- und B-Wochen unterrichtet werden – wöchentlicher Wechsel zwischen Distanz- und Präsenzunterricht –, werden die Schulleiterin und Lehrer nach der Konferenz gar nicht mehr alle Schüler sehen. „Wir werden nicht alle vor Ostern testen können“, davon geht Astrid Bangert zum jetzigen Zeitpunkt aus. Auch die Halveraner Schulen haben dazu eine Meinung.

 Wir werden nicht alle vor Ostern testen können.

Astrid Bangert

Ihr ist wichtig, dass die Schüler ordentlich informiert werden. Sie müssten eingeführt werden und erklärt bekommen, wie das Ganze abläuft. „Das ist nicht nur mal eben Stäbchen in die Nase und dann gucken, was rauskommt“, sagt sie. Bedenken hat sie zum Beispiel bei Kindern, die momentan viel Quatsch machen und das Ganze vielleicht nicht so ernst nehmen. „Das finde ich schwierig, Kindern in einem gewissen Alter diese Verantwortung zu übertragen.“ Bangert rechnet auch mit Unterrichtsausfall. Die Testdurchführung ist nicht nach fünf Minuten erledigt.

Nach der Durchführung kommt dann die Frage: Was macht man mit dem Müll? Ein weiterer Punkt von vielen, der geklärt werden muss. „Braucht man eine Schutzausrüstung für die Entsorgung? Und wenn, dann ist keine vorhanden“, sagt Bangert und wiederholt: „Es gibt viele Dinge, die zu berücksichtigen sind.“ Und genau das sei „das Schwierige, womit wir die letzten zwölf Monate zu tun haben. Das macht es uns nicht leicht.“ Nach dieser Woche und nach der Lehrerkonferenz am Dienstag wird abschließend klar sein, wie die Primusschule in Sachen Schnelltests verfahren wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare