Junge „Lehrer“unterrichten Gast aus Taiwan

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Die Primusschüler Annika Zapp (13), Ilara Riede (12), Moritz Windfuhr (13), Tim Rix (12) und Dustin Jahnel (12) organisierten selbstständig einen Sprachkurs für die taiwanesische Praktikantin Ivy Zhang (2. von links). Dafür wurden sie von ihrer Lehrerin Mariola Pirek und der kommissarischen Schulleiterin Astrid Bangert ausgezeichnet.

Schalksmühle - Sich einmal wie ein Lehrer fühlen – diese Chance bekamen fünf Schüler der Primusschule. Sie brachten Ivy Zhang aus Taiwan, die derzeit noch ein Praktikum an der Bildungseinrichtung absolviert, in zahlreichen Stunden eigenständig Deutsch bei.

„Unsere Lehrerin, Frau Pirek, hat uns gefragt, ob wir Ivy nicht unterstützen wollen und wir haben sofort zugesagt“, erklärt der 13-jährige Moritz Windfuhr. Jeweils donnerstags, in der achten und neunten Stunde haben sich die Schüler mit der Praktikantin zusammengesetzt, um die deutsche Sprache zu lernen. „Das war wie im normalen Unterricht. Wir haben die Tafel oder den Beamer benutzt“, sagt Annika Zapp.

Die ebenfalls 13 Jahre alte Schülerin und ihre Mitstreiter haben dabei nach eigenen Angaben darauf geachtet, dass das Lernen spielerisch abläuft. So lernte Ivy Zhang die deutschen Begriffe aus vielen Bereichen, etwa Farben, Uhrzeit und Körperteile. „Was man so braucht im Alltag und in der Schule, damit man sich wohlfühlt“, ergänzt ihre Lehrerin Mariola Pirek. 

30 Minuten Vorbereitung

Etwas mehr als 30 Minuten Vorbereitungszeit während der sogenannten Coaching-Stunden, in denen die Primusschüler individuell an Projekten arbeiten können, brauchten die jungen „Lehrkräfte“, um sich auf die Übungen vorzubereiten. 

„Das war echt cool, mal Lehrer zu sein“, betont die zwölfjährige Ilara Riede. „Es hat viel Spaß gemacht, das Ganze mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.“ Auch Ivy Zhang hat das Lernen viel Freunde bereitet. „Wir haben sehr viel gelacht. Manchmal brauchte ich aber doch noch die englische Übersetzung“, erklärt die 24 Jahre alte Taiwanesin mit einem Lächeln. 

Unterschiede zwischen Schülern 

„Die Schüler in meiner Heimat könnten in dem Alter so etwas nicht auf die Beine stellen. Die Jungen und Mädchen hier haben viele Dinge benutzt, die die Kinder zuhause nicht verwenden würden.“ Nach ihren drei Monaten in Deutschland und an der Primusschule weiß die Praktikantin den eventuellen Grund für diesen Unterschied: „Vielleicht liegt es am Schulsystem. In Taiwan sind die Schüler ,verwöhnt‘. Sie bekommen von den Erwachsenen und Lehrern gesagt, was sie zu tun haben. Hier in Deutschland, gerade auch an der Primusschule, sind die Kinder viel selbstständiger.“

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