Primus: Schulalltag miterleben

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Sitzkreise auf einem Teppich in der Mitte des Gruppenraums gehören zum Schulalltag in der Primusschule fest dazu. Hier bestimmen die Schüler Blätter und Baumrinden. Die Kinder nehmen sich zur Beantwortung der Fragen gegenseitig dran.

Schalksmühle - Die Tür des Lerngruppenraums steht nicht nur für die Schüler immer offen: Seit Dienstag haben Eltern die Möglichkeit, den Unterricht in der Primarstufe und in der fünften Jahrgangsstufe der Primusschule mitzuerleben. Dabei stehen sowohl die Lehrkräfte als auch die Schulleitung für Fragen der Eltern zur Verfügung.

Von Alisa Kannapin

In der Giraffengruppe ist Freiarbeit angesagt. Während Carla in bunten Farben eine Geschichte auf ein großes Blatt stempelt, sitzen Moritz und Sören in der Computerecke und arbeiten in ihren Buchstabenordnern. Tim brütet währenddessen über einer Matheaufgabe. „Die Kinder können sich in dieser Zeit selbst aussuchen, welcher Arbeit sie nachgehen. Das kann Malen, Rechnen oder das Schreiben des Wunschzettels für Weihnachten sein“, erklärt Lehrerin Belinda Demmler.

Elternabend in der Primusschule

Die Primusschule veranstaltet am Donnerstag, 6. November, ab 18 Uhr einen Elternabend im PZ Löh, bei dem formale Fragen zur Anmeldung der Schulanfänger geklärt und das pädagogische Konzept vorgestellt wird. Eine Anmeldung ist dafür nicht erforderlich. Die eigentliche Anmeldephase für Schulanfänger findet in der Woche vom 10. November am Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag jeweils von 8 bis 12 Uhr beziehungsweise am Mittwoch auch von 14 bis 16 Uhr statt. Eltern können darüber hinaus unter Tel. 0 23 55 / 90 97 30 ein Beratungsgespräch mit der Schulleitung der Primusschule vereinbaren.

Sie geht während der Freiarbeit durch den Gruppenraum, beantwortet Fragen und setzt sich zwischendurch auch zu den Schülern, um intensiver auf etwas einzugehen. Alle Fragen beantwortet Demmler aber nicht sofort. „Das wäre für die Kinder ja der einfachste Weg. Das Ziel ist aber, ihnen zu vermitteln, dass sie sich zunächst einmal selbst mit einem Problem auseinandersetzen sollen. Wenn sie nicht weiter kommen, sollen sie zunächst einen Mitschüler fragen und sich so gegenseitig helfen. Erst danach helfe ich weiter.“

Interessiert beobachtet Stefanie Pape das Treiben im Raum. Die Mutter von vier Kindern nutzt die Chance, den Lernalltag der Primusschule einmal mitzuerleben. Ihr jüngster Sohn wird im kommenden Jahr eingeschult. „Dass man so den Unterricht verfolgen kann, habe ich an einer anderen Schule noch nicht erlebt“, sagt die Heedfelderin. „Das Konzept der Primusschule ist der Hammer. Die Erstklässler können, obwohl sie erst wenige Wochen in der Schule sind, schon toll lesen und schreiben, das sind extreme Erfolge.“

Ihr gefällt auch, dass die Kinder nicht still auf ihren Plätzen sitzen bleiben müssen, sondern sich ihr Lernmaterial selbst holen oder sich am Nachbartisch mal mit dem Mitschüler austauschen können. „Das ist gerade für Jungs gut, das nimmt viel Spannung raus.“

Pape ist eine von sieben Müttern, die am Dienstag in der Primusschule hospitierten. Bis zur Mittagszeit können die Eltern jeweils dienstags in die Unterrichtseinheiten hineinschnuppern. In der Pause nehmen sich Schulleiterin Martina Schumacher und Konrektorin Anja Krause die Zeit, um auf Fragen der Erziehungsberechtigten einzugehen.

„Wie können wir als Eltern denn erkennen, ob unser Kind in einem Fach das Mindestmaß gelernt hat?“, möchte eine Mutter wissen. „Wenn Sie unsicher sind, können Sie immer die Lehrer ansprechen und nachfragen, wo ihr Kind steht“, antwortet Anja Krause.

Die Lernzielkontrolle der Primusschule sehe aber ansonsten so aus, dass die Schüler zum einen selbst auf die Pädagogen zukommen können, um eine Arbeit zu schreiben. Zum anderen sprechen die Lehrer die Kinder individuell darauf an. „Es geht nicht darum, die Leistung unter Druck abzufragen, sondern den aktuellen Entwicklungsstand zu erfassen.“

Hierbei werde festgestellt, ob das Kind den Stoff verinnerlicht habe, ob es nun mit weiterführenden Materialien arbeiten kann oder das Gelernte noch einmal wiederholt werden muss. „So bleibt kein Kind auf der Strecke.“

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