Architektur für die Kleinsten zum Anfassen und Nachbauen

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Ein Gebäude wie gemalt: Kinder der DRK-Kita am Mathagen besichtigen die Primusschule im Rahmen eines Bauprojektes. Das ließ sich auch Bürgermeister Jörg Schönenberg nicht entgehen.

Schalksmühle - Bunte Fenster sind nicht alles, was die Primusschule in Sachen Architektur zu bieten hat. Die Besonderheiten der Schule bekamen die nächsten Vorschulkinder der DRK-Kita am Mathagen von den Schülern der Giraffenklasse erklärt.

Neben einem Rundgang wurde auch ein interaktives Spiel vorbereitet. Die Vier- bis Fünfjährigen beschäftigen sich bereits seit einigen Wochen im Rahmen eines Bauprojektes mit dem Thema Architektur. Sie brachten Fotos von ihrem Zuhause mit, malten ihre Kinderzimmer und ihre Lieblingsplätze in den eigenen vier Wänden. In der Kita überlegten sie gemeinsam, wie ein Hexenhaus aussehen könnte, wenn eine Hexe neu bauen will. Und die Primusschule war das Ziel ihrer ersten Exkursion. 

Nach der Begrüßung im Gruppenraum – inklusive Gesang und Gitarrenbegleitung – ging es mit sechs Schülern und Lehramtsanwärterin Arnika Ludwig auf Entdeckungstour. Beim Rundgang rund um die Schule fielen nicht nur die vielen bunten Fenster auf, sondern auch die Formen der einzelnen Gebäude. Da ist der Turm, der aussieht wie ein Zylinder, das Dach in Form eines Dreiecks oder auch Wände komplett aus Glas. 

Mit Gummibändern fängt Modellbau an.

In der Schule ging es dann in den Turm hinein. Runde Platten hängen dort an der Decke – das sieht nicht nur schön aus, sondern dient dem Schallschutz, denn in diesem Raum spielen Kinder nachmittags, „wenn Mama und Papa noch arbeiten müssen,“ wie es ein Schüler den Kleinen erklärte. Im Foyer setzten sich alle kurz auf den Boden und bemerkten, dass sie mitten in einem Quadrat sitzen. In der Mensa sorgen viele Fenster für Licht und der große Raum für genügend Platz, wenn viele Schüler zum Essen kommen. 

So lernten die Kinder die die verschiedenen Gestaltungen von Räumen und ihre Bedeutung kennen, aber auch wie wichtig es ist, dass man sich in Räumen und Gebäuden wohl fühlt. In der Klasse hatten die verbliebenen Schüler etwas für die Kindergartenkinder vorbereitet. Zusammen mit Klassenlehrerin Sabine Wohlrath wurden Expertentische aufgebaut, an denen die kleinen Ingenieure sich selbst ausprobieren konnten. An einem Tisch mussten etwa geometrische Flächen ausgemalt werden, nebenan konnten sie mit Gummibändern auf ein Holzbrett selbst gelegt werden und in einem Beutel gab es verschiedene Formen zum Tasten und Erraten. 

Die Großen halfen den Kleinen und das fand Schulleiterin Astrid Bangert „total primus“. „Dieser Umgang passiert hier immer.“ Jeder helfe jedem. Im Zuge des Bauprojektes bastelten und erfuhren die Kinder der Kita am Mathagen ihre Umgebung noch mal anders. „Sie können kreativ sein und ihre Selbstständigkeit wird gefördert“, sagte Leiterin Marion Wehler und freute sich, dass die Einrichtung an dem Projekt teilnehmen darf. Dafür besuchen auch die Erzieherinnen regelmäßig Schulungen. Entwickelt wurde das Projekt an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg, umgesetzt von Architektin und Wissenschaftlerin Ina Sinterhauf. Insgesamt ein halbes Jahr läuft es. Am Ende sollen die Kinder nach ihren eigenen Vorstellungen ein Haus basteln können. Vielleicht hat dieses dann auch bunte Fenster und einen Turm.

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